Das war knapp

Ja, liebe ARD, ja, lieber SWR, das war knapp. Gestern, bei eurem “Tatort” mit Lena Odenthal. Ich hatte Klageschrift und Demoanmeldung im Kopf schon fertig geschrieben, aber dann habt ihr ja noch einmal den Bogen hingekriegt. Nicht der fiese gemeine Journalist war der Mörder, sondern das etwas tumbe Modell.

Soll sich doch jetzt der Berufsverband der Gala-Moden-Vorführerinnen damit rumärgern. 10.000 Leute kriegen die zwar wohl nicht auf die Beine, aber die Bilder sind sicher fotogener.

Dass allerdings der Redakteur in eurem Krimi als korrupter Scheißkerl vorgeführt wird, der den aufrechten freien Mitarbeiter (der sich allerdings auch teuren Wein schenken lässt im Gegenzug für schmeichlerische Porträts) ausbotet und ein paar Euro extra damit machen will, eine Story nicht zu bringen – das ist trotzdem nicht fein.

Werden da nicht die üblichen Vorurteile gegenüber Journalisten, die ja ohnehin in der Bevölkerung nur geringes Ansehen genießen, abgespult? Ist das nicht vielleicht doch eine Sache für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte? Oder wenigstens den Fernsehrat? Was sagt eigentlich meine Gewerkschaft dazu?

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Back to the roots

Vor Weihnachten bin ich mal wieder bei meiner ehemaligen Schule vorbeigesurft, dem Max-Planck-Gymnasium in Trier. Abgesehen davon, dass ich – 17 Jahre nach dem Abi – verständlicherweise eher wenige der Namen aus dem Kollegium noch kenne, habe ich mit Freuden festgestellt, dass meine frühere Schülerzeitung (bzw. eine von den beiden) noch existiert und jetzt sogar im Internet präsent ist – das “Distelblatt”:

Das Distelblatt

Layoutmäßig fand ich ja unsere damaligen getippten und ausgeschnittenen und wieder zusammengeklebten leicht chaotisch layouteten Seiten irgendwie besser – sowas muss man ja sagen, Nostalgie eben -, aber die Hintergrundgrafik des aktuellen “Distelblatt”-Archivs fand ich dann doch klasse. Die Ausgabe 31 mit der sagenumwobenen SMV-Umfragen-Auswertung und dem wegen des November 89 handcoloriert schwarz-rot-goldenen Jahrgangsschriftzugs (und nach 18 Jahren kann man ja sagen: ja, das war Ironie) zum Beispiel.

Oder aber die Nr. 34, die echte Wiedervereinigungsnummer.

Distelblatt

Die Nummer, die nach dem grandiosen Sieg der CDU bei den Volkskammerwahlen entstanden ist. Wenn ich mich nicht sehr täusche war das die Ausgabe, von der es zwei Ausgaben gibt. Entstanden am Abend der Wahlauszählung, ein Ergebnis, das wir gar nicht so toll fanden. Die erste Ausgabe so, hmmm, politisch, dass wir am nächsten Morgen entschieden haben, sie besser nicht zu drucken, sondern nur einige wenige (Sammler-)Exemplare zu kopieren. Die reguläre Ausgabe war dann etwas… entschärft. Erstaunlich, so rückblickend, wie vernünftig wir da dann doch waren.

Ich muss demnächst mal die alten Ausgaben wieder raussuchen. Nostalgie eben – muss an Weihnachten liegen.

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Qualitätsjournalismus (3)

Auf der Fahrt zur Arbeit höre ich immer RBB-Inforadio. Ausführliche Nachrichten – und in den etwa 40 Minuten bis zur Arbeit ist man schon ganz gut auf dem Stand und manchmal sogar etwas hintergründig informiert.

Am Mittwochmorgen ging es da um den Postmindestlohn und die angekündigten Entlassungen bei der Pin Group AG. Da wurde ein Interview mit einem Arbeitsmarktexperten avisiert, zur Frage des Für und Widers eines Mindestlohns. Ist ja eigentlich auch eine interessante Sache.

