Am gestrigen Mittwoch, den 28. März 2007, hat die Kölner Journalistenschule in der Domstadt den „1. Tag des Wirtschaftsjournalismus“ veranstaltet. Geschätzte 200 Teilnehmer und durchaus prominente Referenten und Podiumsdiskussionsteilnehmer lassen auf den ersten Blick schon mal sagen: Eine Veranstaltung, die ihr Publikum gefunden hat. Zweite Erkenntnis: Wirtschaftsjournalismus ist zwar nicht unbedingt im Publikum, aber auf dem Podium, offenbar immer noch männlich. Die einzige Frau in einer Diskussionsrunde, Ruth Helmling, war dabei auch keine gestandene Chefredakteurin oder Verlegerin, sondern Schülerin der Journalistenschule – konnte dafür aber mit der provokantesten These des Tages aufwarten: „Schafft das Wirtschaftsressort ab.“ Dazu später mehr.

Wie der Titel der Veranstaltung „Zwischen Print und Internet: Die Zukunft des Wirtschaftsjournalismus“ schon vermuten lässt, ging es zu großen Teilen um die Frage, was mit Zeitungen und (Wirtschafts)journalisten eigentlich passiert, wenn ja jetzt, im zweiten Anlauf, das Internet wirklich alles andere verdrängt und jeder Nutzer und jede Nutzerin selbst vom Konsumenten zum Inhalts-Produzenten wird. Interessant dabei: Während am Vormittag die Stimmung war, die Zeitung ist sicher nicht und der Journalist kaum zu retten, wurden am Nachmittag die zuversichtlichen Stimmen lauter. Tenor: Das Internet ist nur ein weiterer Vertriebskanal für unsere Inhalte, der zwar Verlagsgeschäftsführer zum Grübeln bringen muss, wie sich „das Monetarisieren lässt“, aber für Journalisten eher ein zusätzliches Betätigungsfeld als eine Bedrohung ihres Jobs ist.
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