Hamas – Kindermörder

Nach dem Anschlag auf die Talmud-Schule in Jerusalem heißt es dazu heute:

Die Todesopfer waren – abgesehen von einem 26-Jährigen – zwischen 15 und 19 Jahren alt. Außerdem gab es neun Verletzte.

Und wer das als “legitime Reaktion” auf israelische Militäraktionen in Gaza mit vielen, vielen zivilen Toten ansieht, der sollte sich schon überlegen ob a) nicht auch die Terroristen daran schuld sind, die Raketen aus Wohngebieten heraus auf israelische Städte abfeuern und b) die Frage beantworten, ob es in Reaktion auf die toten palästinensischen Zivilisten Freudenfeiern in Tel Aviv gab. Denn genau das geschah in Gaza, nachdem der Terroranschlag in Jerusalem, der sich gezielt nur gegen Zivilisten richtete, bekannt wurde:

Nach Bekanntwerden der Bluttat strömten in Gaza Palästinenser auf die Strasse und feuerten Freudenschüsse in die Luft.

Auf pro-palästinensischen Demos wird ja gerne skandiert “Israel – Kindermörder”. So kann man sich seine Wahrheit auch zurechtlügen.

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Es geht noch blöder

Das Vorgehen der SPD in Hessen, sich doch mit Hilfe der Linken in die Regierung wählen zu lassen, war ja schon von Anfang an nicht besonders clever eingefädelt. Aber es geht immer noch ein bisschen blöder.

So ist sich SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer, der in Hessen ja eigentlich Wirtschaftsminister werden wollte sollte nicht zu schade, im Interview Folgendes von sich zu geben:

SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer hat die hessische SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger aufgefordert, ihr Mandat niederzulegen. «Wer so weit geht, hat auch die Möglichkeit, sein Mandat zurückzugeben. Ich würde das für richtig halten», sagte Scheer der «Passauer Neuen Presse» (Samstagausgabe). Auch einen Parteiausschluss hält er für denkbar: «Es wird mit Sicherheit solche Bemühungen geben. Ich weiß nicht, welche Begründung dem widersprechen könnte.»

Er habe «null Verständnis» für Metzger, betonte Scheer. «Es zur Gewissensfrage zu erklären, ob man die eigene Spitzenkandidatin wählt, geht zu weit. Das ist parteischädigend», sagte Scheer. Ihr Direktmandat habe sie vor allem dem erfolgreichen Wahlkampf der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zu verdanken.

Aha. In einer SPD à la Scheer handelt der parteischädigend, der nach der Wahl noch zu dem steht, was vor der Wahl ausdrücklich und ohne Wenn und Aber betont worden ist. Und wer persönlich zu seinen Versprechen stehen will, der soll doch sein Mandat zurückgeben – aber nicht an den Wähler, sondern an die SPD, die dann damit das machen will, was sie will.

Jetzt könnte man fragen, ob solche Äußerungen wie die von Scheer nicht zum Parteiausschluss führen müssten, weil sie ja übersetzt bedeuten: “Liebe Wähler, egal was wir euch das nächste mal vor der Wahl versprechen, vergesst es. Es spielt nach der Stimmabgabe sowieso keine Rolle mehr.” Das könnte, nun ja, die eine oder andere Stimme von noch denkenden Wahlberechtigten kosten, vermute ich mal. Ein bisserl parteischädigend, Herr Scheer.

Aber angesichts eines solchen unerwarteten Karriereknicks, noch vor der Karriere, kann man ja schon mal durchknallen unsinnige Sätze in Interviews absondern.

Und ansonsten: Natürlich muss die SPD darüber nachdenken, wie und wo sie mit der Linken zusammenarbeitet. Inhaltlich gibt es ja viele Überschneidungen. Nur muss sie das dann eben vor der Wahl auch sagen.

