Hatschi! Gesundheit.

Die ersten Folgen der Gesundheitsreform, die doch noch gar nicht verabschiedet ist. Oder wie sonst lässt sich diese Mail des Gemeinsamen Bundesausschusses deuten, die heute in das Redaktionsmailfach trudelte:

Von: News-Server G-BA [mailto:noreply@g-ba.de]

Gesendet: Montag, 16. Oktober 2006 09:15

An: wirtschaft@mazonline.de

Betreff: hsrhjrtu

Die PP jsdfljs

“Titel”

kann abgerufen werden:

URL

Mit freundlich

—————————————-

GEMEINSAMER BUNDESAUSSCHUSS

Liebe Degussa,

wir, als kleine regionale Wirtschaftsredaktion, wollen uns natürlich nicht in die Marketing- oder Sonstwasstrategie eines Weltkonzerns einmischen. Aber kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es tierisch nervt, wenn das von Dir beauftragtes Meinungsforschungsinsitut XXXcontrol in den vergangenen Tagen so sechs bis acht mal bei uns angerufen hat, um mit uns eine Wissenspiel-Befragung zum Thema “Spezialchemie” durchzuführen?

Einmal hätten wir ja sogar mitgemacht, aber leider hat die Dame am anderen Ende der Leitung auf die Frage, wie lange das denn dauern würde, ein bisschen gemogelt. Und so nach einer Viertelstunde ist meiner Kollegin dann der Geduldsfaden gerissen.

Wir fragen uns jetzt nur: Wem nützt diese Befragung eigentlich, wenn in anderen Redaktionen vielleicht wirklich gleich zehn mal geantwortet wurde? Oder wurde in großen Häusern, etwa bei der FAZ, vielleicht gleich 50 mal angerufen? Und ist die Auswertungstechnologie fortgeschrittener als die Techniken zur Pflege einer vernünftigen Kontaktdatenbank?

Fragen über Fragen. Aber, liebe Degussa, tu uns bitte den Gefallen und ruf’ nicht an, um sie uns zu beantworten. Es war eher rhetorisch gemeint.

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Bitte lächeln!

Das Bildblog hat sich schon häufiger – zu Recht – über die “Bild”-Leserreporter-Aktion mokiert. Jetzt soll zurückgeschlagen werden, mit einem Aufruf: “Fotografiert Kai Diekmann!”

Schließlich ist Kai Diekmann Chefredakteur der “Bild”-Zeitung. Unter seiner Verantwortung ruft seit einiger Zeit auch “Bild” die Leser dazu auf, Fotos zu machen: von Unfällen, Naturereignissen und Beamten, vor allem aber von Prominenten und Nicht-Prominenten in kompromittierenden oder privaten Situationen. (…)

Deshalb unser Aufruf: Werdet BILD-Chef-Reporter, fotografiert Kai Diekmann – egal, ob am Nebentisch oder auf der anderen Straßenseite. Sagt’s Euren Freunden und Bekannten weiter (insbesondere denen, die auch Freunde und Bekannte von Kai Diekmann sind oder Freunde und Bekannte von Kai Diekmann kennen), schickt die Schnappschüsse an 4141@BILDblog.de21* – und denkt bitte immer daran: Die Arbeit von Rettungsdiensten oder Polizei darf nicht behindert werden.

Ein bisschen stolz scheint man bei “Bildblog” schon auf die Welle zu sein, die man da, zumindest in der Blog-Welt, losgetreten hat. Gleich zwei Beiträge sammeln bislang die zustimmenden und ablehnenden Reaktionen. Bei Medienrauschen gibt es sogar ein Pro und Contra. Und das sind nur die direkten Beiträge, in den Kommentarrubriken geht der Streit heftig weiter, etwa hier bei “Rebellen ohne Markt.

Dabei liegen die Meinungen so zwischen “geschieht dem Kerl doch Recht” über “da wird der Bild der Spiegel vorgehalten” und “als Witz nicht schlecht, aber in echt?” bis zu “man darf sich nicht auf das selbe Niveau begeben, wenn man die Menschen aufklären will”.

