Leben ohne G**gle

Die neue Suchfunktion beim RSS-Reader von Google, Google Reader, wird ja hoch gelobt, unter anderem vom Schockwellenreiter.

Ich weiß nicht – ich versuche inzwischen nicht alle Netznutzungen bei Google abzulagern, sondern nach Alternativen Ausschau zu halten. Es müssen ja nicht alle Daten, die so anfallen, zentral bei einer Stelle ausgewertet gespeichert werden.

Daher meine Empfehlung: Bloglines.

Und in der neuen Beta-Version mit nettem Ajax-Schnickschnack, wie bisher nur von Google Reader bekannt.

Und mit diesem Beitrag setze ich meinen Kommentar beim Schockwellenreiter gleich mal in die Tat um.

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Statistiktrick

Die “Berliner Zeitung” druckt heute eine Meldung der Nachrichtenagentur AP und betitelt sie mit “Bachelor gefragt- Studierende streben neue Universitätsabschlüsse an”. Erster Satz: “Der Bachelor- und Masterabschluss wird bei Studenten immer beliebter.” Inhalt: Die Zahl der Studierenden in Bachelor-Studiengängen sei binnen eines Jahres um 63 Prozent gestiegen.

Wow, sagt man da. Und wundert sich.

Denn um die Zahlen wirklich bewerten zu können müsste man nämlich dagegen stellen, wie viele Studienfächer man an wie vielen Unis nur noch auf Bachelor / Master und gar nicht mehr anders (Magister, Diplom) studieren kann. Dann würde sich auch das “beliebt” relativieren – es ist schlicht Zwang.

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Hallo, ich bin Journalist und rufe wirklich aus Indien an…

Nein, nein, ich bin nicht in Indien, es ist eher die Weiteführung meines Beitrags “Guten Tag, ich rufe aus China an und wollte fragen…” von vor fast einem Jahr, als es das Gerücht gab, die “Süddeutsche Zeitung” wolle ihre Onlineredaktion ins billigere Tschechien auslagern.

Damals schrieb ich noch:

Nun ja, echte Recherche lässt sich im Brandenburger Land weder von China noch von Tschechien aus erledigen, aber Polen…?

Inzwischen darf man sich da wohl nicht mehr so sicher sein. In der aktuellen Ausgabe (09/07) des DJV-Verbandsmagazins “Journalist” findet sich der Bericht “Virtuell vor Ort”. Darin wird beschrieben, wie die Onlinezeitung Pasadenanow aus dem gleichnamigen Pasadena zwei Journalisten in Indien angeheuert hat, die von dort aus über die (ohnehin ins Internet übertragenen) Stadtratssitzungen schreiben und auch andere Geschichten recherchieren.

Zeitungschef James MacPherson wird in dem Text mit den Worten zitiert:

Letztlich seien auch die Journalistenkollegen in Indien nur “einen Telefonanruf oder eine E-Mail vom Geschehen entfernt”.

Und dann geht der Artikel weiter:

Und genau daher kommt die Panik: Wenn geografische Distanz im Internetzeitalter kein Argument mehr ist und die meisten Texte aus Kostengründen sowieso entstehen, ohne dass der Autor jemals selbst am Ort des Geschehens war, wo bleibt dann das Argument gegen massives Outsourcing?

So schwarz würde ich allerdings (immer (noch)) nicht malen. Denn selbst wenn viel journalistische Alltagsarbeit tatsächlich am Telefon stattfindet, viele Geschichten würden ohne persönlichen Kontakt und/oder zumindest die Kenntnis der Orte, wo sie sich abspielen, kaum funktionieren. Kleiner Nebenschlenker: Für deutsche Zeitungen stellt sich die Sprachbarriere zudem noch größer da, da es in Indien möglicherweise sogar journalistisch ausgebildete Englischsprechende gibt, aber eher Wenige des Deutschen mächtige.

Insofern werden nicht schon übermorgen alle Journalisten aus Billiglohnländern arbeiten. Aber bestimmte journalistische Arbeiten, auch die, die direkt mit Texten zu tun haben, könnten genauso “outgesourced” werden wie das in anderen Branchen mit anderen Tätigkeiten bereits üblich ist. In dem “Journalist”-Artikel werden bereits Beispiele genannt, wo Layoutaufgaben oder Anzeigenproduktion nach Indien gewandert sind.

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Leih! Dir! Geld!

Ich habe die Tage mal wieder Post bekommen. Von Frau Carmen Glaßmann-Hanke, ihreszeichens mein “Ansprechpartner” bei der Norisbank, Filiale Berlin Prenzlauer-Berg. Aber so persönlich wie es klingt, ist es dann doch nicht. Ich habe nix mit der Norisbank zu tun (und nach solcher Post werde ich das sicher auch nie) und der Brief ist ja auch klar “An alle Haushalte” adressiert.

