Einen interessanten Beitrag über die Arbeitsbedingungen im Journalismus gibt es bei „Werkkanon“. In erster Linie geht’s dabei um den Online-Journalismus und die Gründe für seinen schlechten Ruf, aber darin findet sich ein Absatz, der natürlich auch auf den Print-Journalismus zutrifft:

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist aber die institutionalisierte Mangelverwaltung zu einem Kennzeichen der Arbeit in Redaktionen geworden. Dem Mangel an Personal und materieller Ausstattung begegnen viele Verlage mit der Entwicklung neuer Schichtsysteme, die das Defizit ausgleichen sollen. Das führt zu Fließband-Journalismus mit allen schlimmen Begleiterscheinungen – vor allem aber geht die Identifikation mit dem journalistischen Produkt verloren.

„Fließband-Journalismus“ finde ich ein schönes Wort.

Redaktionen sind im Verlag natürlich nur Kostenstellen, wohingegen die Einnahmen in der Anzeigenabteilung und der, wenn vorhandenen, eigenen Druckerei entstehen. Zumindest steht es so schwarz auf weiß in den Jahresabschlüssen. Könnte sich aber irgendwann als falsch herausstellen, diese Sichtweise – denn schlecht oder gar nicht gegenrecherchierte „Nachrichten“ gibt’s inzwischen außerhalb von Zeitungen mehr als genug.

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