Lebenszeichen von der Telekom

Was würde man von einem Bahnunternehmen halten, dessen Mitarbeiter nur mit dem Auto fahren? Oder von einem Autobauer, dessen Repräsentanten grundsätzlich nur die Bahn nehmen? Oder einer Airline, dessen Management niemals fliegt und jede Strecke, egal wie weit, nur mit Auto, Bahn und Schiff zurücklegt? Ich würde zumindest keine Aktien einer solchen Firma haben wollen. Aber das nur so als Gedankenspiel vorneweg, jetzt was ganz anderes.

Ich habe ein Lebenszeichen von der Telekom erhalten. Genau, auf mein Problem mit den merkwürdigen T-Online-Rechnungsbeträgen auf meiner Telekom-Rechnung, über das ich zuletzt hier geschrieben habe.

Merkwürdigerweise kam die Antwort aber nicht als Mail auf eine meiner knapp einem Dutzend elektronischen Anfragen. Und mich hat auch kein freundliches Call-Center angerufen. Ich habe – man ist schließlich ein modernes Telekommunikationsunternehmen und vertreibt auch das iPhone und so – einen Brief bekommen. In einem extra schweren, geradezu luxuriösen Umschlag und auf blütenweißes Papier gedruckt.

Darin werden dann aber weniger meine Fragen beantwortet als mir mitgeteilt:

wir bedauern, dass Sie die Kündigung Ihres Internetzugangs erwägen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass die gewünschte Kündigung nur schriftlich (…)

Es würde uns freuen, wenn Sie Ihre Entscheidung nochmals überdenken.

Immerhin hat man mir auch meine vermeintliche T-Online-Nummer mitgeteilt, so dass ich jetzt mal – schriftlich, per Fax, offenbar darf man mit der Telekom nicht modern kommunizieren wollen – vorsorglich gekündigt habe. Aber vielleicht klappt ja auf diesem Weg auch ein echter Gedankenaustausch, so dass ich mal erneut nachgefragt habe, wie ich denn zu dieser T-Online-Nummer gekommen bin.

Denn ich will meinen Internetzugang gar nicht kündigen. Ich gehe seit geraumer Zeit mit 1&1 ins Netz und bin wirklich zufrieden. Ja, soll es geben.

Aber in diesen Zusammenhang passt diese Agenturmeldung hervorragend, die mir gestern auf den Schreibtisch geflattert ist:

Die Telekom hat in einem Medienbericht erhobene Vorwürfe zurückgewiesen, durch die Einführung eines neuen Computersystems seien massenhaft Aufträge und Beschwerden liegengeblieben. “Wir haben umfangreiche Vorkehrungen getroffen, die genau dieses Fehlerbild ausschließen”, schrieb das Unternehmen am Dienstag in einem Brief an die “stern.de”. Ein Sprecher betonte: “Es werden keine Kundenbeschwerden gelöscht”. Die Kunden würden darauf hingewiesen, dass es zu einer verzögerten Bearbeitung kommen kann. Beschwerden würden zeitnah bearbeitet.

“stern.de” hatte zuvor berichtet, dass bei der Telekom mindestens 300000 unbearbeitete Aufträge aufgelaufen seien. Angeblich funktioniert der Austausch des neuen Computersystems CRM-T nicht, mit dem Tausende von Beratern und Call-Center-Mitarbeiter täglich arbeiteten.

Aus meiner persönlichen bescheidenen Anschauung komme ich zu der, rein subjektiven, Meinungsäußerung: Ich habe den Eindruck, der Telekom-Sprecher ist entweder schlecht informiert – oder er lügt.

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Post vom Quizmaster

Ich habe heute einen Brief der Firma t-online GmbH erhalten, die offenbar suchen.de, die schlechteste lokale Suchmaschine für Deutschland (Eigenwerbung), betreibt und auch die Datenräuber von das Adressverzeichnis webadress.de – bei dem ich, wie unter “Ein Quiz” berichtet, ungefragt mit meiner privaten Postadresse als Geschäft “Beschriftungen” in der Nähe von Frankfurt (Oder) aufgeführt werde.

In dem Brief schreibt mir ein(e) M. Waltenberger:

wir bedanken uns für Ihre Mitteilung an t-info. Nach unserem Verständnis möchten Sie nicht, dass die von t-info unter der Internetadresse www.webadress.de betriebene Suchmaschine auf Ihren Eintrag als Suchergebnis verlinkt. Wir kommen diesem Wunsch gerne nach und werden Ihren Eintrag so schnell wie möglich aus unserem Index löschen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Löschung einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Wir hoffen, dass wir die Angelegenheit in Ihrem Sinne erledigen konnten. (…)

Nun ja, nicht wirklich. Schließlich wüsste ich schon gerne, warum t-info glaubt, ich würde geschäftlich Beschriftungen herstellen und wieso Berlin plötzlich bei Frankfurt (Oder) liegt.

Aber die beiliegende Auskunft “gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz” hat mich dann doch verwundert. Da heißt es:

Herkunft der Daten unter Ziffer 1 (§ 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1,2. Halbsdatz BDSG): Die Daten wurden von unserem System von einer frei zugänglichen Internetseite eingelesen. URL: www.streim.de

Das bedeutet, M. Waltenberger und Konsorten glauben, dass jeder Websitebetreiber, der seiner Impressumspflicht nachkommt, damit einverstanden ist, mit seiner Privatadresse und einem völlig willkürlich erfundenen Geschäft an einem abstrusen Ort in der schlechtesten lokalen Suchmaschine der Welt bei webadress.de aufgenommen zu werden? Habe ich das etwa richtig verstanden?

Mein Brief an den Berliner Datenschutzbeauftragten lautet dazu wie folgt Continue reading