Fitna – no Link, please!

Der Film “Fitna” des niederländischen Politikers Geert Wilders über den Koran und islamistischen Terror ist jetzt im Internet zu sehen.

Fitna

Sollte man sich durchaus mal anschauen – um sich selbst eine Meinung zu bilden. Natürlich ist das polemisch, suggestiv, übertrieben. Aber die Originalzitate einiger islamischer Würdenträger kann man schlecht Wilders zum Vorwurf machen. Und wenn große Menschenmassen nach dem Aufruf, den Islam mit Gewalt durchzusetzen, mit “Gott ist groß” antworten, tja, dann läuft es mir trotz Kopfschütteln nur kalt den Rücken runter.

Der zweite Teil des Films über die angebliche Islamisierung der Niederlande ist dann allerdings nicht mehr nur polemisch, sondern eher widerlich und ist von Machart und Ästhetik mit früheren Wahlwerbespots rechter deutscher Parteien über die angebliche “Überfremdung Deutschlands” vergleichbar. Ziemlich grotesk, wenn Wilders a) das hohe Lied der Freiheit & Demokratie singt und dann b) kritisiert, dass Frauen in den Niederlanden Burka tragen dürfen. Gilt dann Freiheit – auch wenn es weh tut – nicht für alle?

Und bei “Spiegel Online” gibt es dazu natürlich auch einen langen Artikel zum Thema.

Erstaunlich allerdings: Im ganzen Text gibt es keinen direkten Link zum Film, auch nicht in einem der zahlreichen Infokästen. Verängstigt Verschämt wird dem Leser nur erzählt, der Film “Fitna” sei bei Liveleak im Internet zu finden. Den Rest muss jetzt jeder selbst tun. Sonst ist “Spiegel Online” bei Verlinkungen ja nicht so zurückhaltend… und das beunruhigt mich dann schon. Ist das die Schere im Kopf?

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Schulzeitnostalgie

Am Wochenende habe ich eine alte Schulfreundin wiedergetroffen. Wir haben uns seit pi mal Daumen zehn Jahren nicht mehr gesehen gehabt – und es war ein netter Abend, obwohl außer mir nur vier Lehrer anwesend waren ;-) . Vor allem fand ich interessant, dass man nach so langer Zeit so miteinander reden kann, als ob nur ein paar Wochen zwischen dem letzten Treffen gelegen hätten. Mit manchen Menschen funktioniert das einfach.

Irgendwie passend, dass ich einen Tag vorher auf einen Kurzfilm bei Indie-Stars gestoßen bin, der auch das Thema “Treffen mit alten Schulfreunden” hat. Allerdings irgendwie weniger fröhlich…

Alles wie immer

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Dauerwerbesendung

Und wo ich doch gerade beim Thema Ex-Staatsmonopolisten bin: An unserem Briefkasten prangt ein toller Aufkleber. Auf dem steht “Bitte keine Werbung”.

Außer ein paar Fernsehreparaturdiensten und Altautoaufkäufern, die ihre Dienst auf visitenkartengroßen Flyern anpreisen, scheint dieser Hinweis bei Werbeeinwerfern durchaus anzukommen. Wir werden in der Regel nämlich brav von bunten Prospekten verschont – was ja eigentlich auch das Mindeste ist.

Die einzigen, die sich neben diesen o.g. Firmen, die nicht so wirklich zur Creme-de-la-Creme der deutschen Wirtschaftsszene gehören, gibt es nur noch ein Unternehmen, dass sich konsequent weigert, diesen unseren Konsumentenwillen zu respektieren.

Und das ist die “Deutsche Post”.

Die wirft uns regelmäßig gleich zwei Exemplare (wohl weil zwei Namen auf dem Briefkasten stehen, wir lesen wichtige Informationen natürlich immer zeitgleich und können uns kein Exemplar teilen) ihres un-ökologisch in Klarsichtfolie eingeschweißten “Einkauf aktuell” ein.

Und das, obwohl auf der Website zu “Einkauf aktuell” dreist gelogen wird behauptet wird:

“Die Zustellung von Einkaufaktuell ist abhängig von den gebuchten Prospektverteilgebieten. Werbeverweigerer ausgenommen.

Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff “Werbeverweigerer” absolut schwachsinnig finde, den sich da die Post-Strategen ausgedacht haben, scheint es mit der Einhaltung dieses Versprechens nicht weit her zu sein. Ich habe deshalb beschlossen, künftig die “Einkauf aktuell” mit meiner Adresse und dem Zusatz “Annahme verweigert” versehen, wieder in einen öffentlichen Briefkasten zu werfen. Mal sehen, ob das zu irgendwelchen Reaktionen führt.

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Lange Leitung

Email ist ein tolles Kommunikationsmedium. Und schnell. Man kann damit auch Kontakt aufnehmen zu Firmen, zu Dienstleistern. Zur Telekom zum Beispiel. Da tippt man auf deren Website sein Problem ein. Und – zack. Bekommt man eine Email, dass die Email eingegangen ist. Und dass man ein bisschen Geduld haben muss, ok, schreibt mir Kerstin R.:

Sehr geehrter Herr Streim,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Bitte geben Sie uns etwas Zeit, um Ihre Anfrage zu bearbeiten. Sie erhalten so schnell wie möglich eine Antwort.

