Billigfliegereien

Für einen Cent nach irgendwo, für 9,99 Euro ganzwoandershin (und nur im Kleingedruckten kommen meist noch Steuern und Gebühren hinzu). So funktioniert die Billigfliegerei. Nur Amateure – wie ich – wundern sich vielleicht, dass man bei Ryanair für ein aufgegebenes Gepäckstück extra bezahlen muss. Wer verreist auch schon mit Koffern? Noch dazu, wo man nicht mal mehr eine Zahnpastatube mit ins Handgepäck nehmen darf?

Jetzt hat mir Easyjet eine Email geschickt und mir angeboten, gegen eine kleine Sondergebühr bei der Buchung künftig immer als einer der ersten in den Flieger einsteigen zu dürfen:

Speedy Boarding ist ein neuer Service von easyJet, der Ihnen garantiert, unter den ersten zu sein, die zum Boarding aufgerufen werden, ganz egal, wann Sie eingecheckt haben. Für eine kleine, im Voraus zu entrichtende Zusatzgebühr von €3.75, €7.50 oder €11.25 je nach Flugstrecke und Einsteigemodalitäten an den einzelnen Flughäfen* können Sie die Option Speedy Boarding anlässlich Ihrer Flugbuchung auf easyJet.com hinzufügen.

Hmmm, je nach dem also so ungefähr nochmal der Ticketpreis, damit man sich einen hübschen Platz an Bord aussuchen darf? Mal ehrlich, das wären doch noch massenhaft Anregungen für die Deutsche Bahn (Fahrkarten für Gepäckstücke, Einstiegszeiten-Zusatzgebühren oder Als-Erster-Aussteigen-Dürfen-Prämienzahlungen). Aber, holla, selbst bei Easyjet hat das noch einen Haken:

*Wo die Passagiere mit dem Bus zum Flugzeug gebracht werden, können wir nicht garantieren, dass die Speedy Boarding Passagiere den Bus auch als erste verlassen. Der Preis, den Sie für die Option Speedy Boarding bezahlen, richtet sich nach der Häufigkeit, mit der Busse auf einer Strecke eingesetzt werden.

Oder anders gesagt: Ob Sie für Ihr Geld auch eine Leistung erhalten, das können wir nicht garantieren. Ryanair verkauft an Bord Rubbellose, um seine Kasse aufzubessern, Easyjet spielt Einstiegslotterie.

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Die größten Kritiker der Elche…

…werden selber welche. Wie war das? YouTube und sein Klon MyVideo als Fernsehkiller? Als die Totengräber der bewegten Bilder per Antenne und Kabel? Gähn. Umgekehrt wird ein Schuh draus. “Sat 1″ bringt jetzt die Clips ins Fernsehen, wie Thomas Knüwer schreibt. TV 2.0 heißt das dann wohl.

Gibt’s eigentlich schon Zeitungen, die Blogs abdrucken? Oder MySpace auf Papier, das wäre doch auch was.

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Endlich vereint

Eine schöne Pressemitteilung, die heute über den Ticker ging:

Frankfurt/Main (ots) – Ostdeutsche schenken mehr Wäsche als ihre Nachbarn in den neuen Bundesländern, dies geht aus der Studie “Wie der Mensch zur Wäsche kommt” der wöchentlich in Frankfurt erscheinenden Fachzeitschrift TextilWirtschaft (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main) hervor.

Die neuen Bundesländer? Das sind doch Bayern, Nordrhein-Westfalen und so. Oder war Osten da, wo die Sonne untergeht? Ist ja alles auch nicht einfach, für so einen Textilwirt.

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Vermarktungskette

Das Internet wird von vielen Zeitungsjournalisten ja immer noch skeptisch beäugt. Selbst wenn Springer jetzt ganz auf Online setzt, anderswo herrscht weiter die Frage vor, warum man Menschen etwas kostenlos anbieten soll, wofür andere Geld bezahlen (müssen). Wo bleibt das Geschäftsmodell – wenn die Onlinewerbung noch längst nicht genug einbringt, heißt die nicht völlig unberechtigte Frage.

Einen Erklärungsansatz bietet vielleicht dieser Artikel bei BuzzMachine. Demnach hat der US-Fernsehsender CBS 300 Videoclips von Sendungen bei YouTube hochgeladen und damit nicht nur viele, viele Klicks erzielt. Gleichzeitig gingen demnach auch die Einschaltquoten der Shows, die so via Web promoted wurden, deutlich nach oben.

Bleibt jetzt nur die Frage: Wie dieses Idee auf Print übertragen?

