(M)ein Eindruck vom heutigen Luxemburg-Liebknecht-Gedenken in Berlin. Mehr in meinem Album auf 23.
Ach ja, das fand ich auch noch sehr schön. Weiß Frau von der Leyen das?
Tags: Fotos, LL-Demo, Luxemburg, Liebknecht, Gedenken
(M)ein Eindruck vom heutigen Luxemburg-Liebknecht-Gedenken in Berlin. Mehr in meinem Album auf 23.
Ach ja, das fand ich auch noch sehr schön. Weiß Frau von der Leyen das?
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Heute: Hans-Ulrich Jörges vom “Stern” bei der DJV-Debatte über Onlinejournalismus.
Danke für diese hübsche Zitate-Zusammenstellung. Und ich kann bestätigen: Viel mehr hat er eigentlich auch nicht gesagt. Und die Attitüde ist sehr gut getroffen…
via: lanu bei “Heul nicht! Sag was!”
Tags: DJV, Jörges, Hans-Ulrich Jörges, Blogger, Journalismus
Sind Podiumsdiskussionen eigentlich eine journalistische Darstellungsform? Ich habe leider gerade kein Standardwerk der Journalologie da, aber ich vermute mal: Nein. Denn sonst hätte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) (Disclaimer: Bei dem ich Mitglied bin) gestern Abend nicht so eine Runde über “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www” veranstaltet. Bestimmt nicht.
Sonst wäre es vielleicht clever gewesen, nicht gleich sieben Leute auf ein Podium zu laden, so etwas ergibt fast zwanghaft “Christiansen”-sche Verhältnisse. Also ein beredtes aneinander vorbei reden ohne echtes Gespräch. Und man hätte sonst sicher auch darauf geachtet, dass die Teilnehmer der Runde vielleicht vorhaben, über dasselbe zu sprechen. So wollten die einen gerne über Journalismus und Blogs sprechen, die anderen lieber über Foren und wie man Rechtsextreme dort raushält, zum Beispiel mit einem Qualitätssiegel. Oder so ähnlich.
Wer mag, kann sich die Runde wohl beim DJV als Videostream anschauen, inklusive 15 Minuten schweigendem langsamen Eintreffen der Diskutanten vor Beginn der Runde. Tonlos.
Was habe ich, außer diesen Erkenntnissen über Podiumsdiskussionen mitgenommen?
Thomas Knüwer, Handelsblatt-Blogger, dessen Blog ich regelmäßig und gerne lese, kann weniger gut im realen Leben diskutieren als in seinem virtuellen Zuhause. Am Anfang immer dazwischenplappernd machte er auf mich einen doch etwas übermotivierten Eindruck. Schade eigentlich, gut gesetzte Argumente wären sicher besser gekommen als der Versuch, Old-School-Journalisten zu provozieren. Und bei einigen Beispielen – etwa dass Informanten aus Atomkraftwerken ihre Stories nicht mehr loswerden, weil Journalisten die Kommunikation verweigern und keine Email-Adressen und Durchwahlen auf die Zeitungs-Homepage setzen lassen – wurde es dann schon extrem abstrus.
Über Hans-Ulrich Jörges vom Stern weiß ich nun, dass er zwar ganz gerne austeilt und, so wie in seinen Kommentaren, hin und wieder auch trifft, aber recht mimosenhaft reagiert, wenn jemand ihm eine vor den Latz knallt. Dass “stern.de” eine Fundgrube für Bewerbung von Produkten aus dem eigenen Haus (“Dschungelcamp”) und Nacktfotos sowie Klickstrecken von Eisbärbabys sei, hat er nur sehr unsouverän ertragen können. Ansonsten ist sein größtes Problem beim Online-Journalismus offenbar, wie man Rechtsextreme aus den Foren raushalten kann. Und: “Über Blogs will ich nicht reden.”
Don Alphonso als Vorzeige-Blogger hat für mich bewiesen, dass er genauso pointiert und unterhaltsam reden kann, wie er im Blog auch schreibt. Vor allem als er Jörges erklärte, warum er selbst lieber das Blog einer Buchhändlerin aus Hannover liest als die Jörges-Kommentare: “Die schreibt nämlich netter.” Und: “Sie sind gar nicht relevant, wie sie glauben.” Allerdings muss ich gestehen, dass mich diese Attitüde “das Netz ist prima und funktioniert, die alten Medien sind per se unglaubwürdig, schlecht und zum Untergang verdammt” auf Dauer auch ein bisschen annervt.