Mich stört an der Aktion vor allem: Wenn ich für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen wie dem Persönlichkeitsrecht in der “Bild”-Zeitung bin, dann kann ich es nicht für eigene Aktionen ausschalten (wollen). Zudem wird so getan – “Bildblog”: Jetzt wird zurück fotografiert! – als ob nun Waffengleichheit herrsche. Das ist natürlich Unsinn. Die 08/15-Paparazzi-Opfer der “Bild” werden auch künftig vorgeführt und können, mit viel Aufwand, die Weiterverbreitung ihrer Fotos durchsetzen und ein paar Euro kassieren; das tut “Bild” nicht weh. Bei den Diekmann-Fotos wäre die Sache genau andersherum: Herr Diekmann würde die Weiterverbreitung verhindern und ein paar Euro bei dem Fotografen einkassieren; das tut dem vermutlich ganz schön weh.

Nehmen wir’s daher einfach nur als “Bildblog”-Werbekampagne, ein Schrei nach Liebe, sozusagen. Und der hat ja funktioniert.

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Genasenringt

Boah, Ärzte- und Krankenkassenverbände sind mächtig sauer. Da macht die Bundesregierung ein ohnehin total bescheuertes Gesetz, so der Tenor – wobei die Kritik vom “Gesundheitssozialismus” reicht, der jetzt eingeführt werde, bis zur Aufhäufelung, dass die Privatversicherungen ja total ungeschoren davon kommen und nur der kleine Mann bzw. die kleine Frau zahlen. Und jetzt soll man den 542-seitigen Entwurf auch noch übers Wochenende lesen um am Montag eine Meinung in einer Anhörung zu äußern. Wissen die eigentlich in der Bundesregierung was so Sonntagszuschläge kosten? Und dass man sowas beim Personalrat mal mindestens vier Wochen vorher anmelden muss? Oder so. Und außerdem ist man ohnehin aufgebracht, dass die eigenen klugen Vorschläge (vor allem: Ulla Schmidt muss weg) bislang nicht gehört worden sind.

Und so sagt der Chef des Ärzteverbandes Hartmannbund:

„Wir lassen uns nicht von denen, die uns monatelang nicht um Rat gefragt haben, nun am Nasenring durch die Manege führen.“

Und zumindest das ist eine weise Entscheidung, steht doch im Referentenentwurf für die Gesundheitsreform im §52, dass künftig die Krankenkassen die Versicherten zur Kasse bitten sollen, wenn diese die Krankheit selbst verursacht haben – etwa durch ein (Nasen)Piercing.

Ganz am Rande: Warum ist der Referentenentwurf, der und www.die-gesundheitsreform.de als PDF im Netz steht, eigentlich passwortgeschützt und verbietet, Text zu kopieren und anderswo einzufügen? Aber mit der Technik-Kompetenz im Gesundheitsministerium ist’s ja nicht so weit her.

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Das Jahr ist praktisch vorbei

Heute war der erste Kalender 2007 eines Energieversorgers in der Post. Es ist gerade Mitte Oktober – aber jetzt weiß man, dass das Jahr langsam zuende geht. Und bald füllt sich das Postfach auch wieder mit den vielen, vielen Weihnachtskarten unbekannter Pressestellen und dann kommen ähnlich viele Wünsche für einen guten Jahreswechsel. Und wer von uns abends in der Redaktion Spätdienst hat und für die Post verantwortlich ist, kann sich auf eine Menge zusätzlicher Arbeit einstellen.

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Verdienter Friedensnobelpreis

Bei der Verleihung der diesjährigen “schändlichen Nobelpreise” ist eine Erfindung geehrt wurde, die ich sofort für U- und S-Bahn in Berlin haben will:

Howard Stapleton aus Wales wiederum hat ein Abwehrgerät gegen Jugendliche entwickelt: Das “elektromagnetische Teenager-Schutzmittel” gibt einen nervenden Ton von sich, dessen Frequenz so hoch ist, das nur die Ohren Jugendlicher, nicht aber die von Erwachsenen ihn hören können. Das brachte Stapleton den Friedens-Ig-Nobel-Preis ein.

Bitte, wann gibt’s das bei Conrad-Elektronik zu kaufen?

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