Web 2.0 im Print

Gleich zweimal kommt heute “Web 2.0″ im aktuellen Print vor: Einmal startet die “Financial Times Deutschland” eine neue Serie und sieht einen “Umbruch im World Wide Web”:

Startups der zweiten Internet-Welle brechen mit alten Gewohnheiten. “Nutzer an die Macht” ist das neue Motto. (…) Manager der Medien- und Werbewirtschaft fürchten angesichts der neuen Bewegung um ihre Umsätze. Denn eine ganze Generation junger Leser, Zuschauer und Konsumenten lässt traditionelle Medien wie Zeitungen, Magazine oder Fernsehen links liegen.

Fernsehen? Die Jungen schauen nicht mehr Fernsehen? Nix TV? Ob da nicht vielleicht im Eifer der Erregung (oder so) ein bisschen die Formulierungseuphorie durchgebrochen ist. Aber hoffen wir mal, dass die zweite Welle nicht ähnlich spektakulär in sich zusammenfällt, wenn sie auf harten Grund stößt, wie die erste… Continue reading

Chartbreaker (Teil 1)

Nachdem die Bundeskanzlerin ja nun mit Ton und sogar Bild bloggt, wollen da auch andere nicht nachstehen und bieten endlich die Dinge gesprochen an, auf die wir alle schon gewartet haben.

So lädt der Bundesverband deutscher Banken die Jugend der Welt ein, statt “Tokio Hotel” oder “Madonna” mal was richtig gutes auf den Ipod zu laden – die “Podcast-Serie ‘Die optimale Reisekasse’”. Da lässt sich dann zum Beispiel eine Minute und zwei Sekunden lang anhören, dass man ein bisschen Bargeld mit ihn den Urlaub nehmen soll, aber nicht zu viel. Denn: “Gestohlenes oder verlorenes Geld ist nun mal auf ewig weg.”

Das wäre doch auch mal ein Thema für Merkel und ihr Videoblog – per Steuern oder Abgaben einkassiertes Geld ist nun mal für den Bürger auf ewig weg.

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Massenvernichtungswaffen

In den israelischen Medien und den Blogs, die sich mit dem Thema beschäftigen, hat die Nachricht für ein großes Echo gesorgt (etwa hier, hier, hier, hier oder hier):

Die Jerusalem Post berichtet, dass die Al-Aksa-Brigaden nach eigenen Angaben chemische und biologische Kampfstoffe entwickelt hätten. Einem Flugblatt zufolge soll dies das Ergebnis drei Jahre langer Entwicklung gewesen sein. Auch Ynet berichter darüber. Continue reading

13 Prozent – viel oder wenig?

Haitham Sabbah hat in seinem Blog auf eine aktuelle Studie zum Verhältnis von Muslimen und der westlichen Welt hin. Das Original mit der Langfassung ist hier zu finden. In der Studie werden gezielt auch die Stimmungen in vier europäischen Ländern – Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien – aufgeführt.

Demnach glauben 70 Prozent aller Deutschen, aber nur 60 Prozent aller Muslime in Deutschland, dass das Verhältnis zwischen der westlichen Welt und den Muslimen “grundsätzlich schlecht” ist. 80 Prozent der Deutschen sagen, Muslime sind nicht respektvoll zu Frauen. Umgekehrt sagen das nur 22 Prozent der Muslime im Land von den Deutschen und der übrigen westlichen Welt.

Interessant sind große Unterschiede in der Meinung zwischen den europäischen Ländern. So sagen 70 Prozent der Deutschen, es gebe einen Konflikt, gläubiger Muslim zu sein und in einer westlichen Gesellschaft zu leben. In Großbritannien sagen das nur 54 Prozent, in Frankreich gar nur 26 Prozent. Die, die es direkt betrifft, sehen das ohnehin anders: nur 36 Prozent der Muslime in Deutschland sehen in der Kombination ein Problem.

Der Report birgt noch eine Reihe weiterer interessanter Daten. An dieser Stelle nur noch zwei Dinge:

  • 44 Prozent der Muslime glauben nicht, dass “Araber die Anschläge vom 11. September 2001 ausgeführt haben” (so die Fragestellung).
  • Und immerhin 13 Prozent haben oft/manchmal oder selten Verständnis für Selbstmordanschläge auf Zivilisten. Das ist zwar deutlich weniger als in Frankreich (35 Prozent!), Spanien (25 Prozent) und Großbritannien (24 Prozent), aber doch noch eine ganze Menge.

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Flaggen-Nachtrag

Flaggenparade

Nach der Aufregung um den Spieler aus Ghana, der nach einem Sieg im Vorrundenspiel die israelische Fahne geschwenkt hatte (siehe hier und hier) hing während der Partie Ukraine-Tunesien am Freitag im Olympiastadion diese palästinensische Fahne die ganze Zeit friedlich im Stadioninneren.

Niemand hat sich aufgeregt, niemand beschwert und niemand hat sich für irgendetwas entschuldigt. Und das, obwohl bei der WM ebenso wenig eine Mannschaft mitspielt, die diese Fahne hissen könnte, wie es mit der israelischen Fahne der Fall war. Das muss einem nicht unbedingt etwas sagen – kann aber.

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Weder Ukraine noch Tunesien…

Die Mannschaften

…hätten es eigentlich verdient, ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft einzuziehen. Zumindest nach der Vorstellung, die beide Mannschaften am Freitag in ihrem letzten Gruppenspiel geboten haben. Aber es war ja klar, wenn wir schon ein Spiel der WM live sehen würden, dann musste es ja eine Gurkenveranstaltung werden. Dabei hätte Tunesien sich mit einem Sieg noch qualifizieren können, aber daran geglaubt haben wohl nur die tunesischen Fans, die schon in der U-Bahn bei der Anreise eine Super-Stimmung verbreitet haben. Continue reading

McDonald’s Patriotismus

Die Jungle World hat etliche mehr oder weniger Prominente zum Thema “Schwarz-Rot-Was? Was ist von den allgegenwärtigen deutschen Fahnen zu halten?” befragt.

Frierdrich Küppersbusch:

Überhaupt kommt mir das Land etwas infantil vor, wie Kinder aus strengem Hause, die jahrelang nicht zu McDonald’s durften und jetzt, wo sie es dürfen, sich sofort überfressen.

Danke dafür.

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