Bei Rückfragen per E-Mail geben Sie bitte unser Zeichen:

tco-XXXXXXXXmit an.

Erleben Sie Fernsehen in einer neuen Dimension – mit T-Home Entertain. Interaktive TV-Unterhaltung, endlose Telefongespräche, mit Highspeed im Internet surfen. Mehr unter www.t-home.de/info/entertain

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Telekom

Im Auftrag

Kerstin RXXXX

Das war – zack – am 4. März dieses Jahres. Und seitdem ist gar nix mehr passiert. Dabei fand ich meine Anfrage ehrlich gesagt gar nicht so kompliziert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Durchsicht meiner T-Com-Rechnung ist mir aufgefallen, dass offenbar seit der Rechnung `Februar 2008` für den Zeitraum ab 21.12.2007 ein Posten `T-Online eco classic` für 4,19 Euro (netto) aufgeführt ist.

Da ich ergänzend zu meinem T-ISDN-Anschluss einen DSL-Anschluss eines anderen Anbieters nutze, surfe ich nicht via T-Online,

Zudem ist mir nicht bekannt, dass ich einen T-Online-Anschluss beauftragt hätte, in meinen Unterlagen befindet sich keine entsprechende Auftragserteilung.

Ich möchte Sie daher bitten, den Vorgang **schnellstmöglich** zu prüfen und die abgebuchten Beträge umgehend zurückzuerstatten.

Wahrscheinlich waren die Schlüsselworte “prüfen” und “schnellstmöglich” so Telekom-fremd, dass die Mail vor Schreck irgendwo runtergefallen ist. Dabei bin ich ein großer Telekom-Fan. Mir käme es nie in den Sinn, mit meinem Anschluss zu Anbietern wie Alice, Versatel & Co. zu wechseln, ich möchte lieber beim Ex-Staatsmonopolisten sein, dem die Leitungen gehören. Genauso bringt mich – derzeit zumindest – nix von T-Mobile weg. Aber, ehrlich gesagt, ein ganz klein bisschen Kundendienst könnte ja trotzdem sein.

Auf der anderen Seite: 20 Tage? Vielleicht ist das ja noch “schnellstmöglich”. Die Leitungen der Telekom sind, nun ja, nun mal lang.

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Vorteilsnahme

Das nicht alles, was in der Werbung als billig, günstig oder als echtes Schnäppchen angepriesen wird, wirklich Geld spart, das wissen wir alle. Wir sind ja nicht blöd.

Trotzdem würde mich mal interessieren, wer bei der Marketing-Abteilung von Rossmann sich das hier ausgedacht hat:

Rossmann

Da kostet also eine 250ml Packung der Duschreme 1,35 Euro. Und der “Vorteilspack”, der zwei Packungen enthält, schlägt mit 2,70 Euro zu Buche.

Jetzt machen wir eine kleine Rechenprobe: 2,70 Euro minus (2 mal der Einzelpreis von 1,35 Euro) macht den Rossmann-Vorteil aus. Und dieser entspricht, tata, exakt nullkommanull Cent. Der “Vorteil” besteht darin, dass man eine Plastikbandarole mit der Aufschrift “Vorteilspack” umsonst dazu bekommt.

Mir stellt sich da die Frage, liebe Firma Rossmann: Haltet ihr eure Kunden eigentlich wirklich für total bescheuert? für Menschen mit extremer Rechenschwäche? Wie in eurer Marketingabteilung?

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Tag des Wirtschaftsjournalismus

Am 2. April findet zum zweiten Mal in Köln der “Tag des Wirtschaftsjournalismus” statt. Diesmal unter dem Titel “Eine Frage der Qualität: Welcher Wirtschaftsjournalismus hat Zukunft?”

Und weil vermutlich jeder in diesem Metier die Antwort gerne hören würde, fahre ich da auch – wieder (meine Eindrücke von der Erstauflage sind hier nachzulesen) – hin. Da ich ab 1. April zudem mein Intermezzo als vertretender stellvertretender Chef vom Dienst bei der MAZ beende und wieder Wirtschaftsredakteur sein werde, passt das auch ganz gut.

Ich werde bei dieser Gelegenheit mal versuchen, meinen Twitter-Account für was Sinnvolles zu nutzen und ein bisschen live von der Veranstaltung unter www.twitter.com/astreim zu twittern.

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Zu viel Sicherheit

Heutzutage kann man ja im Internet praktisch kein Formular mehr wegschicken, ohne dass man am Ende einen “Sicherheitscode” entschlüsseln muss, kryptische Zahlen- und Buchstabenkombinationen auf bunt geschecktem Hintergrund, damit man so nachweist, dass man ein Mensch und kein automatischer Spam-Roboter ist.

Das ist eine lästige Sache. Vor allem dann, wenn die Sicherheit so hochgejazzt ist, dass selbst ein richtig eingegebener Code zur Fehlermeldung führt – wie derzeit auf der Seite zum “2. Tag des Wirtschaftsjournalismus”:

Sicherheitscode

Ich kann da nur “10272″ lesen – und eingeben. Aber die Maschine meint wohl, eine andere Sicherheitsabfrage gestellt zu haben. Daraus lernen wir:

Die sicherste Kommunikation ist – gar keine Kommunikation.

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