Michaela May von N24, die auch ihr Mayblog schreibt, kam die Rolle der Alibi-Frau auf dem Podium zu, die sie dann auch noch mit einer vermittelnden und schlichtenden Art füllte. Ganz Klischee eigentlich. Für mich kam sie aber eher so rüber, als ob sie ihr Blog wie ein Klassenzimmer führt, in dem sie einmal am Tag ein Thema zur Diskussion stellt und dann “ihre Autoren” dazu ihre Meinung schreiben. Und sie hat sogar schon mal Recherche-Aufgaben an ihre Klasse ihre “Autoren” vergeben, damit nicht immer sie alles reinschreibt, sondern die Leute selbst was rausfinden müssen. Klingt für mich eher nach Beschäftigungstherapie, weniger nach Web2.0-Journalismus.
Michael Konken, DJV-Bundesvorsitzender, hat mit seiner Rede über die Blogs, die kein Journalismus seien, sondern Tummelplatz für anonyme Feiglinge, die ganze Debatte ja mitangestoßen. Nun will er lieber über das Berufsbild “Onlinejournalismus” sprechen, das die Gewerkschaften gerade mit den Verlegern aushandeln. Und für eine gerechte Bezahlung von Online-Journalisten sorgen (was wirklich eine gute Sache ist). Ach ja, und die Verlage sollen mehr Geld investieren, da nur so die Qualität gesichert werden kann. Mit der ursprünglichen Frage hatte das aber weniger zu tun, war aber wohl Pflicht, damit es dann später als Hauptthese des Abends in die Pressemitteilung kann.
Die zwei interessantesten Diskussionsteilnehmer des Abends waren die nicht gar so prominenten.
Zum einen Björn Sievers von Focus.de, von dem ich nun weiß, dass es tatsächlich Journalisten gibt, die freiwillig und gerne online arbeiten und auch gut bezahlt werden. Und der mit ein paar Blättern Papier erklärt hat, dass man auf ein Blatt Papier eine Kinderzeichnung stellen kann – oder einen journalistischen Artikel. Und dass ein Blog nichts anderes als ein Blatt Papier ist. Leider ist darauf niemand eingegangen. Wahrscheinlich war das Beispiel zu komplex. Oder, noch wahrscheinlicher, war es der “Christiansen”-Effekt: Wer endlich dran kam konnte sich unmöglich auf das zuvor Gesagte beziehen, sondern musste erstmal was zu einem ganz anderen Aufreger 10 Minuten zuvor loswerden.
Und dann war da noch Wolfgang Donsbach von der TU Dresden, den Thomas Knüwer mächtig runtergetwitter hat. Der konnte oder wollte zum Thema Blogs & Journalismus direkt auch eher wenig beitragen und wollte sich dankenswerterweise nicht “mit Detailproblemen” wie Vor- oder Nachzensur von Forumseinträgen oder sozialer Absicherung über das Presseversorgungswerk aufhalten, schlug aber wenigstens mal was Anderes vor: Eine Professionalisierungsdebatte führen. Müssten vielleicht Journalisten wie Ärzte eine Ausbildung mit Abschlüssen durchlaufen, um ihre – derzeitigen – Privilegien zu halten? Und hätten Journalisten dann gegenüber Verlagen nicht auch bessere Karten, wie etwa die Ärzte in Krankenhäusern? Sicher ein kontroverses Thema – aber eines, an dem sonst an diesem Abend keiner ein Interesse hatte.
Und dann, als letzte Erkenntnis: Journalisten sind bei einer für das Publikum geöffneten Podiumsrunde am Ende auch keine besseren Fragesteller als bei der Bürgerversammlung Schlagmichtot. Eitle Selbstdarsteller. Leute, die ihren Arbeitgeber mal genannt haben wollen. Und solche die meinen, dass ihre Institution vielleicht die richtige wäre, die Probleme der Zukunft zu lösen – wie etwa der Presserat.
Am Ende bleiben zwei recht unterhaltsam verbrachte Stunden, bei denen ich immer dachte, jetzt muss es doch gleich mal kommen – aber leider nie etwas kam.
So…
Und jetzt, nachdem ich das geschrieben habe, schau ich mal, was andere dazu sagen – und verlinke das hier. Und aktualisiere das auch nach und nach.
