Datenschützer

Manchmal muss man ja aufpassen, dass man beim Radiohören unter der Dusche nicht so erschrickt, dass man sich den Kopf am Duschkopf stößt. Hieß es doch heute morgen, die FDP mache sich Sorgen um den Datenschutz – angesichts der aktuellen Steuerdebatte.

Das ist ja prima. Nach Mautsystem mit Autobahn-Totalüberwachung, biometrischen Pässen, Lauschangriffen, Bundestrojanern und Vorratsdatenspeicherung entdecken die “Liberalen” (sic!) nach gefühlten 150 Jahren ihr Herz für den Datenschutz wieder. Weil es jetzt, hoppla, gegen die eigene (Wähler)Klientel geht. Und die Parteifreunde, vermutlich.

Und dann wundern sich Westerwelle & Co. bei der nächsten Talkshow wieder, warum die Menschen das Vertrauen in die Politik(er) immer mehr verlieren…

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Fünf Gründe

Das WordPress-Deutschland-Blog fragt nach “5 Gründen, warum ich mit WordPress blogge”. Na, da will ich doch mal antworten, obwohl ich ja lieber selbst interviewe als interviewt zu werden:

  1. Es funktioniert einfach. Punkt. Installation, ein paar Minuten einrichten – und dann kann man sich auf die Inhalte konzentrieren.
  2. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt, es gibt Updates und Verbesserungen. Und es gibt immer fast sofort eine deutsche Übesertzung der neuen Version.
  3. Ein einfacher Plugin-Mechanismus sorgt dafür, dass es für neue Ideen fast immer schon eine praktikable Lösung gibt.
  4. Selbst mir war es möglich, aus den vorhandenen Layouts (Themes) eines auszusuchen, das mir gefällt – und es dann an meine Bedürfnisse anzupassen.
  5. Der Name “WordPress” ist eigentlich ein muss für jeden Journalisten, dieses System als Blog-Software zu nutzen.

Und sagte ich schon, dass WordPress einfach funktioniert und tut was es soll? ;-)

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Ja zu Jerusalem

Dem Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland habe ich entnommen, dass es eine “Weltedition” von Monopoly geben soll, mit 20 Städten. Über die darf man auf der Internetseite von Hasbro abstimmen.

Und natürlich schlägt die Botschaft vor, für Jersualem zu stimmen. Was ich natürlich getan habe – und viele andere auch. Derzeit liegt Jerusalem auf Platz 7.

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Mit und ohne Sachbezug

Auf dem neuen Blog der von mir sehr geschätzten Zeitschrift “Message” schreibt Dieter Wild über den Pressekodex und dessen Richtlinie 12.1, die besagt:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

In seinem Beitrag konstruiert Wild ein Beispiel, in dem ein Senegalese eine Frankfurterin würge und man ja weder schreiben dürfe, dass der Mann aus dem Senegal komme noch dass es ein Schwarzer sei, weil

Geht aber auch nicht. Denn die Schwarzen sind hierzulande gleichfalls eine Minderheit. Also bleibt nur zu schreiben: „ein Mann“. Männer sind hier nur leicht in der Minderheit, also vermutlich nicht schützenswert.

Und deshalb schlägt Wild vor, in einer Neufassung des Pressekodex den Abschnitt zu streichen:

Wie man hört, will der Deutsche Presserat den Artikel 12 seines Pressekodex und vielleicht auch die Richtlinie 12.1 neu fassen. Vorschlag: weglassen!

Ja, so sind Journalisten manchmal. Wenn etwas nicht 100-prozentig perfekt ist, dann gehört es eben – weg. Nur: Worin besteht eigentlich der Nachrichtenwert, dass der Mann aus dem Senegal kommt? Was überhaupt, wenn der veremeintliche Senegalese längst einen deutschen Pass hat, was dann in den Medien immer zu recht merkwürdigen Konstruktionen wie damals der “Deutsch-Äthiopier” führt?

Wie wäre es, so unter Kollegen, diesen Passus des Pressekodex einfach als Mahnung zu sehen, bei all diesen Nationalitäten-Nennungen (und den Nennungen vermeintlicher Nationalitäten) darüber nachzudenken, ob im Einzelfall es richtig, sinnvoll und von Nutzwert für den Leser ist, dies zu tun?

