Katastrophenalarm (2)

Ja ja, es mag sein, dass “Kyrill” ein schlimmer Sturm ist. Es ist zu befürchten, dass er hohe Schäden anrichtet und es sind bereits Menschen Opfer geworden. Deshalb ist es wichtig, darüber zu berichten. Aber manches, liebe Kollgen von “Spiegel Online” geht dann doch ein bisschen weit. Im Liveticker zu Kyrill steht dieser, wirklich bedeutsame Eintrag:

+++ Siegburg bislang verschont +++ [16.51] Die Stadt Siegburg ist bislang von extremen Wetterlagen verschont. Es sei “rau, aber nicht ungewöhnlich”, berichtet SPIEGEL-ONLINE -Redakteur Frank Patalong von dort. Kinder würden draußen noch mit dem Fahrrad umherfahren. Regen gebe es keinen, nur ab und zu sei es böig.

Und in Peking ist heute auch kein Sack Reis umgefallen. Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Katastrophenalarm

Deutschland ist fest im Griff von “Kyrill”. Im Radio erklärt der ADAC, dass man bei starkem Wind vorsichtig fahren soll. Sondersendungen im Fernsehen. Fast geht dabei unter, dass CSU-König Stoiber zurückgetreten ist, aber wen interessiert das heute?

Eben erschreckende Bilder bei n-tv: Ein Zirkuszelt bei Frankfurt/Main über ein paar armen Pferchen kann nur mit viel Kraft von der Feuerwehr festgehalten werden. Erschütternd! Danach ein Einspieler: Ein einsamer Regenschirm wird grausam über eine Straße gepustet. Beängstigend! Liveschaltung nach Berlin wo – dramatische Spannung – derzeit nur ein laues Lüftchen weht. Aber, hört, hört, der Sturm, er wird kommen. Bald, ganz bald.

Irgendwie war Winter mit Schnee doch besser. Da gab’s wenigstens ein ordentliches Fernsehprogramm.

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Programmhinweis

Eben auf RTL in “Stern TV”: Günter “Ich bin doch nicht die Christiansen” Jauch spricht mit Eyleen (15), die Geisel bei der “Bluttat von Tessin” war darüber, was an dem Abend passiert ist, als zwei Schüler sie fesselten, ins Nachbarhaus gingen und dort die Bewohner brutal mit Messerstichen töteten.

Nach dem Beitrag erst einmal ein Werbeblock, schließlich ist es ja (s.o.) nicht die ARD am Sonntagabend, sondern RTL unter der Woche. Und was ist der erste Werbebeitrag? Ein Programmhinweis von RTL in eigener Sache, auf die eigene neue Serie “Post mortem”. Das passt ohnehin schon gut, aber wie wird dann noch eingeblendet unter das Bild einer Hauptfigur:

Experte für Schnitt- und Stichwunden

Applaus, RTL, da hat jemand so richtig in die Scheiße gegriffen nachgedacht.

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Schule ist doof

Viele Menschen fragen sich ja, diese Große Koalition, was soll die denn eigentlich? Warum gibt’s die überhaupt? Und was machen die da immer im Parlament, in ihren Spitzengesprächen, bei ihren Klausuren?

Der Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche hat es eben auf Radio Eins erklärt:

Die Große Koalition sei eine

Lerngemeinschaft

sagte Reiche. Na prima, Experimente am lebenden Subjekt (wir). Und überhaupt wissen doch alle, dass es mit den deutschen Schulen derzeit nicht zum besten steht. Das erklärt jetzt wirklich einiges. Ich sag nur – Gesundheitsreform.

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Live von der Ölkrise

Man könnte fast schon meinen, morgen müssten die Autos bei uns stillstehen, weil die Tankstellen leer sind. Gut, durch die “Freundschafts”-Pipeline zwischen Russland und uns fließt derzeit kein Rohöl, weil die Weißrussen sauer sind auf Putin, oder so. Da ist es schon eine gute Idee vom RBB Inforadio, heute Mittag mal live zu einem Reporter vor Ort in der Raffinerie in Schwedt (Uckermark), wo das andere Ende der langen Leitung ist, zu schalten. Der sagt dann so Sätze, wie dass hier kein Öl rauskommt. Find’ ich spannend und ich fühle mich gleich gut informiert.

Aber noch mehr Krisenstimmung kommt auf, wenn man den Ticker der Nachrichtenagenturen beobachtet.

Um 16:12 Uhr tickert dpa: “(Eil ) Slowakischer Betreiber: Russisches Öl fließt wieder”. Endlich, seufzt man, und freut sich schon auf billiger Tanken. Dann aber 17:03 Uhr die Ernüchterung: “(Eil ) Weißrussland und Russland pumpen bislang kein Öl in Richtung Westen”. Ja sapperlott, was denn nun? Wahrscheinlich kam um 17:10 Uhr noch ein “(Eil)”: “Putin kratzt sich an der Nase. Weiter kein Öl.” Aber das habe ich dann wohl übersehen. Vor lauter Öl-Panik.

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Free speech against Hate speech

Die Internetseite www.iranholocaustdenial.com versucht eine Materialsammlung gegen den iranischen Versuch der Geschichtsklitterung und Holocaustleugnung aufzubauen. Anlass ist die so genannte “Holocaust-Konferenz”, die in Teheran – unter Beteiligung deutscher Nazis – stattgefunden hat. Gründe gibt es aber noch eine Menge mehr.