Tags: DJV, Blogger, Podiumsdiskussion, Konken, Medien
Es könne nicht sein, dass eine Minderheit die Stimmung im Land diktiere und der Mehrheit Angst einjage, nur weil der Staat nicht wirksam genug durchgreife – das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Neujahrsempfang der hessischen CDU gesagt. Mag man ja gar nichts dagegen einwenden. Eigentlich.
Nur ich frage mich bei solchen Sätzen immer, ob nicht eigentlich niemand in diesem Land irgendwem Angst einjagen sollte, also auch nicht eine Mehrheit einer Minderheit. Damit haben wir, historisch gesehen, ja deutlich mehr Erfahrungen. Dazu hat Frau Merkel leider nichts gesagt.
Tags: Jugendkriminalität, Minderheit, Mehrheit
Ich habe ein Profil bei Xing und finde das eigentlich ganz praktisch, zur Adress- und Kontaktpflege. Ich zahle sogar dafür und bin damit ein “Premium”-Nutzer. Da fühlt man sich doch gleich geschmeichelt.
Aber seit Kurzem blendet Xing Werbung auf den Profilen ein – die aber nur Nicht-Premium-Nutzer zu sehen bekommen. Da wirbt dann die Comdirect-Bank auf dem Profil eines Deutsche-Bank-Mitarbeiters und so “lustige” Sachen.
Immerhin kann man als “Premium”-Kunde, der ja eh schon zahlt, nach dem Aufschrei der Entrüstung der Kundschaft die Werbung bei sich selbst untersagen, aber dazu muss man ein Häkchen setzen (Opt out), standardmäßig wirbt Xing weiter (was nicht fein ist):
Ich für meinen Teil frage mich allerdings, ob ich weiterhin Leute einladen soll, sich ein Profil auf Xing zuzulegen. Denn wenn sie erstmal keine Bezahl-Kunden sind, müssen sie diese Werbung akzeptieren. Und will ich für so eine Werbetour Werbung machen? Oder wird es doch Zeit, bei Xing komplett die Opt-Out-Option zu nutzen? Ich denke mal drüber nach.
Update, 6.12.:
Offenbar ist man bei Xing zumindest lernfähig, das finde ich sehr in Ordnung: “Seit Samstag, den 05. Januar 2008, sind die Profilseiten von Premium-Mitgliedern generell frei von Werbung. Wir reagieren damit auf das anhaltende Feedback…”
Ja, ja, und dann jammert der Einzelhandel wieder darüber, dass die Umsätze nicht ordentlich steigen. Aber wer bitte, hat heute
noch Lust auf Christstollen und entsprechende Werbung, lieber Extra-Markt-Leiter?
Heute in meinem Supermarkt aufgenommen.
Tags: Werbung, Extra, Supermarkt, Christstollen
Nach dem Hinweis auf die “365 Portraits” nun ein ähnliches, aber doch ganz anderes Fotoprojekt:
“Einsamer Mensch” von Sebastian Schmidt
Tags: Foto, Portrait, Projekt, Einsamer Mensch
Manchmal hört man von dem tollen Kinofilm erst, wenn er nicht mehr läuft. Dann gibt es zum Glück eine DVD. Auch wenn das nicht ganz das selbe ist.
Das wunderschöne Internet-Projekt “365 Portraits” ist leider auch gerade beendet worden, aber man kann immerhin im Archiv blättern. Bill Wadmann hat jeden Tag ein Portraitfoto eines Menschen online gestellt – und die sind wirklich sehr, sehr unterschiedlich und schön. Leider kann man jetzt also nicht mehr jeden Tag gespannt hinklicken, aber immerhin noch durch den gesamten Bestand klicken.
Tags: Foto, Portrait, Projekt, 365 Portraits
Versicherungen sind bekanntermaßen Vertrauenssache. So wirbt die Axa mit dem netten Slogan: “Für Vertrauen im Leben”. Das ist zwar nicht besonders originell, aber vielleicht hätte ihnen jemand sagen sollen: Ein klein bisschen Kompetenz schadet im (Geschäfts)Leben auch nicht.
Denn was passiert, wenn man fristgemäß zum 30. November seine Autoversicherung bei der Axa kündigt? Na klar, man bekommt wie gewünscht vom Konzern einen Formbrief, in dem einem die Kündigung bestätigt und das Bedauern darüber ausgedrückt wird. Hier könnte die Geschichte nun zu Ende sein.