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Google Calendar V1.0

Oder: Seit heute gibt es die erste für mich vernünftig nutzbare Version von Googles Online-Kalender. Denn es gibt endlich ein offizielles und tatsächlich anscheinend absolut simpel zu bedienendes und perfekt funktionierendes kleines Programm, das automatisch den Outlook-Kalender mit dem Google-Kalender synchronisiert. Ich nutze das dank Exchange-Server nur in eine Richtung (Outlook -> Google), damit andere meine Termine sehen können, und es scheint zu klappen.

via: jkOnTheRun

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Wirtschaftskreislauf

Journalisten, die ihrem Beruf ganz traditionell nachgehen und dafür sorgen, dass Papier mit schwarzen Buchstaben bedruckt wird, werden von manchen Bloggern ja belächelt – oder beschimpft. Als von gestern, als Gatekeeper, als Wichtigtuer. Dabei machen wir uns tatsächlich Gedanken, womit wir die Seiten füllen, was eben jene “news” sind, “that fit to print”. Meistens liegen wir damit ganz gut, manchmal auch daneben.

Klar denkt man dabei daran, was vielleicht die Leserschaft anders beurteilen würde als man selbst – und mittelfristig spielen auch Aboentwicklungen eine Rolle.

Aus Gesprächen mit Online-Journalisten-Contentmanagenden kann man dagegen den Eindruck gewinnen, dass die Inhalte völlig beliebig sind, Hauptsache Leute werden von Google gut weitergeschickt und es gibt viele, viele Klicks. Deshalb sind auch Bildergalerien mit möglichst vielen Bildern oder Umfragen mit mehreren Zwischenschritten sehr beliebt.

Bei einen schönen Artikel über die “Ökonomie für Wasserbüffel”, der die Auswirkungen solcher Denke mal entwickelt, mit einer gehörigen Portion Sarkasmus:

Immer noch verführerisch scheint allerdings für Medienmanager die Vorstellung zu sein, dass, so berichtet Cnet begeistert, WordPress auf seinen Sites mit gerade einmal 19 Vollzeitangestellten 135 Millionen Unique Visitors zu generieren vermag (…) Das Zusammenspiel aus automatisch generierten Spamblogs, ebenfalls automatisch zugeschalteten Anzeigen und automatisierten Klickbots, die sich als “Unique Visitors” ausgeben, eröffnet eine Perspektive darauf, wie der kommerzielle Medienkonzern der Zukunft aussehen wird.

Unternehmer-Bots gründen Briefkastenfirmen auf untergegangenen Südseeatollen, die sich nur noch durch die Einnahmen aus der Domainvergabe finanzieren. Dann gründen Verleger-Bots Tausende von Weblogs, die sie mit Blindtexten befüllen und umgehend bei verschiedenen Werbeprogrammen anmelden. Klickbot-Fakes oder Menschen, die noch billiger sind als Klickbot-Fakes, simulieren den notwendigen Traffic. Der Kreis ist geschlossen, zumal die Werbung ihrerseits nur von anderen Briefkastenfirmen kommt. Onkel Luhmann nannte so etwas “operationale Schließung”, glaube ich.

Und, halt, ernstgemeinte Warnung: Man sollte den Artikel bei futurezone zuende lesen, als möglicherweise hier mitlesender Medienmanager oder Online-Contentverwalter. Denn das dicke Ende kommt noch – und es hat was mit Wasserbüffeln zu tun.

via: Schockwellenreiter

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(M)ein Tag auf der Cebit

Der wichtigste Eindruck von meinem heutigen Cebit-Tag: Die Messe lügt. Naja, zumindest schwindelt sie. Überall verbreiteten die Veranstalter, “Green IT” – also ökologische Computersysteme – seien ein Schwerpunkt der diesjährigen Computerschau. Die Realität: Die vollmundig “Green IT Village” genannte Ausstellungsfläche ist mitnichten ein Dorf, nicht mal eine Halle oder ein größerer Teil davon, sondern eine recht bescheidene Fläche in Halle 9, genannt A50, die sich im hintersten Winkel verbirgt und angesichts der etwas merkwürdigen Messe-Stand-Nummerierung nur von denen gefunden werden kann, die wirklich sehr, sehr gezielt danach suchen. Continue reading