Antisemitische Karikaturen

Das Jerusalem Center for Public Affairs hat in einem Artikel die Darstellung von Israel und den Juden in arabischen Karikaturen untersucht und auch eine Reihe Beispiele veröffentlicht. Das Fazit:

  • The main recurrent motif in Arab cartoons concerning Israel is “the devilish Jew.” This image conveys the idea that Jews behave like Nazis, kill children and love blood. The similarity with themes promulgated by the Nazis is evident. Many Arab cartoons praise suicide bombing or call for murder. The collective image of the Jews thus projected lays the groundwork for a possible genocide.
  • A caricature may have as much influence on public opinion as an editorial.
  • Palestinian cartoonists often place emphasis on the anti-Semitic accusation of “ritual murder” of children. This is underscored by their claim that Israelis target Palestinian children. To dehumanize Jews, Arab cartoonists often depict them as malevolent creatures: spiders, vampires or octopuses.
  • Several Arab hate motifs also have permeated Western society as they resonate with the long-standing anti-Semitic prejudices of the Christian world.

Kleine Regelkunde (2)

Zum Medienkodex des Netzwerks Recherche schreibt Lorenz Lorenz-Meyer unter anderem:

Der Regelkatalog ist eine Mischung aus Banalitäten des Typs “Edel sei der Mensch, hilfreich und gut”, die darüber hinaus schon an anderen Stellen (zum Beispiel im Pressekodex) festgehalten sind, und fragwürdigen Glaubenssätzen.

Auch die restlichen Gedanken zu den “10 Geboten des Journalismus” sind nachdenkenswert.

Kleine Regelkunde

Das Netzwerk Recherche hat einen “Medienkodex” aufgestellt, in dem es unter anderem heißt

5. Journalisten machen keine PR.

6. Journalisten verzichten auf jegliche Vorteilsnahme und Vergünstigung.

und über dessen Notwendigkeit sich der Vereinsvorsitzende Thomas Leif in der “taz” wie folgt äußert:

Weil es für den Journalismus generell nur ganz wenige Markierungslinien gibt, die die Ethik unseres Berufes beschreiben.

Allerdings gibt’s dazu auch die eine oder andere kritische Stimme, aber auch Lob.

In “konkret” schreibt Jörg Jakoby unter dem Titel “That’s Leif” nicht nur ziemlich böse, das Thomas Leif schon mal für die LBS aufs Podium steigt, sondern auch, dass der Medienpreis des Netzwerks Recherche schließlich auch von Eon Ruhrgas unterstützt wird.

Nachtrag, 26. Februar 2006:

Thomas Leif hat sich zu dem “konkret”-Text geäußert.

Danke für den Tipp

Achtung!

Ein nettes Schild am Berliner U-Bahnhof Spittelmarkt. Im “Notfall” kann der Weg zum anderen Ende des Bahnsteigs ganz schön weit sein… Ist ja ungefähr so gut, wie wenn bei “110″ die Ansage kommt: “Leider sind alle unsere Police-Customer-Agents gerade im Gespräch. Bitte gedulden Sie sich etwas, der nächste freie Platz ist für Sie reserviert. Bis dahin bleibt der Anruf gebührenfrei… Düdeldidididschwalilalu…”

Die Freiheit nehm’ ich mir

Die toten Schwäne von Rügen haben zwar das Thema Karikaturen-Streit in der öffentlichen Wahrnehmung ziemlich verdrängt, der eine oder andere klugen Gedanken zum Thema lässt sich aber noch finden. Heute zwei interessante Kommentare zur “Pressefreiheit” in der westlichen Welt.

In der “Financial Times Deutschland” schreibt Wolfgang Münchau, warum das Urteil gegen den Holocaus-Leugner David Irving ein Fehler war und “Europa vor der ganzen Welt lächerlich macht” – weil die Staaten zwar einerseits die Fahne der freien Meinungsäußerung hoch halten, bestimmte Meinungen aber verbieten und mit Strafe belegen. Man muss Münchaus Meinung nicht teilen, aber man sollte dann zumindest eine Antwort auf ihn finden.

Und Bettina Gaus schreibt in der “taz” darüber, wie wenig in den deutschen Medien doch manchmal die Pressefreiheit zählt, wenn es z.B. um unliebsame Berichterstattung über Parteichefs, Gewerkschaftsbosse oder Anzeigenkunden geht. Früher, schreibt Gaus dabei auch, hätte es geheißen: “Das Nette an Arafat ist, dass er keine Gegendarstellungen schickt.” In Zeiten der Globalisierung – siehe Karikaturenstreit – gilt selbst das nicht mehr.

Heros – Glück für wen?

Im Handelsblatt-Weblog “Wirtschaftsprüfer” schreibt Frank Wiebe über den Heros-Skandal:

So makaber es klingt – aber in gewisser Weise ist der Skandal um die Firma Heros ein Art Glücksfall für die Bundesbank. Denn er macht deutlich, dass die Bearbeitung und der Transport von Bargeld nicht irgendeine Dienstleistung ist.

Interessante Sichtweise. Da hätte man nach dem World-Com-Skandal wohl für die Wiederverstaatlichung der Telekom-Dienstleistungen plädieren müssen. Und nach Enron dafür, dass nur Staatsbetriebe für den Strom aus der Steckdose sorgen dürfen. Undsoweiterundsofort.

Bleibt nur die Frage: Kann irgendwer die Hand dafür ins Feuer legen, dass nicht auch in Staatsunternehmen Betrug vorkommt?

Nachtrag, 23.45 Uhr:

Interessant auch, dass der Autor noch vor wenigen Tagen darüber nachgedacht hat, die Bundesbank zu privatisieren. The times, they are a-changin’ – manchmal geradezu rasant…

It’s the economy, stupid

Nicht nur Schwäne, Möwen & anderes Gefieder rund um Rügen sind vom Vogelgrippe-Virus befallen, ganz Deutschland und die halbe Welt haben bereits fiebrige Symptome. Wo lassen sich die leichter nachlesen als im Internet?

Unter www.h5n1.de findet sich z.B. die Firma Viroxx, die Geräte zur Raumluftsterilisation anbietet. Schwupps installiert und schon werden Krankheitserreger “durch ein hochentwickeltes, patentiertes Hightech Dekontaminierungssystem komplett inaktiviert”. Ja sapperlott, das wär’s doch. Gibt’s das auch für den Hühnerstall? Aber unter der Rubrik Presse gibt’s dann noch ein paar indirekte Anreize zum Einkauf, so prangt fett die Zeile aus einem alten Artikel des Stern: “7,4 Millionen Tote könnte eine erste Grippewelle fordern”. Wer will da schon dabei sein?

Doch wie sieht’s außerhalb Deutschlands aus? Continue reading