Redaktionsschluss

Am Donnerstag finden die MAZ-Leser in ihrer Ausgabe immer noch ein mehrseitiges Zusatzprodukt, “MAZ-spezial”, mit Analysen, Hintergründen und Themenseiten wie Wissenschaft und Hochschule. Natürlich wollen wir auch in diesem Produkt top-aktuell sein – morgen zum Beispiel mit der Vattenfall-Story über das PR-Desaster rund um die AKW-Pannen.

Was der Leser nicht sofort sieht: Das “MAZ-spezial” muss leider schon früher gedruckt werden, nämlich am Mittwochmittag statt am Abend. Und blöd, wenn in diesem Text dann steht, dass Vattenfall-Deutschlandchef Klaus Rauscher durch das Opfer seines Atomsparten-Chefs versucht hat, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Und vorne, im Hauptteil, schreiben wir über den Rücktritt von Rauscher.

Einfach deshalb, weil Rauscher am Mittwochnachmittag um 16 Uhr abgetreten ist. Ausgerechnet. Die ungefähr acht Stunden in dieser Woche, die für unsere Planung absolut ungünstig waren, hat er sich ausgesucht. Naja, er wird auch andere Sorgen gehabt haben, als an die MAZ zu denken.

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Kommunikationsexperten

Gestern ist ja Congstar, die neue Billigmarke Zweitmarke der Deutschen Telekom an den Start gegangen. Pressekonferenz in Köln? Da können wir leider nicht hinfahren. Deshalb am frühen Nachmittag nach Studium der Pressemitteilung mal wegen zwei, drei kleiner Nachfragen (zum Beispiel: Warum kostet die Flatrate ins (Telekom-eigene) D1-Netz eigentlich mehr als ins Eplus-Netz?) die angegebene Telefonnumer der Pressestelle gewählt.

Ergebnis: Das ISDN-Telefon zeigt “ungültig” an. Hmmm… Paar Minuten warten, nochmal gewählt – selbes Ergebnis. Also mal die Durchwahl weglassen und stattdessen “0″ wählen, da wird schon jemand rangehen. Tatsächlich hebt jemand ab und eine Frauenstimme meldet sich mit Namen und irgendwas Genuscheltem, was wie Congstar klang. Im Hintergrund eine Geräuschkulisse wie abends um 23 Uhr aus der Szene-Kneipe. Geplatter, Gelächter, Gergröhle. Merkwürdig.

Nein, die Telefonnummer der Pressestelle sei schon richtig, da habe wohl jemand das Telefon umgestellt und dabei was falsch gemacht. Aha. Und außerdem sei die Pressestelle gerade nicht zu erreichen – “wir sind noch in der Nachbereitung der Pressekonferenz”. Soso, so nennt man das also. Und wäre nicht die beste Nachbereitung der Pressekonferenz die, dass die Pressestelle Fragen von Journalisten beantwortet? Aber, na gut, Congstar will jung, modern & hipp sein, so wie Fastfood, wie es im Werbeslogan heißt, da sind so merkwürdige Traditionen wohl überflüssig.

Immerhin bekomme ich die Telefonnummer ihrer PR-Agentur, die jetzt erstmal die Fragen beantwortet. “In Köln”, wie sie sagt – und mir dann die Nummer diktiert. Köln kann ich auswendig, 0221. Also wähle ich die Nummer und bekomme – ein Faxgerät ans Ohr. Ja wie jetzt? Also den Namen der PR-Agentur gegoogelt und festgestellt: Nix Köln, Düsseldorf. 0211. Da geht dann auch jemand ran und, hey, nach nur einmal verbinden bekomme ich Auskünfte für meinen Text.

Mein persönlicher erster Congstar-Eindruck: Man kommt wohl zum Ziel, aber nicht auf dem direkten Weg. Und Kommunikationsprobleme bei Kommunikationskonzernen machen mich immer gleicht stutzig.

Ach ja, die Frage mit dem Flatrate-Preis: Im D1-Netz seien drei Mal mehr Kunden als bei Eplus, sagt der nette Mann, deshalb sei es “das wertigere Netz” und man könne auch mehr Geld dafür verlangen. Jetzt muss ich demnächst mal bei McDonald’s Burger King der Fastfood-Kette meiner Wahl mal schauen, ob da auch die Burger, die am meisten gekauft werden, im Preis hochgesetzt werden. Aber muss ja wohl so sein: Fastfood – jetzt so einfach wie Telekommunikation.

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Hurra, die Maus ist tot!

