Das Internet ist gelöscht…

…und möglicherweise ist das hier das Letzte, was Sie jemals im Web zu sehen bekommen. Naja, oder vielleicht doch besser Spreeblick, denn dort gibt es ein Drei-Minuten-Video von CNN, das live darüber berichtet, dass das Internet gelöscht wurde. Wie es gelöscht wurde. Von wem. Und dass die US-Regierung leider vergessen hat, ein Backup zu machen.

Tags: , ,

Who the fuck is Alice?

Ich glaube, ich bin einfach zu langsam fürs Bloggen. Im Kopf. Oder mit den Fingern. Ich weiß nicht genau. Auf jeden Fall dachte ich doch morgens noch über die Willy-Brandt-Werbung der “Bild”-Zeitung nach, da hatten andere schon lange Abhandlungen dazu ins Netz gestellt. Und auch über Alice Schwarzers Bekenntnis zu “Bild” hatte ich mich ja gewundert. Aber eben nur gewundert.

Jetzt kocht’s längst in der Blogosphere, beim BILDblog, bei Stefan Niggemeier etwa, der “Schwarzer Humor” sieht, oder bei Gregor Keuschnig, der von einem “Höhepunkt der Peinlichkeit” spricht.

Alice Schwarzer wirbt für Bild

Ich kann die Aufregung nicht so richtig verstehen. Ich fand Alice Schwarzers Positionen schon sehr häufig sehr merkwürdig und die wenigen Male, wo ich sie etwa in Talkshows im Fernsehen (kurz, vor dem Wegschalten) sah, hat sie mich genervt und es drängte sich mir der Eindruck auf: die tut alles, damit sie Beachtung findet, Anerkennung vielleicht.

Insofern finde ich den Schritt mit der Plakatwerbung für “Bild” eigentlich ganz konsequent. Sie ist jetzt da angekommen, wo sie meiner Meinung nach hingehört. Das ist zwar nicht, wie sie auf ihrer Homepage schreibt, als Frau

in so einer Runde – von Gandhi bis Willy Brandt

Da hat sie sich wohl an der Weggabelung verlaufen. Angekommen ist sie vielmehr in einer ganz anderen Runde – von Seite-Eins-Girl bis zu “Nackt-Künstler-erschlägt-seine-Mutter”-Schlagzeilen. Und da, finde ich, passt sie viel besser rein. Gandhi und Brandt spielen lieber weiter ungestört zusammen Schach.

Tags: , ,

Alt-Moabit 101, 10559 Berlin

Einen hübschen Vorschlag macht Sven Scholz in seinem Blog. Man solle sich doch beim Bundestag noch schnell ein paar gedruckte Grundgesetze bestellen, so lange es sie in dieser Form noch gibt.

Sollte ich mal Enkel haben möchte ich ihnen nämlich schwarz auf weiß beweisen können, was es hier mal gab und dass sowas überhaupt wirklich möglich ist. Die denken sonst, ich erzähle romantische Märchen und der alte Knacker verklärt die Vergangenheit ins Phantastische.

Bis zu drei Stück kann man gedruckt beim Bundestag bestellen. Und dann schlägt Sven Scholz noch vor:

das dritte schick’ ich ans Innenministerium (Bundesministerium des Innern, z.Hd. Hr. W. Schäuble, Alt-Moabit 101, 10559 Berlin), mir scheint, die haben da grad keins rumliegen.

Hmmm… wäre es nicht lustig, wenn die dort nicht nur von mir ein Exemplar bekämen, sondern von vielen anderen auch?

Ich glaub’, ich bestell jetzt auch mal…

via: Don Alphonso

Update 25.7.2007:
Mein Grundgesetz ist jetzt da und ich schicke es heute an den Bundesinnenminister raus.

Tags: , ,

Nichtbloggende Kriegsveteranen

Passend zu meinem Beitrag Blogvorurteile von gestern Abend der nette Artikel von Thomas Knüwer über die Auseinandersetzung von Journalisten mit dem “Phänomen Blog”.

Und dann war da noch Hans Hoff. Freier Journalist und früher einer meiner Lieblingsautoren. Irgendwo hatte er schon mal eine Hasstirade auf Blogger geschrieben, in der er all die falschen Vorurteile zusammentrug ohne sich die Mühe der Recherche zu machen. Oder die Last des Nachdenkens. Diesen Mistkübel öffnete er nochmals. Blogger haben kein Leben, Blogger sind dumm, die schreiben nur über ihre eigenen Eier, die haben einen Geheimkodex, die lassen keinen rein – wir kennen all das seit Jahren. Begleitet wurde es vom hämischen Gelächter der älteren Redaktionsmitglieder aus dem Hause Rommerskirchen.

Das hatte etwas von den Kriegsveteranen, die sich lustig machen über die Alliierten. Es hatte etwas sehr, sehr trauriges. Alte Männer (und Frauen) klammern sich an letzte Hoffnungen auf die Wende, auf dass ihr Lebenswerk nicht umsonst gewesen sei.

Mein Problem mit Journalisten & Blogs ist einfach die fehlende Recherche. Wenn ich eine Geschichte über möglicherweise aussterbende Bienen schreiben muss, dann weiß ich darüber erstmal eher wenig. Deshalb spreche ich mit Leuten, die sich damit auskennen. Lasse mir Sachen erklären. Fahre mal raus zu einem Imker. Halt all das, was man gemeinhin so unter “Recherche” versteht.

Offenbar glauben Journalisten, dass wenn sie über etwas sprechen, was sie und ihren eigenen Berufsstand betrifft, sie bereits alles wissen und sich jede weitere Beschäftigung mit dem Thema von vornherein verbietet. Vielleicht ist’s ja ganz getreu dem alten Motto: “Ich recherchier mir doch nicht meine gute Geschichte kaputt.”

Aber vielleicht ist es auch nur Faulheit.

Blogvorurteile

Ich hatte heute Abend das Vergnügen, bei der Dialogtour des Bundeswirtschaftsministeriums in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam dabei zu sein. Dort hielt unter anderem der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), Christoph Meinel, einen recht interessanten Vortrag über das Unternehmertum in Deutschland, das HPI und die IT-Branche.

Und dabei kam er auch auf Blogs zu sprechen – weil das HPI ein eigenes Blog im Nachgang des ersten nationalen IT-Gipfels in Potsdam betreibt. Ja, genau das Blog, über dessen Ankündigung Thomas Knüwer im Handelsblatt-Blog “Indiskretion Ehrensache” ein bisschen hergezogen ist. Meinel versuchte den rund 150 anwesenden Mittelständlern das Blog so zu erklären:

Das ist auch wieder so ein neumodisches Zeugs.

Gut, das kann man ihm ja möglicherweise noch als zielgruppenorientiert durchgehen lassen. Aber dann zu erklären, dass man damit den Gipfel nachbereite und Blogs ja sonst diese Dinger im Netz seien, wo

jemand erzählt, dass er gerade dort und dort ist und dies und das macht

das fand ich dann doch etwas dürftig.

Gerade in der IT-Branche gibt es doch sicher gute Blogs. Ansonsten empfehle ich mal einen Blick in meine Bloglines-Liste, da sind diese Ich-bin-hier-Blogs klar in der Minderheit.

Tags: , ,