In dem Schreiben rumpelt Frau Glaßmann-Hanke mich gleich in der ersten Zeile mit dem fetten Wort “Betreff” und der knalligen Satz “Immer mehr Deutsche erfüllen sich große Träume, ohne zu zögern!” kräftig an. Und, hey, die Norisbank bietet mir mal eben 5000 Euro sofort an oder auch bis zu 75.000 Euro – falls ich die nötige Bonität haben sollte. Damit ich mir dann “besondere Momente” erfüllen kann, wie es im Brief heißt: “ein Trip auf der Route 66, eine luxuriöse Schiffsreise oder ein erholsamer Wellness-Urlaub”. Ein großer Unterschied zu den Drückerkolonnen anderer Branchen ist da für mich nicht mehr erkennbar. Continue reading

Zeit

Man sollte öfter frei haben. Und wenn man frei hat, auch Zeit haben. Und die Zeit dann nutzen.

Zum Beispiel um an einen Ort zu gehen, der so nah liegt, zu dem ich bislang aber noch nie gegangen bin – auf den Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte. Eben noch auf der befahrenen Straße, schon ist es still. Ich glaube, ich mag solche Friedhöfe. Highgate Cemetery in London, erinnere ich mich, hat mir auch sehr gut gefallen. Die Fotos von dort müsste ich mal rauskramen – das war ja in der Vor-Digital-Zeit.

Auf jeden Fall bin ich über den Friedhof spaziert. Habe natürlich das Grab von Bertolt Brecht angeschaut, aber vieles andere fand ich interessanter, inspirierender. Und dann das, der klassische Kontrast von Leben und Tod:

Leben und Tod

Und nur ein paar Minuten zuvor ist mir auf dem, recht leeren, Friedhof eine Frau begegnet, die mich fragte: “Entschuldigen sie, haben sie hier Engel gesehen?” Und ich wusste nicht recht, ob sie Engelsfiguren meinte – oder echte Engel. Ich habe dann mal nein gesagt, was auf beide Fragemöglichkeiten zu traf – und das fand sie dann schade.

Alle meine Fotos von dem Nachmittag gibt es hier bei 23hq.

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Alufolienkleberei

DSL ist eine feine Sache, WLAN auch. Selbst wenn die Bundesregierung davor warnt, wegen der Strahlen. Also vor WLAN, nicht vor DSL. Wo war ich stehengeblieben… ach so.

Das Blöde an DSL mit WLAN ist nur, wenn man in einer verwinkelten, weitläufigen Altbauwohnung wohnt, wodurch irgendwie vom Router bis in ein Zimmer gefühlte elf Wände zu überwinden sind – in denen irgendwas drinstecken muss, was die Strahlung hemmt. Kann mir zwar nicht vorstellen, dass da die Bundesregierung dahinter steckt, aber wer weiß…

Auf jeden Fall ist in dem einen Zimmer das Signal mit dem Notebook nur schwach und manchmal – je nach Wetter, Mondphase oder ähnlichem – gar nicht zu empfangen. Was blöd ist. Die Alternative, anderer Router oder zusätzlicher Router/Repeater ist bislang wegen Kosten und Bequemlichkeit ausgefallen.

Da kommt doch dieser Tip vom Lifehacker genau richtig: “Boost Your Wireless Signal With a Homemade Wifi Extender”.

Oder einfacher und auf deutsch: Mit ein bisschen Pappe, Klebestift und Alufolie die Reichweite des Routers erhöhen, indem die Richtung des Signals vorgegeben wird.

Die Schablone gibt es hier. Und die Anleitung nochmal zum vorlesen:

# Download Template

# Open in MS Paint and resize as desired. Ensure that you keep the square on the diagram square.

# Print image on business card stock or acetate (document protector).

# Cut it out and open the six slots with sissors or an X-Acto knife.

# Glue tin foil to the back side of the reflector surface

# Assemble by placing the six tabs in the six slots.

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Alterungsmaschine

Also wie ich als Simpsons-Figur aussehen würde, das weiß ich ja schon. Aber wie werde ich eigentlich in 34 Jahren, mit 70, aussehen? Via Endl habe ich den Link zu diesem kleinen Spielzeug der ING Direct gefunden.

Selbst mein mageres Französisch hat ausgereicht, um ihren Futurizer zu bedienen. Es würde aber, zum Glück, wohl nicht reichen, mir die Werbung für ordentliche Altersvorsorge reinzuziehen, die einem dort eigentlich angedreht werden soll.

Also, wie sehe ich mit 70 aus. Wenn ich nicht ordentlich vorsorge, dann so:

Andi mit 70

Und wenn ich jetzt ordentlich spare (oder doch noch der Lottogewinn vorbeikommt), dann vielleicht auch so:

Andi mit 70

Muss dann wohl ein Toupet sein – oder ist dann die Medizin schon viel weiter?

Auf jeden Fall ein nettes Spielzeug.

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Werbepause

Man kann für viele Dinge Werbung machen. Seife, Autos, die richtige Altersvorsorge. Oder für die Regierungspolitik, natürlich. Aber man kann auch für was richtig Richtiges werben.

Für Demokratie zum Beispiel.

Das will das Projekt “Why Democracy?” Dazu sollen unter anderem im Oktober zehn einstündige Fernsehreportagen ausgestrahlt werden und so 150 Millionen Menschen erreichen. Außerdem soll es 22 Kurzfilme geben.

Aber das Projekt ist noch viel mehr, wie etwa der Schockwellenreiter schreibt. Und weil wir ja im Web2.0-Zeitalter leben gibt es auch

My Democrarcy

zum Mitmachen. Mit eigenen Kurzfilmen, Fotos oder Texten.

via: Schockwellenreiter

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