Doch kurz darauf kommt ein weiterer Brief von Axa. Ein Beitragsrechnung für den Zeitraum 1.1.2008 bis 31.12.2008, über schlappe 1385,49 Euro. Ja, die Leute bei Axa können irgendwie nicht nur Kündigungen nicht ordentlich in den Computer eingeben, sie sind auch noch sauteuer sie können preislich auch nicht mit den Wettbewerbern mithalten.
Ein Anruf im Axa-Callcenter fördert eine entnervte Mitarbeiterin zu Tage: Ja, es gebe da ein Problem im Computersystem, ein Wurm, es hätte heute schon viele Anrufer gegeben und nein, natürlich werde nichts abgebucht, das gehe alles in Ordnung.
Wieder eine Weile später kommt am 28. Dezember dann noch ein Brief von der Axa, in dem der Beitragseinzug storniert wird und als Endsumme “0,00 Euro” steht. Und der schöne Satz: “Wir bedauern, dass wir Sie nicht nachhaltig von unseren Leistungen überzeugen konnten und hoffen, Ihr Vertrauen zu einem späteren Zeitpunkt zurückzugewinnen.” Damit könnte jetzt die Geschichte aber wirklich zu Ende sein. Könnte. Aber nicht bei der Axa.
Denn am 2. Januar stellt man mit einem Blick auf sein Konto fest, dass die Axa 1385,49 Euro abgebucht hat. Und die neue Autoversicherung natürlich auch, wenn auch – siehe oben – einen deutlich niedrigeren Betrag. Damit ist das Konto aber auch mal eben satt ins Minus gerutscht.
Ein Anruf im Axa-Callcenter führt nicht etwa zu einer überschwänglichen Entschuldigung, sondern zur lapidaren Feststellung, dass das Geld sicher nicht vor Montag zurück gebucht werden könne. So schnell geht das nicht. Der Computer – den kann man bei der Axa in Köln ja nicht so gut bedienen, wie wir wissen.
Gut, dann wird die Lastschrift eben über die eigene Bank zurück gebucht, ist eh der bessere Weg, das kostet die Dilettanten den Versicherer wenigstens noch fünf Euro Gebühr.
Aber man fragt sich natürlich schon: Hat die US-Finanzkrise vielleicht die Axa so arg gebeutelt, dass sie dringend Bargeld braucht und bei ihren Ex-Kunden mal schnell das Konto plündert? So ein paar Tage ein paar Millionen auf dem Tagesgeldkonto, hey, das wäre doch was. Weil man mag ja gar nicht glauben, dass es tatsächlich nur Dummheit, Gedankenlosigkeit und technisches Unvermögen ist, was in einem solchen Konzern mit nach eigenen Angaben immerhin fast 8500 leistungsbereiten und motivierten Mitarbeitern zu einem solchen Verhalten führt.
Und man fragt sich natürlich, warum sich ein Servicemitarbeiter, leistungsbereit und motiviert, wir erinnern uns, nicht wenigstens für die Fehler des eigenen Unternehmens beim Ex-Kunden am Telefon entschuldigt.
Und man fragt sich, wer eigentlich die Sollzinsen der eigenen Bank übernimmt.
Aber am meisten fragt man sich, was eine solche Versicherung wohl mit einem anstellt, wenn man sie mal wirklich bräuchte. Also nicht nur zum Geldeinkassieren, sondern im Fall der Fälle. Wenn es einen Autounfall gegeben hat. Oder wenn man, bei der Krankenversicherung, mal krank wird. Oder wenn, bei der Hausratversicherung, es mal gebrannt haben sollte.
Und, ganz ehrlich, würde irgendwer einer Firma, die nicht mal eine Kündigung verbuchen kann und weiß, dass nach einer solchen eine Einzugsermächtigung natürlich erloschen ist, sein Geld in Form von Bausparen, Vermögenswirksamen Leistungen oder gar einem Vermögensmanagement anvertrauen? Eben.
Aber immerhin Humor haben sie, ist eben Kölle. Prangt doch momentan auf der Website in der Mitte diese Werbung:

Nur mit dem SonderKündigungsrecht der eigenen Kundschaft hat man es bei der Axa eben nicht so. Nur: So wird das nichts. Mit dem Vertrauen. Und auch nicht mit der Kompetenz.
Tags: Axa, Versicherung, Kfz-Versicherung, Lastschrift
Aber egal was passiert, immer schön den
einhalten.
Weitere Fotos gibt es hier auf meiner 23hq-Seite.
Printed from: http://streim.de/2008/01/page/2/
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