Die Gründe

Die Ziele nennen die Initiatoren – nach eigenen Angaben nur einige wenige Einzelpersonen, keine Organisationen – selbst:

  • To compile a permanent archive of international outrage towards the Iranian regime’s state sponsored racism; and place this site in the top ranks of all search engines.
  • To advocate genocide prevention as oppose to denial. In particular, Darfur where genocide is happening right now!
  • To advertise all online advocacy initiatives against Iranian hate propaganda.
  • To present information about the Holocaust and if volunteers are willing, to build a comprehensive directory of Holocaust sites and other relevant content.
  • To expose the regime’s political motives and terrorist links; while focusing on their harsh media censorship and state oppression .
  • To launch a campaign against one of Iran’s most vulnerable spots–their fear of free speech. This will liberate opposition voices in Iran though advocating technologies that can helps Iranians surf the Internet undetected.

Die Seitenbetreiber bitten darum, auf ihre Seite zu verlinken. Was ich eine gute Idee finde und hiermit tue:

Via: Israel at Level Ground

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Juristen sind rechts

Also zumindest die, die noch studieren. Und die, die sich bei StudiVZ eingetragen haben. Und natürlich nur, wenn sie bei der Angabe ihrer “politischen Orientierung” im Profil nicht geschummelt haben (aber warum sollten sie?). Zumindest ergibt das eine Auswertung von einer Million Nutzerprofilen des Kontakte-Netzwerks, die durch Sicherheitsmängel in der Software erhoben wurden und nun frei im Netz herumliegen.

Die Grafik

Verteilung

ist auf jeden Fall schon recht aufschlussreich.

Via: Medienrauschen

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Feuerpause, reloaded

Als ob es die israelische Botschaft bzw. die israelische Regierung geahnt hätte. Hieß es doch jüngst im Newsletter der Botschaft, dass seit der Feuerpause am 25. November mehr als 60 Qassam-Raketen auf Israel niedergegangen seien, dies aber in Europa nicht wahrgenommen wird. Und dann hieß es weiter:

8. Falls und sobald der Moment kommt, in dem Israel zu einer Reaktion gezwungen ist, könnten wir uns in einer Situation wieder finden, in der Israel als Angreifer dargestellt wird, da kaum einer von den andauernden palästinensischen Angriffen gehört hat.

Heute beweist die “Berliner Zeitung”, dass sie genau soweit, wie hier geschrieben, denken kann, aber keinen Milimeter weiter. Und dass Martina Doering, die den Kommentar schreiben durfte entweder noch nie was von dem Raketenbeschuss gehört hat – oder eben gar nicht hören will. Aber sie schreibt:

Im israelisch-palästinensischen Kernkonflikt wird derweil unverdrossen an zwei Fronten gekämpft. Angeblich auf der Jagd nach Terroristen, fahren israelische Panzer kurzerhand in die Fußgängerzone von Ramallah und stürmen Soldaten dort durch die Straßen, auf der dann fünf Tote liegen bleiben. Man kann gewiss sein, dass islamische Radikale schon wieder Raketen in Stellung bringen.

Die Abfolge ist hier klar: Israel führt eine Militäraktion durch, deshalb bringen “islamische Radikale” (sic!) – anderswo nennt man sowas Terrorismus – Raketen in Stellung. Die Realität ist nur: Seit sechs Wochen fallen regelmäßig Raketen auf Israel, deshalb interveniert das Militär. Ein kleiner und nicht mal feiner Unterschied.

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Neujahrsgrüße

Gestern war ganz unerwartet eine Ansichtskarte in der Post.

Nanu, eigentlich ist gerade niemand, den wir kennen, in Israel. Stimmt auch. Und auch wieder nicht. Denn die Postkarte ist vom Ein Gedi Kibbutz, der uns zum “Neuen Jahr” gratuliert.

Der Kibbutz ist sicher der schönste Ort weit und breit in der Nähe des Toten Meeres. Landschaftlich wunderschön gelegen, unerwartet grün, in dieser kargen Umgebung, und voller netter Leute. Besonders zu empfehlen für die Übernachtung: der “Romantic Room” (den es aber nur auf der englischsprachigen Seite zu finden gibt):

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Schrumpfkur

“Deutschland schrumpft weiter”.

Das hat die Radiosprecherin heute kurz vor 13 Uhr auf Radio Eins gesagt, als sie die Schlagzeilen der folgenden Nachrichten ankündigte. Ich habe mich schon erschrocken. Leider konnte ich die Komplett-News dann nicht mehr hören. Und seitdem grübele ich: Sollte ich lieber noch schnell ein paar Hektar Deutschland kaufen, bevor es weg ist? Aber ist ein schrumpfendes Deutschland überhaupt gut für Grundbesitzer – oder nicht doch schlecht?

Weil wenn Deutschland immer kleiner wird, dann wird natürlich Grund und Boden immer wertvoller. Ist ja immer weniger da davon. Also ganz simples “Angebot und Nachfrage”-Denken.

Aber auf der anderen Seite: Wenn Deutschland immer kleiner wird, dann wird ja auch der Grund und Boden immer weniger. Und der gehört ja schon jemanden. Wer also vor einem Jahr irgendwo 10.000 Quadratmeter Fläche hatte, der hat jetzt, im schrumpfenden Deutschland, vielleicht nur noch 9.992 Quadratmeter. Und damit wäre sein Besitz ja vermutlich irgendwie auch weniger wert.

So richtig komme ich mit meiner Entscheidung also nicht weiter.

Aber irgendwie, so hat mir Google News verraten, geht es ja gar nicht um die Fläche, sondern um die Bevölkerungsanzahl. Wobei die doch eher abnimmt als schrumpft. Nach Weihnachten nehme ich mir ja schließlich auch nicht vor zu schrumpfen, sondern abzunehmen.

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