Oh, das ist mir entgangen. Der Mickey-Maus-Verschnitt im Hamas-TV, der die Kinder zum Märtyrertod anleiten sollte ist nicht mehr. Aber nein, die Verantwortlichen haben nicht Einsicht gezeigt und den Schwachsinn gestoppt, sondern die Maus in der letzten Folge von einem Israeli erschlagen lassen.

Und es gibt auch schon Ersatz – die Hamas-Biene Nahool. Also keine flotte Biene, das würde eher nicht passen, sondern eine Dschihad-Biene:

Hostess Saraa’: “Who are you? And where did you come from?”

Nahool: “I am Nahool [the bee], Farfur’s cousin.”

Saraa’: “And what do you want?”

Nahool: “I want to continue the path of Farfur, the path of “Islam is the solution”. The path of heroism, the path of martyrdom, the path of the Jihad warriors. Me and my friends shall continue the path of Farfur. And in his name we shall take revenge upon the enemies of Allah, the murderers of the prophets [i.e. the Jews], the murderers of innocent children, until Al-Aqsa will be liberated from their filth.”

Saraa’: “Welcome! Welcome Nahool.”

Ich bin mir angesichts solcher Berichte über rätselhaftes Bienensterben jetzt nur nicht mehr ganz sicher, ob die armen Tierchen nicht Suizid und Verschwinden der Islamisierung vorziehen. Wäre zumindest auch eine plausible Erklärung.

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That made my day

Heute morgen auf Radio Eins: der von mir ohnehin wegen seiner Bitterboshaftigkeit geschätzte Dietmar Wischmeyer mit einem Beitrag über das Web 2.0:

Ich warte auf den Augenblick, da wir auch an der Fleischtheke nur noch “user generated content” angeboten wird, sprich: Kundenkotze in Portionsschälchen. Nichts anderes offeriert das Web 2.0 und gilt trotzdem als kulturelle Offenbarung, die unser aller Leben verändern wird…

Und bevor jetzt jemand aufheult: Auch die “old media” Tageszeitung und ihre Leserbriefschreiber bekommen genug (ungerechtfertigte, aber wunderbar anzuhörende) Häme ab.

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Goldene Zukunft

Der Journalismus hat auch und gerade in Zeiten des Internet eine goldene Zukunft. Das glaubt zumindest Mark Glaser in seinem Blog Mediashift, wo er gerade 10 Gründe warum Journalismus eine tolle Zukunft hat” veröffentlicht hat. (via: Onlinejournalismus.de)

Ob’s stimmt? Ich kann ja auf diese Seite mal in zwei, drei Jahren zurücksurfen und schauen, was draus geworden ist. Aber zunächst mal Mark Glasers Liste, recht frei von mir zusammengefasst und eingedeutscht. Meine Kommentare dazu habe ich kursiv dazu gesetzt:

  1. Weltweit mehr Zugang zum Journalismus: Wir können über das Internet lokale Zeitungen von jedem Ort dieser Welt lesen und uns von dort ein Bild verschaffen. Zwar gibt es noch keine Idee, wie man für diese Zielgruppe Werbung verkaufen kann, aber das muss ja nicht heißen, dass es so bleibt.

    Zusätzliche Leser sind für die traditionellen Zeitungen, die ihre Journalisten für die Geschichten, die online stehen, bezahlen müssen, sicher eher eine Bereicherung. Problematisch wird es aber, wenn das Stammpublikum ebenfalls lieber nur noch online liest und das gedruckte Papier aufgibt.

  2. Zusammenfassung und Personalisierung macht den Leser glücklich: Wir können dann Google News und RSS-Feeds alle Nachrichtenquellen, die uns interessieren, auf einer zentralen Seite zusammenfassen und so schnell lesen. Die meisten großen Zeitungen sammeln bereits auf ihren Websites Informationen anderer Anbieter zusammen, damit die Leser so personalisierte Ansichten “ihrer” Zeitung bekommen. Das ist ein offener Ansatz, Journalismus zu betreiben, als immer zu behaupten: “Wir haben alle Antworten selbst hier.”

    Auf jeden Fall sehr sinnvoll. Medien sollten grundsätzlich mehr mit Hinweisen auf Zusatzmaterial im Netz arbeiten; sei es auf die Primärquellen, sei es auf gute Informationen von Dritter Seite. Schon heute schreiben Zeitungen in ihrer Druckausgabe ja auch “wie die ABC Zeitung berichtete”. Da kann man auch einen Link dahin setzen, wo eine gute Info herkommt.

  3. Digitalisierung bietet mehr Möglichkeiten, die Leute zu erreichen: Früher konnte man die Zeitung nur gedruckt haben, heute geht es gedruckt, im Internet online, als Email-Newsletter, auf das eigene Handy und auf viele andere Arten. Journalismus ist unabhängig von Beschränkungen durch das Format geworden.

    Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Aufbereitung für zusätzliche Formate auch zusätzliche Arbeit verursacht – die von irgendwem bezahlt werden muss. Als professioneller Journalist geht mir die Zeit, die ich mit der Umarbeitung einer Nachricht für ein neues Medium verbrauche, von der Zeit ab, die ich an neuen Geschichten arbeiten kann. Die Frage auch hier: Wie soll die Finanzierung funktionieren?

  4. Es gibt mehr Korrektoren als je zuvor in der Geschichte des Journalismus: Blogger und freie Geister im Internet kontrollieren die Berichterstattung der Medien. Sie decken faule Reportagen, Plagiate und falsche Quellenangaben auf – und das ist gut für Journalisten und die Öffentlichkeit.

    Auch wenn es keinen Spaß macht, auf Fehler hingewiesen zu werden: Eine gute Sache.

  5. Gemeinsame Recherchen von professionellen Journalisten und Amateuren werden möglich: Mark Glaser zählt eine Reihe Beispiele auf, wo US-Medien zusammen mit ihren Lesern und anderen Geschichten recherchiert haben, zum Beispiel welcher Kongressabgeordnete seine Geliebte beschäftigt.

    Wenn man ehrlich ist: Nicht wirklich neu, eher eine Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten. In vielen unserer Lokalausgaben gibt es zum Beispiel “Sorgentelefone”, wo Leser anrufen und von ihren Problemen berichten können; seien es Müllecken im Ort oder Verschwendung bei der Stadtverwaltung. Diesen Geschichten wird dann nachgegangen. Und auf solche Geschichten kommen dann wieder Reaktionen von Lesern, in Form von Anrufen oder Briefen. Das Internet mag das sicherlich Beschleunigen.

  6. Mehr Stimmen werden gehört: Früher musste man, um eine Meinung zu äußern oder eine Geschichte zu erzählen, bei einem Mainstream-Medium arbeiten. Dank Bloggern und Online-Journalisten beeinflussen solche Außenstehende und Experten inzwischen viel stärker die Agenda der Medien. Dadurch gibt es mehr unterschiedliche Sichtweisen – und das Agenda-Setting wird aus den Hinterzimmern einiger großer Redaktionen herausgeholt.

    Ich glaube genau dieser Trend wird am Ende sogar den professionellen, bezahlten Journalismus stärken. Für mich sind Journalisten Dienstleister, die der Leser gerade dafür bezahlt, die Nachrichten(vor)auswahl vorzunehmen und ihm Dinge zu erklären. Natürlich könnte ich Kleinanzeigen aufgeben und mein Geld in kleinen Tranchen an andere Leute in meiner Stadt verleihen, gegen Zinsen, aber das ist mir zu viel Arbeit und deshalb bringe ich mein Geld auf die Bank, die genau das macht, aber professionell. Eine Dienstleistung, die mir Zeit spart./

  7. Mehr Transparenz und mehr Persönliches: Dank Blogs und dank dem Internet können Journalisten ihre eigenen inneren Konflikte und auch Interessenkonflikte erklären und so mehr Transparenz schaffen. Außerdem ist Schreiben für Online-Medien meistens persönlicher, so dass es eine persönlichere Verbindung zwischen Schreiber und Leser gibt.

    Kann sicher gut, interessant oder auch nur nett sein. Aber von vielen, vielen Journalisten möchte ich gar nichts Persönliches lesen. Aber es schadet ja nichts.

  8. Der Online-Werbemarkt wächst: Zwar bringt Online-Werbung derzeit den klassischen Medien nicht das Geld ein, das sie in ihrem Kerngeschäft verlieren, aber das heißt nicht, das alles verloren ist. In den kommenden fünf Jahren, so sind sich die Prognosen einig, werden die Einnahmen durch Online-Werbung um zweistellige Prozentzahlen zulegen. Aber die Medienkonzentration wird nachlassen und mehr von den Werbeeinnahmen sich auf kleine Medien verteilen.

    Die Prognose ist die spannendste. Denn letztlich hängt von der Einnahmesituation ab, ob professioneller Journalismus, der Geld kostet, dauerhaft möglich ist.

  9. Von gedruckten Medien zu Onlinemedien ist gut für die Umwelt: Wer Onlinemedien nutzt statt gedruckter Zeitungen oder Magazine rettet Bäume. Einen Beitrag dazu könnten auch E-Paper liefern.

