Kopfspaltereien

Es gibt Sätze, die hört man im Tagesverlauf und versteht sofort, was gemeint ist. Aber trotzdem geht einem dann dieser Satz im Kopf herum, hin und her. Und man fragt sich: Was heißt das eigentlich wirklich? Und wie geht das? “Das solltest Du Dir aus dem Kopf schlagen” ist ein solcher Satz.

Mal abgesehen davon, dass eine solche hübsche Formulierung zu benutzen statt einem schnöden “vergiss es” für jemanden aus meiner Generation (30plus) ja schon so bemerkenswert ist, dass man trotz der ja irgendwie ein bisschen negativen Konnotation einen Luftsprung der Freude ausführen wollen täte und den Sprecher mal richtig abknutschen könnte, bleibt die Formulierung irgendwie rätselhaft.

Denn: Wie vergisst man (willentlich)? Das ist schon schwer genug. Und wie schlägt man sich denn eigentlich etwas aus dem Kopf? Continue reading

Späte Einsicht

Die neue “Bild”-Werbung, die den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) bei seinem berühtem Kniefall in Warschau zeigt, hatte mich ja auch schon verwundert. 7. Dezember 1970 – da war ich erst ein paar Tage alt, meine eigene Erinnerung hilft mir also nicht, aber mir war doch so, dass ich mal gehört hatte, dass “Bild” irgendwie nicht so ganz zu den totalen Unterstützern dieser Geste und Brandts Ostpolitik zählte. Hmmm…

Willy Brandt von Bild vereinnahmt

Dankenswerterweise beantwortet heute das BILDBlog meine Fragen. Denn damals schrieb die “Bild” nach dem Kniefall:

“Und da kommt ein vermutlich aus der Kirche ausgetretener Sozialist aus dem Westen und beugt sein Knie. Das rührt das Volk. Aber rührt es auch die Opfer des Stalinismus? Sie mußten knien, weil sie einen Gewehrkolben ins Kreuz bekamen.”

Gibt es eigentlich schon ein “Bild”-Werbeplakat mit Rudi Dutschke?

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Verspätungsversprecher/n

Eben in den 20-Uhr-Nachrichten auf Radio Eins: Bahnreisende müssen in dieser Woche nicht mehr mit Verspätungen rechnen, kündigte der Sprecher an. Weil die Lokführer bis zum Sonntag nicht mehr streiken wollen.

Hab’ ich was verpasst – oder gab’s nicht früher, damals, in der Zeit vor den Streiks, auch hin und wieder oder sogar ganz schön oft Verspätungen? Einfach so, weil’s bei der Bahn eben dazu gehört?

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