Andernfalls schlage ich aber vor, mit der Nennung von Details, etwa in Polizeiberichten, auch konsequent alles wichtige zu nennen: “Der 1,96 Meter große im hessischen Oberzentrum Gießen geborene Mann, der bereits seit 2001 in Frankfurt am Main lebt und im Sternzeichen Waage geboren wurde, würgte die junge Frau, die neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und die im oberpfälzischen Wiesau geboren wurde und zeitweise in München lebte, bevor sie nach Frankfurt am Main zog, bevor er von zufällig vorbeikommenden Passanten daran gehindert wurde. Die beiden jungen Männer sind geborene Frankfurter und haben ihre weiteste Urlaubsreise bisher nach Mallorca unternommen, teilte die Polizei mit. Als Grund für den Angriff nennt die Polizei einen Streit unter Betrunkenen, der sich aus der Gaststätte auf die Straße verlagert hatte.”

So ungefähr wäre dann die sinnvolle Berichterstattung à la Wild, ohne Medienbeschränkung, zu sehen. Oder habe ich da was missverstanden?

Update:
Ein Artikel dazu im “Rheinischen Merkur”.

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Auf hoher See

…und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand. Oder so ähnlich. Ich bete dann immer inständig, dass ich nicht mal vor so einem Richter sitze.

Heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mal wieder einem Arbeitsgerichtsprozess folgen zu dürfen. Zwei Stunden großes Kino. Ich dachte ja immer, der Richter führt so eine Verhandlung, aber mir dünkt, unter bestimmten personellen Konstellationen kann auch mal ein Anwalt das Ruder übernehmen und die Verhandlung leiten. Spricht ja nicht wirklich für den Richter, aber, naja, ich schätze mal, es ist ihm egal.

Schön fand ich auch, dass mich der Anwalt gleich zu Beginn anmaulte, mein zum Thema zuvor erschienener Artikel sei schlecht recherchier, warum ich dieses und jenes nicht geschrieben hätte. Etceterapp. Ich habe ihm dann erklärt, dass Recherche heißt, diejenigen zu fragen, die mehr wissen (könnten) als ich selbst. Und wenn seine Seite mir nur sagt, wir sagen nix, tja, dann kann ich all das tolle Wissen auch gar nicht schreiben.

Dass man einer Frau nach 27 Jahren in einer Firma aber vorhält, sie sei nach der Kündigung und der Klage nun so lange krankgeschrieben, sie sei eine “Sozialschmarotzerin” und ähnliches, das finde ich dann doch erstaunlich: Ich frage mich bei sowas dann, warum eine Firma so jemanden dann wohl so lange vorher beschäftigt hat?

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Willensfrage

Die ARD meint auf ihrer Homepage heute “Dax will Scharte auswetzen”:

Dax will

Wow. Was die ARD alles weiß, was der Dax so will. Haben sie mit dem auch ein Exklusivinterview geführt? “Herr Dax, wie fühlten Sie sich am Schwarzen Montag?” “Was ging bei dem rasanten Kursverlust in Ihnen vor?” “Hätten Sie nicht stärker gegen die böse Kursverlust-Krankheit kämpfen müssen?” “Hat Ihnen niemand geholfen?” “Was sagt Bruder Dow Jones und Schwester Nasdaq dazu?”

Ja, Wirtschaft kann ganz einfach sein. Ist ja auch gebührenfinanziert, die ARD-Seite.

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Guter Google, böser Google

Microsoft will Yahoo kaufen. Das findet man grundsätzlich mal nicht gut, weil Microsoft ja eh schon groß und mächtig genug ist. Auf der anderen Seite: flickr gehört zu Yahoo und die haben es wirklich verdient, von der Ex-Gates-Company aufgekauft zu werden. Obwohl, mir kann das ja egal sein.

Google gefällt das gar nicht. Weil, so Google, damit die Gefahr besteht, dass das Internet dann unfrei wird, wenn die Jungs aus Redmond da immer mehr mitmischen. Sagt Google. Denen inzwischen eh das halbe Netz gehört, von der Suchmaschine bis zum Email-Service Gmail.

Und vielleicht ja bald noch mehr – mit diesen Ängsten spielt dieser nette kleine Videoclip:

via: AdHoc

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