    Computer verbrauchen Strom, E-Paper-Reader müssen hergestellt werden und landen auf dem Müll, Leser werden sich Geschichten, die sie rumzeigen oder aufheben wollen, ausdrucken… Bei der Öko-Bilanz bin ich mir am Ende nicht so ganz sicher, wie die aussehen wird, aber vielleicht entwirft ja mal jemand ein Szenario. Und vom E-Paper reden wir schon sehr, sehr lange. Ich habe einen UMPC, so einen sehr kompakten Tablet-PC, mit dem man in der S-Bahn recht komfortabel lesen und im Netz surfen kann. Aber ein Ersatz für eine Zeitung ist das nicht.

  10. Geschichten sind nie vorbei: Wohl die größte Schwachstelle des traditionellen Journalismus ist, dass es nur selten Weiterdreher von Geschichten gibt. Online-Geschichten leben länger, sind flexibler und können von den Leuten durch Kommentare weitergeschrieben und mit neuen Fakten ergänzt werden. Wikinews ist sogar ein Beispiel, wo Leute gemeinsam an Nachrichten schreiben.

    Keine Frage: klarer Pluspunkt.

Ein Aspekt, der mir aber zu kurz kommt: Nicht alle meine Leser sind im Internet, nicht alle haben Zugang zu schnellen Datenleitungen. Zeitungen / Medien müssen auch an die Leute denken, die mit traditionellen Medien groß geworden sind – und sich vielleicht gar nicht mehr umstellen wollen.

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Friedensinitiative

Das ist doch mal wieder eine nette Friedensinitiative aus Nahos. “Spiegel Online” berichtet über ein neues Computerspiel, bei dem “ein tapferer Soldat der iranischen Revolution gegen Zionisten und Amerikaner ins Feld ziehen” darf.

Und dann heißt es weiter:

Das Spiel ist ein Egoshooter – aber ein ganz friedlicher, glaubt man dem Generalsekretär der Studentenunion Mohammad Taghi Fakhrian: “In diesem Spiel werben wir nicht für Terrorismus und Gewalt. Weil man darin iranische Geiseln befreit, werben wir für Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung unseres Landes.” Laut der ägyptischen “Middle East Times” muss der Spieler, um die Mission erfolgreich zum Ende zu bringen, “US- und israelische Soldaten töten, ihre Laptops mit geheimen Informationen stehlen und schließlich Wissenschaftler und Diplomaten befreien.” (…) Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet, “ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln.

Da passt doch gut diese, sicherlich ebenso friedlich gemeinte Botschaft aus dem Iran, dazu, über die im heutigen Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin berichtet wird:

Ein hochrangiger Vertreter des Iran, der sich zurzeit in Damaskus aufhält, um den baldigen Besuch des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinejad in Damaskus vorzubereiten, hat gegenüber der in Katar erscheinenden Zeitung „Al-Watan“ Warnungen an Israel ausgesprochen. „Wir besitzen eine nicht unbedeutende Menge an Langstreckenraketen. Wenn Israel sich an einem amerikanischen Angriff auf den Iran beteiligt oder einen solchen unterstützt, wird es einen massiven Raketenbeschuss auf 600 Ziele im Herzen Israels auf sich ziehen, deren Lokalisierung auf Einsatzkarten in den Stäben der iranischen Armee verzeichnet ist“, so die Quelle.

Was tut man nicht alles dafür, um den Frieden zu sichern.

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War was?

Es gab da doch mal einen Hype. Um dieses Dings. Wie hieß es noch gleich? Irgendwas mit “2″. Hmmm… Ach ja, “Second Life”. Die Märksiche Allgemeine hatte damals auch eine große Geschichte darüber im Blatt.

Naja – damals. Das ist gerade mal drei Monate her, am 19. April war’s. Ich hatte damals hier Mario Sixtus mit einem schönen Satz zitiert:

Second Life ist der Knut der Internet-Berichterstattung: hübsch anzuschauen und bald vergessen.

Knut ist jetzt von seinem Pfleger getrennt, es hat sich ausgespielt – und bald wird er ein richtig behäbiger Eisbär sein, den man sich halt im Zoo mal anschaut und sagt: “Du, das ist Knut.” Und das Kind an der Seite wird sagen: “Wer ist Knut?”

Und “Second Life”? Darüber heißt es bei Futurezone:

Der Run auf die Online-Welt “Second Life” scheint nachzulassen: Immer mehr Firmen schließen ihre virtuellen Niederlassungen oder wandern aus. Sowohl Nutzerzahlen als auch der Umsatz mit echtem Geld sinken.

