Delete me

Einen interessanten Artikel über das manchmal recht schwere Löschen des eigenen Benutzerkontos bei Web2.0-Anbietern findet sich bei Blog Age:

Kleines Fazit: Zu oft wird der Hinweis zum Löschen des Profils in der Hilfe versteckt, und manchmal hilft nicht einmal diese weiter. Viel zu oft aber muss man den Support um Unterstützung anbetteln – ein Link oder Button steht auf den Websites nicht zur Verfügung.

Was mich nach Lesen des Textes am meisten beunruhigt: Ich müsste erstmal all die Dienste zusammentragen, bei denen ich mich testweise angemeldet habe, und die ich nach zweimaligem Besuch nie wieder aufgesucht habe. Allerdings, das ist mein Trost, habe ich dort in der Regel auch praktisch keine persönlichen Angaben hinterlegt.

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Expertenmeinung

Online-Durchsuchung könnte ein Kandidat für das “Wort des Jahres” werden, vielleicht auch für das “Unwort”. Das größte Problem an der Debatte: Weder die Politiker, die ja teilweise stolz darauf sind, das Internet von anderen für sich bedienen zu lassen, noch viele mit dem Thema befasste Journalisten, wissen auch nur ansatzweise, worüber sie da sprechen.

Wie schlimm es wirklich ist, schreibt das Lawblog unter Berufung auf einen Heise-Artikel:

Bei einem der ersten Versuche einer Online-Durchsuchung sollen die Fahnder dem Verdächtigen eine CD in den Briefkasten geworfen haben, “die aussah wie die Zugangssoftware eines großen Internet-Providers”. Das berichtet heise online. Installiert habe der Verdächtige die Software aber nicht.

Für alle Mitlesenden, die sich das Internet bedienen lassen und dieses hier als Papierausdruck lesen: Das ist ungefähr so, als ob sie statt einen Verdächtigen zu beschatten demjenigen einen Anhörungsbogen für eine angebliche Geschwindigkeitsübertretung zusenden, um herauszufinden, ob er zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort war. Aber es ist billig und man kann das Ergebnis schön in einem Aktenordner abheften.

Aber um auf meine Eingangsbemerkung zurückzukommen: Niemand würde es in einer Redaktionssitzung wagen, mit einem gesunden Achtelwissen extrem überzeugend über die neuesten Feuilleton-Debatten zu monologisieren. Er würde von den wahren Experten sofort ungespitzt in den Boden gerammt. Sobald es aber um Internet und Computer geht, reicht es schon mal den Windows-Taschenrechner gefunden zu haben und einen zu kennen, der einem erzählt hat, das man jetzt auch Videos im Internet anschauen könne.

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PR-Agentur Vader

Als Journalist fragt man sich manchmal ja schon, was in den Köpfen der PR-Arbeiter so vorgeht. Wenn da mal wieder so eine Pressemitteilung auf den Tisch geflattert kommt, die vermutlich nach acht Runden interner Abstimmung nur noch der oberste Chef (oder dessen Sekretärin, wer weiß) für gelungen hält.

Gut, dass es Youtube gibt. Denn dort kann man einen Blick hinter die Kulissen einer Werbeagentur werfen. Einer eindeutig schwäbischen Werbeagentur. Die sich noch dazu mit was ganz Modernem beschäftigt – mit “viralem Marketing”.

via: Die interessanteste Website aller Zeiten

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Zeig’s mir

Google Maps ist eine praktische Erfindung. Und jetzt wird es noch praktischer: Man kann eigene Google-Karten mit Anmerkungen versehen und dann mit einem Codeschnippsel in die eigene Website einbinden.

Bei Onlinejournalismus wird darauf verwiesen, dass dies durchaus neue Möglichkeiten für im Netz schreibende Journalisten bietet. Mal sehen, was sich daraus machen lässt.

Rechtlich scheint das unproblematisch zu sein, wie Fabian Mohr nach einem Telefonat mit Google schreibt:

Vereinfacht gesagt: Spiegel Online sollte vielleicht eher die API nehmen. Wenn die Regionalzeitung ihren Aufmacher mit einer eingebetteten Karte realisiert, ist das kein Problem.

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Definitionsfrage

Haben Politiker Journalisten eigentlich was voraus und können Blogger sein? Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger will es auf jeden Fall versuchen und droht damit und kündigt an, ab morgen “in einem Internet-Blog” über “persönliche Empfindungen und Entwicklungsprozesse bei Entscheidungen” zu berichten. Das schreibt die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf die CDU-Fraktion. Auf den betreffenden Internetseiten findet sich dazu bislang nichts was nicht gerade für die Hochschätzung des Mediums spricht.

Angesichts bisheriger Schlagzeilen wie “Pflüger auf Zukunftskurs” oder “Friedbert Pflüger auf Zukunftskurs” oder “Mein Kurs ist wichtiger als der Beifall der Partei” oder “Einen schönen Sommer” darf man sicherlich nicht zu viel erwarten total gespannt sein. Also, auf zu www.friedbert-pflueger.de.

Update 22.8.2007, 14.45 Uhr:
Pflüger blogt nicht unter der von DPA verbreiteten Internetadresse, sondern unter www.pfluegers-blog.de. Dort lauten die Überschriften bisher “Willkommen in meinem Blog!”, “Ich will keinen ‘Fan-Blog’!” und “Politik heute: Nur Korruption und Mittelmäßigkeit?”. Es steht also zwei “!” zu einem “?” in der Überschrift. Das ist die Botschaft, die ich bislang davon mitgenommen habe.