Aber – was kam dann: Ein Interview mit Holger Schäfer. Der ist zwar tatsächlich Arbeitsmarktexperte – aber nicht als Wissenschaftler bei irgendeinem Forschungsinstitut, sondern beim unternehmernahen Institut der deutschen Wirtschaft, das von BDI und BDA getragen wird. Entsprechend wenig überraschend fallen seine Antworten (auf die eher freundlichen und harmlosen NachAbfragen) aus.

Man kann ja so ein ausführliches Interview führen, dagegen spricht nichts (wir machen sowas ja auch). Aber man sollte dem Leser bzw. dem Hörer schon erklären, mit wem man da spricht. “Arbeitsmarktexperte” führt da, gelinde gesagt, in die Irre.

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Korrekturspalte

Also was man nicht alles findet. Die “Märkische Allgemeine” hat ja sogar eine fast tägliche Korrekturspalte, die aber bereits outgesourced ist – und sich deshalb hier findet.

Mir war bisher gar nicht aufgefallen, dass wir “Aribus” in der Überschrift hatten, damals, und ein Lehrgang in grammatischen Formen kann ja hin und wieder gar nicht schaden. Aber eigentlich fand’ ich ja am besten, dass es offenbar gemessen an der Anzahl der Seiten und Texte in der MAZ eher wenig Fehler gibt. Da lese ich jetzt öfter vorbei.

Aber zu dieser Einschätzung zum neuen Layout

Endlich ist die überflüssigste Seite der Welt (wir jedenfalls kennen in unserem gesamten, nicht unbedingt klein zu nennenden Bekannten- und Freundeskreis niemanden, der die Börsenseite auch nur ansatzweise zur Kenntnis genommen, geschweige denn gelesen hätte), die vielleicht in Frankfurt am Main, kaum aber im Brandenburgischen einen Sinn gehabt hätte, verschwunden.

kann ich nur sagen: Da kennt jemand (nur) die falschen Leute. Denn wenn mal ein dicker Bock auf der Börsenseite ist oder ein Fonds durch einen anderen ausgetauscht wird, dann gibt’s Anrufe. Und zwar von Lesern. Aus Brandenburg. Merke: Wer von sich auf alle anderen schließt, liegt meist daneben.

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Old School

Eigentlich brauchten wir nur ein Foto von einem Buchautor, der in einem großen deutschen Verlag (Ullstein) veröffentlicht. Wir bekamen das Bild auch, digital natürlich, per Mail, aber nur in Schwarzweiß. Das sieht auf einer Farbseite in einer Tageszeitung eher, hmmm, doof aus. Also gedacht: Kein Problem, sollen sie es eben nochmal in Farbe schicken.

Antwort: Das Foto hätten sie nur in schwarzweiß, wie die meisten Autorenfotos.

Komisch eigentlich, dabei werden die bestimmt mit einem digitalen Apparat gemacht und dann der Farbtöne am Rechner beraubt. Aber gespeichert, nee, gespeichert werden sie nicht.

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Typfrage

Soso, ich bin also ein “Unabhängiger Denker” und darf mir jetzt dieses Logo anpappen:

Egoload - Unabhängiger Denker

Egoload - Unabhängiger Denker

“Unabhängiger Denker” bedeutet:

Der unabhängige Denker ist ein analytischer und geistreicher Mensch. Gewöhnlich ist er sehr selbstsicher und lässt sich von Konflikten und Kritik nicht aus der Ruhe bringen. Er besitzt ein ausgeprägtes Bewusstsein für seine eigenen Stärken und zweifelt nicht an seinen Fähigkeiten. Häufig sind Menschen dieses Persönlichkeitstypus‘ beruflich sehr erfolgreich, da sie Kompetenz und Zielstrebigkeit in sich vereinen. Continue reading