Bei einem Besuch seien viele der virtuellen Firmengelände wie von Best Buy oder Dell verlassen oder geschlossen gewesen, berichtet die US-Zeitung “LA Times” [Samstag-Ausgabe]. Bei Sun sei kein einziger Event angekündigt gewesen, American Apparel habe seine virtuelle Niederlassung überhaupt geschlossen.

Dabei fällt mir ein: Meine Second-Life-Figur steht nach zweimaligem einloggen auch noch irgendwo in der Landschaft rum. Glaube ich zumindest. Die arme.

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Denken != Sagen

Wolfgang Schäuble wehrt sich laut dieser DPA-Meldung gegen Kritik an seinen Anti-Terror-Plänen. So heißt es darin:

Schäuble setzte sich in einem Interview ungewöhnlich scharf gegen Vorwürfe aus den Reihen der Opposition, aber auch des Koalitionspartners SPD zur Wehr. Diese Angriffe dienten dazu, die Öffentlichkeit bewusst in die Irre zu führen oder Denkverbote auszusprechen, sagte Schäuble der Zeitung “Sonntag aktuell” in Stuttgart. “Beides ist unverantwortlich.”

Denkverbote? Das Wort wird ja gerne benutzt um Kritik an einem Standpunkt zu diffamieren. Wer will schon das Denken verbieten? Eben.

Nur darum geht es in der konkreten Auseinandersetzung ja gar nicht. Niemand möchte Schäuble das Denken verbieten. Niemand will ihm verbieten, in den Abteilungen seines Ministeriums über Gesetzesinitiativen, Verordnungen etc. zu grübeln. Es ging hier um die Aussagen in einem Interview. Und auch Schäuble sollte wissen, dass ein geäußerter Gedanke eben kein Gedanke mehr ist, sondern eine Äußerung, ein Vorschlag, was auch immer. Diese Unterscheidung ist auch keine Sonderregelung für den Innenminister, sondern gilt für alle Bürger.

Turnbeutelvergesser!

Ein Beispiel gefällig? Wenn jemand denkt, dem Nachbarn mit seiner lärmigen Musik, dem müsste man mal ordentlich die Fresse polieren, dann ist das möglicherweise sogar gut für die eigene Gesundheit. Vielleicht geht’s einem nach dem Gedanken ja ein bisschen besser, trotz des Lärms von nebenan.

Wer aber auf die Idee kommt, sich ins Treppenhaus zu stellen und loszubrüllen, dass diese Musik von nebenan nicht mehr zu ertragen sei, man jetzt in den nächsten Waffenladen gehe und mit ein paar geladenen Pistolen zurückkomme – der kann sich zwar kurz über die schockierten Gesichter der Hausmitbewohner freuen, muss sich nicht wundern, wenn er kurz darauf von ein paar uniformierten Personen aus seiner Wohnung geklingelt wird.

Sich dann darauf zurückzuziehen, es dürfe in diesem Land doch keine Denkverbote geben, wie mit lauter Musik umzugehen sei, wird sich als wenig zielführend erweisen. Zum Glück. Und so sollte man auch Schäubles “Denkverbote”-Argumentation beurteilen.

In der oben genannten Meldung sagt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) dankenswerterweise dann noch:

“Wir sollten immer klarstellen, dass es bestimmte Grundprinzipien unseres Staates gibt, die wir nicht antasten werden. Und dazu gehört natürlich die Menschenwürde. Dazu gehört auch, dass eben nicht unverurteilte Personen erschossen werden.”

Ich fände es gut, wenn wir diese Sichtweise noch auf ein paar andere Aspekte unseres derzeitigen Grundgesetzes ausweiten könnten. Aber der Ansatz ist schon mal erfreulich richtig.

Update 25.7.2007:
Mein Grundgesetz ist jetzt da und ich schicke es heute an den Bundesinnenminister raus.

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Informiert Wolfgang

In der Blogosphäre rumort es ja mit der “Wir schicken dem Innenminister ein Grundgesetz”-Idee gewaltig. Aber es gibt auch eine ganze Website zu dem Thema, nämlich informiert-wolfgang.de.

Das hübsche Motto:

Totale Überwachung ist nur möglich, wenn wir alle helfen.

Man kann da zum Beispiel Postkarten runterladen wie “Stasi 2.0 lebt vom Mitmachen” oder Musterbriefe an den Innenminister falls einem etwas Merkwürdiges auffällt (oder eben nicht). Also all das tun, was dem Bundesinnenminister hilft. Finde ich eine gute Sache, die man unterstützen sollte:

Helft Wolfgang, mitmachen bei Stasi 2.0 schwarz

Update 25.7.2007:
Mein Grundgesetz ist jetzt da und ich schicke es heute an den Bundesinnenminister raus.

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