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Bacn

Jeder, der eine Email-Adresse hat, kennt inzwischen Spam. Eklige Werbebotschaften, sinnfreie digitale Belästigung. Spam steht dabei ja ursprünglich für einen Markenname für Dosenfleisch, wie Wikipedia weiß:

Ganz allgemein existiert im amerikanischen Englisch die Floskel “…ist so unnötig wie Büchsenfleisch (SPAM)”. Da amerikanische Soldaten – ob angeblich oder wirklich – ungern Fleisch der Marke SPAM gegessen haben, soll diese Redensart entstanden sein.

Davon inspiriert kommt nun Bacn, die Kurform von Bacon (Speck). Es sind all diese Mails, die man zwar bestellt hat, die einen aber im Moment, wo man sie bekommt, doch erstmal nerven. Die wöchentlichen Xing-Newsletter, die Mitteilungen, wer sich gerade dem eigenen Twitter-Profil angeschlossen hat oder auch der Hinweis über die gefilterten Spam-Mails im Email-Account. Oder, wie die Erfinder sagen:

Bacn is a new problem now plaguing our email inboxes. Putting it simply, Bacn is email you receive that isn’t spam… And isn’t personal mail. It’s the middle class of email. It’s notifications of a new post to your Facebook wall or a new follower on Twitter. It’s the Google alert for your name and the newsletter from your favorite company.

Auf der Homepage gibt es derzeit ein kurzes Video und ein Forum, wo man sich darüber austauschen kann, wie man mit bacn umgehen kann bzw. soll.

Vielleicht entsteht ja bald ein neuer Industriezweig der Anti-Bacn-Programme und Email-Provider stellen Bacn-Filter zur Verfügung. Aber auf jeden Fall ist es doch schön, dass im Internetzeitalter immer wieder schöne neue Begriffe entstehen.

via: Web Workers Daily

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Bedrohte Zeitungen

Einer Harvard-Studie zufolge steht es nicht gut um die gedruckten Zeitungen. Das Internet nimmt ihnen immer mehr Leser weg. Dabei bezieht sich die Untersuchung auf die USA, aber den einen oder anderen Zusammenhang zu Europa und Deutschland dürfte es da schon geben. Und die Studie von Thomas Patterson sagt auch, dass nicht alle Zeitungen gleich betroffen sind bzw. sein werden. Futurezone fasst zusammen:

Gefährdet sind laut Studie jene US-Blätter, denen der Umstieg in die “Digitalisierung” nicht recht gelungen ist. Das sind meist kleinere, besonders verzopfte oder provinzielle Medienhäuser, die es bis jetzt nicht geschafft haben, die eigenen Printprodukte mit dem neuen Medium Internet gewinnbringend zu kombinieren.

Ein großer Teil der Werbung und des Geschäfts mit Kleinanzeigen ist ins Internet ausgewandert, wer dort nicht mithalten kann, verliert Einnahmen. Damit fehlt erst recht die Liquidität für Investitionen in die interaktive Kommunikation mit den ehemaligen Lesern und nunmehrigen Nutzern.

Die komplette Studie (20 Seiten) als PDF gibt es hier. Muss ich unbedingt nochmal in Ruhe lesen.

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Staatsknete

Ist das jetzt clever oder einfallslos? Auf jeden Fall nix wirklich Neues: Weil den Parteien die Mitglieder ausgehen und damit das Geld, sollen die Steuerzuschüsse angehoben werden. Von 153 Millionen Euro statt bislang 133 Millionen Euro jährlich ist die Rede.

Und dabei ist das nur die Spitze des Eisberges. Ich habe mich zwar zuletzt 1998 damit befasst, als ich meine Magisterarbeit über das Thema geschrieben habe, aber schon damals waren diese direkten Zuwendungen an die Parteien nur ein Bruchteil der gesamten, also auch der indirekten Parteienfinanzierung.

Denn die Parteien profitieren auch von anderen staatlichen Geldern, zum Beispiel über die so genannten “Parteisteuern” ihrer Abgeordneten, die Zahlungen an die Fraktionen, die Gelder für Mitarbeiter von Abgeordneten, die auch Parteiarbeit leisten, den Steuerverlust über die Subventionierung von Parteispenden und nicht zuletzt die Gelder an die partei”nahen” Stiftungen.

Alles zusammen waren das 1996 knapp 1,2 Milliarden Mark – und es dürfte inzwischen eher nicht weniger geworden sein.

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Kofferpacker

Eigentlich müsste es doch jede denkbare Dienstleistung längst geben. Ich kann mir eigentlich nur noch ganz selten neue vorstellen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich immer noch kein Startup gegründet habe – und viel Geld mit einer neuen Serviceidee verdiene. Oder pleite gegangen bin. Aber das ist ein anderes Thema.

Flylite

Flylite ist so eine Dienstleistung, an die ich nie gedacht hätte. Das Prinzip: Als Vielreisender lagert man seine ganz realen Klamotten in einen virtuellen Schrank aus – und wenn mal wieder ein Businesstrip ansteht, dann klickt man sich den Koffer zusammen, der dann vom Dienstleister – ganz real – an die Zieladresse geschickt wird. Und wieder abgeholt wird. Und die Wäsche wird dann auch gewaschen.

Und bei mir auf dem “Businesstrip” zur Arbeit stehen immer nur die Jungs und Mädels und wollen an der Ampel die Windschutzscheibe waschen.

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