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Blick in die Kristallkugel

Die Nachrichtenagentur dpa erfreut heute mit einem kurzen Text über ein Gespräch mit dem

US-Zukunftsforschers Dennis Meadows,

der bei den Kollegen in Hamburg vorbei geschaut hat. So ein Zukunftsforscher hat natürlich ein recht weites Feld zu beackern, schwieriger Job. Aber jeder Zukunftsforscher weiß natürlich, was erwartet wird, im harten Geschäft des Schlagzeilen-und-auf-sich-aufmerksam-Machens. Deshalb mal Meadows ein bisserl schwarz und warnt

Benzin wird es in 20 Jahren in Deutschland nur noch auf Bezugsschein geben.

Nicht besonders originell, aber immerhin eine Prognose. Mir kommt dabei nur leider immer Bill Gates in den Sinn. Vor 25 Jahren sagte er den denkwürdigen Satz

“640kB ought to be enough for anybody”

auf deutsch: “640 KByte (Speicher) sollten eigentlich genug für jeden sein”. Das neue Windows Vista sollte man mit weniger als 1 GB Ram (das sind 1048576 KByte) allerdings gar nicht versuchen, zum ordentlichen Arbeiten zu bringen. Aber wer weiß, vielleicht gibt’s 2025 ja Ram auch nur noch auf Bezugsschein.

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Stechuhr

Heute war “Tacheles” in der Post, die Publikation der DBB Tarifunion. Spannende Überschriften im Innenteil wie “Tarifsicherheit hergestellt!” und “Einigung auf Eckpunkte” reizen dabei nicht wirklich zum Lesen. Schön finde ich dagegen die detaillierte Tabelle auf Seite 6 – unter der ebenfalls nicht gerade Boulevard-verdächtigen Titelzeile “Inhalte des TV-L”.

Diese führt die nun unterschiedlichen Arbeitszeiten in den Bundesländern auf, die variieren, weil “die zum 1. Februar 2006 tatsächliche durchschnittliche Arbeitszeit in den einzelnen westlichen Bundesländern” zu Grunde gelegt wird. Und was erfahre ich nun?

In Schleswig-Holstein wird im öffentlichen Dienst nun 38 Stunden und 42 Minuten pro Woche gearbeitet. In Bremen 39 Stunden und 12 Minuten, im Saarland und Baden-Württemberg 39 Stunden udn 30 Minuten, in Niedersachsen mit 39 Stunden und 48 Minuten doch etwas weniger als in Nordrhein-Westfalen mit 39 Stunden und 50 Minuten. Und, natürlich, in Bayern muss man mit 40 Stunden und 6 Minuten am längsten malochen. Nur Rheinland-Pfalz und Hamburg fallen mit glatten 39 Stunden irgendwie aus dem Raster – vielleicht mag man dort in den Personalabteilungen aber auch einfach nicht so gerne Komma-Rechnung.

Super Sache, das. Und beim TV-L 2.0 wird dann in ein paar Jahren beschlossen, in Sekunden und Zehntelsekunden abzurechnen. Schade eigentlich, dass man beim Gehalt schon zwei Stellen hinter dem Komma aufhören muss, warum gibt die EZB eigentlich keine kleineren Geldstücke als Cent heraus?

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El Al im Visier

Ich bin wirklich gespannt, welche weiteren Details in den kommenden Tagen bekannt werden. Aber bislang ist die einzige sinnvolle Reaktion

entgeistertes Kopfschütteln

auf die Nachricht,

  • Dass in Deutschland Ermittlungen gegen eine Terrorzelle geführt werden, die offenbar ein Flugzeug der israelischen Airline “El Al” mit einer Bombe zum Absturz bringen wollten.
  • Die Verdächtigen verhaftet und verhört werden und man sie dann, nachdem ihnen gesagt wurde, dass gegen sie wegen “Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung” ermittelt wird, wieder auf freien Fuß setzt. Obwohl dafür ein Strafmaß zwischen einem Jahr und zehn Jahre möglich ist.
  • Und zur Begründung angeführt wird, dass die Anschlagspläne ja “in einem frühen Stadium” vereitelt worden seien.

Aber, gut, in Deutschland ist es ja auch eine echte Nachricht, wenn verurteilte Helfer von Mördern bis zur Verkündung des genauen Strafmaßes nicht auf freiem Fuß bleiben. . Und wenn ein Vergewaltiger auf das Gefängnisdach klettert, dann ist ja auch die größte Sorge der Polizei, dass er nicht runterspringt. Und weil das Ganze so anstregend für ihn war, wird dann ja auch der Prozess vertagt. Die deutsche Justiz ist manchmal… nun ja, schwer zu verstehen.

Immerhin konnte mein Kollege Dave Bender nach einem kleinen Tipp (fast?) als erster in Israel darüber berichten.

