Das Jobwunder

Endlich, nachdem die alte rot-grüne und die neue schwarz-rote Bundesregierung alles in ihrer Macht stehende getan haben, ist es fast da, das Jobwunder. Ein paar klitzekleine Millionen sind noch ohne Arbeit, aber es werden täglich weniger.

Unser Nicht-Mehr-Arbeitsloser des Tages:

Ex-Bundesinnennminister Otto Schily von den Spezialdemokraten

Nach dem Ex-Kanzler, der eine Pipeline hat bauen lassen, die er nun künftig selbst mit verwalten soll, kommt nun Otto, der die innere Sicherheit aufgerüstet hat – und wird Aufsichtsrat in einer Sicherheitsfirma. Genauer: Er wird berufen, in den Aufsichtsrat der Firma Biometric Systems AG. Das Unternehmen, so berichten die Nachrichtenagenturen, “entwickelt und vertreibt auf der Iris-Erkennung basierende Software, wie sie unter anderem bei der biometrischen Grenzkontrolle am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen verwendet wird”.

Na, das ist doch mal eine schöne Aufgabe – und schön, wenn auch noch Leute über 50 in diesem Land einen neuen Job finden können, der sie fordert – naja, wie soll man sagen, nachdem sie selbst ein bisschen “gefördert” haben. Denn, so schreibt die Nachrichtenagentur AFP:

Während der Amtszeit des heute 74-jährigen Schilys wurde in Deutschland der Reisepass mit biometrischen Merkmalen eingeführt.

Schau schau, wer verkauft da was?

“Eine Hand wäschst die andere” schreibt keiner. Wird wohl einen Grund haben.

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Kindergartenpartei

In Berlin tobt ja, wie bereits kürzlich beschrieben, der Wahlkampf. Die SPD hat wie die anderen Parteien viele schöne große Plakatwände aufgestellt, deren Motive von vielen teuren Werbestrategen entworfen worden sind. Eines soll zeigen, wie toll innovativ die Berliner (dank der regierenden SPD, natürlich) sind. Es sieht so aus:

Eigentlich doch nicht schlecht, oder?

Dumm nur, dass heute die Nachrichtenagentur DDP getickert hat, dass dieses Zeug, was wir da sehen, mitnichten so richtig was mit Innovation zu tun hat:

Tatsächlich handelt es sich bei der Konstruktion um einen bei vielen Kindern beliebten Bausatz. Der erste Baukasten der Marke Fischertechnik ist bereits vor 40 Jahren auf den Markt gekommen. (…) Auf dem Foto sei ein Modell aus dem Baukasten “3 D Industry Robots” zu sehen, sagte Beate Rzadtki, Sprecherin der Fischerwerke Artur Fischer, am Mittwoch der Nachrichtenagentur ddp.

Und mit Berlin ist damit ja wohl auch Essig, die Firma kommt aus Baden-Württemberg.

Aber, mal ehrlich, was soll man von Spezialdemokrat/inn/en halten, denen zum Thema “Gastfreundlichkeit” für Berlin ausgerechnet ein in seine Lektüre vertiefter Taxifahrer einfällt, den nun wirklich gar nie- und nimmer niemand ansprechen möchte, weil’s dann ‘ne ordentliche Berliner Schnauze setzt.

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Große Projekte

In Brandenburg gibt es eine Reihe bundesweit beachteter Großprojekte, die sich – nun ja -anders entwickelt haben, als geplant. Zum Beispiel der Lausitzring, der natürlich Eurospeedway Lausitz, und darauf Wert legt, aber der dennoch von der Formel 1 umfahren wird. Oder die Chipfabrik in Frankfurt (Oder), von der immerhin ein hübscher Rohbau steht.

Und da ist noch eine riesige Luftschiffhalle, in der aber jetzt keine Giganten der Lüfte gebaut werden, sondern Menschen baden dürfen. Ein Tropenparadies, ein Freizeitpark, ein Erlebnisbad eben. Darüber mag man sich lustig machen, aber immerhin hat der malaysische Investor Tanjong etwas mit der Halle angefangen. Na gut, anders als versprochen sollen jetzt doch 17 Millionen Euro Steuergelder den Umbau der Badehalle mitfinanzieren, aber dafür werden ja fünf Jahre lang 501 Jobs garantiert. Das macht ja nur 6800 Euro pro Arbeitsplatz.

Allerdings sind die Chefs bei Tanjong offenbar etwas unzufrieden mit der Performance:

However, operating profit for the year ended January 31, 2006 was at RM557 million, lower by RM51 million or 8% compared to RM608 million last year. The reduction in operating profit was attributable to increased expenses from the scheduled major maintenance of the Group’s Malaysian power plants, expenses incurred in bidding for international power businesses and start-up losses from Tropical Islands.(…)

Commenting on the results of Tropical Islands, Mr Cheim said, “The Tropical Islands project has not performed to expectations, particularly in terms of attendance and revenue. However, we continue to make the requisite investments to develop new product offerings and expect an improvement in the operations and performance of Tropical Islands over the next two years.”

Insofern wird es spannend werden, was Mr. Cheim am 31. Januar 2008 sagen wird. Bis dahin kann man aber für 199 Euro eine Jahresmitgliedschaft bei Tropical Islands kaufen oder sich für 219 Euro als Maharradscha fühlen. Da freut sich der Tanjong-Aktionär.

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Bestechungsversuch


Bestechungsversuch

Kaum hatte ich der taz [eine Mail geschrieben, dass ich mein Abo kündige](http://www.streim.de/2006/08/03/tschuss-taz/), war das in der Post. Seltsam. Ein Bestechungsversuch?

Oder eine ganz perfide neue Form von Guerilla-Abomarketing? Für jede Abbestellung gibt’s ein Präsent. Das hat vor der taz noch nie jemand versucht – und es wäre mal eine ganz neue Form von Abokampagne.

Und – bevor jemand fragt – das Buch behalte ich natürlich. Kann man mal verschenken. Oder so.

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Ja ist denn schon Weihnachten?

Noch nicht, aber es sind trotzdem nur noch vier Monate und 21 Tage. Und deshalb hat due Deutsche Post World Net gestern die Redaktionen dieser Welt mit der Nachricht beglückt, dass auch in diesem Jahr der Weihnachtsmann per Brief zu erreichen ist. Und zwar mit der Adresse

Weihnachtsmann
Weihnachtspostfiliale
16798 Himmelpfort

Ja, sind die denn noch bei Trost? Wer schreibt denn jetzt schon Wunschzettel, so aus dem Strandbad oder vom Mittelmeer aus?

Aber, hoppla, was vermeldet die Post da:

1000 Wunschzettel sind schon in Himmelpfort eingetroffen

Diese Gören werden auch immer gieriger.

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