Update, 20.41 Uhr:

Interessant, und ein bisschen beängstigend, zwei Kommentare zu dem Thema aus den morgigen Tageszeitungen. So mahnt der “Nordbayerische Kurier”, “dieses Mal haben die Terroristen verloren, doch sie werden keine Ruhe geben. Die Saat der Gewalt wird auch durch eine Politik ausgestreut, die mit militärischer Konfrontation die Welt ordnen will. Hier muss ein Umdenken einsetzen, damit der schmutzige Terrorkrieg an seinen Wurzeln gepackt werden kann.” Und der “Tagesspiegel” meint, “für die Außenpolitik sollte der aktuelle Fall eine Mahnung sein, weiter mit aller Kraft darauf hinzuwirken, den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern einer friedlichen Lösung näher zu bringen. Um den Hass wenigstens einzudämmen.”

Daraus könnte man durchaus lesen, dass man die Anliegen der Terroristen ernst nehmen und erfüllen sollte, damit sie dann nicht mehr so hasserfüllt sind. Abgesehen davon, dass für manche Fanatiker – die dann am Ende immer noch Flugzeuge bedrohen – der Nahost-Konflikt nur mit der Auslöschung Israels zu “lösen” ist – selbst wenn es dieses “Hassobjekt” nicht mehr gäbe, glauben die Kommentatoren nicht, dass sich dann ein anderes finden würde? Schließlich reichen für manche Leute schon ein paar Kritzeleien auf Papier, um sich gedemütigt zu fühlen und voller Hass zu sein. Naiv ist das freundlichste, was mir zu den geäußerten Meinungen einfällt.

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Von Mitte bis Siemensstadt

…in Berlin, das ist die Entfernung vom Mittelmeer bis zur Westbank in Israel. Die Website “Size of Israel” bietet die Möglichkeit, Israel mit verschiedenen Großstädten in der Welt zu vergleichen. Das Ergebnis: Dieser Teil Israels, also das Land in den Grenzen vor 1967, ist winzig. Und in diesem Gebiet leben demnach 70 Prozent der Israelis.

Gefunden bei Israel At Level Ground – thanks, Dave

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Sonntag ist nicht jeder Sonntag

Die wirklich lesenswerte Seite Die Programmansager ersetzt bei mir ja schon fast die Fernsehzeitschrift. Nur für die Auskunft, wo denn vielleicht in der englischen Woche die Zusammenfassung der Bundesliga läuft brauche ich noch Alternativen.

Wenn die Programmansager heute als Tagestipp – natürlich – den “Tator” präsentieren, dann ist dagegen also eigentlich nix einzuwenden, noch dazu, weil es einer der guten Sorte (aus Münster!) ist. Doch heißt es dabei über diesen Tatort

Der kommt – wie jeden Sonntag – um 20:15 Uhr in der ARD

Liebe Ansagerinnen und Ansager, schön wär’s ja, aber (mal abgesehen von Fußball-WM oder Länderspielen) gibt’s ja durchaus noch etwas anderes, was diesem “jeden Sonntag”-Genuss im Wege steht, etwa die Seuche mit dem Namen “Polizeiruf 110″. Die, wie die ARD auch noch stolz vermerkt, läuft nämlich

sonntags, 20.15 Uhr

Nicht “jeden” Sonntag, aber viel zu oft,

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Verloren in “Lost”

Ja, ich schaue gerne die Fernsehserie “Lost”, das heißt der Videorekorder ist so programmiert, dass er die Sendung aufnimmt (wer kann schon montags um 21.15 Uhr Fernsehen schauen?). Bei der letzten Folge habe ich mich schon mal gefragt, ob die Autoren wohl alles von Anfang an geplant haben – oder ob sie, um Folge um Folge zu füllen, dann doch immer neue Personen und Handlungsstränge erfinden (müssen). Oder anders gesagt: ist ja spannend, aber irgendwann will der Zuschauer doch nicht nur Fragen, sondern auch Antworten.

Und, so ein Zufall, bei Boing Boing gibt es just jetzt einen Beitrag “Why Lost doesn’t work”, der auf einen Text von Adam Sternbergh verweist:

Sure, Lost drew massive audiences in its first two years, but in its third season, it’s losing both viewers (down a third from last year) and narrative steam (who’s in the hatch with the Others and the numbers and the—oh, forget it). And for anyone who didn’t sign on from the beginning, there’s little incentive to catch up now. Why invest hours wading through past DVDs when your co-workers are grousing that the mysteries still haven’t paid off?

There is, however, a simple solution: Change the format, or at least reimagine it. When it so-called arc shows, we need something between a mini-series and an open-ended run. We need the TV equivalent of a novella: the limited-run show.

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