Geburtstagsgruß ans Web

Jetzt hat auch die MAZ gratuliert. Dem World-Wide-Web. Und seinem Erfinder. Und irgendwie ja auch uns allen:

INTERNET: Revolution mit drei Buchstaben

Vor gerade mal 15 Jahren ging die erste Webseite ans Netz / Das World-Wide-Web machte das viel ältere Internet bekannt

Eigentlich sollten Wissenschaftler nur ihre Forschungsberichte leichter veröffentlichen können. Doch mit der Erfindung des www hat das Internet Einzug in unseren Alltag gefunden.

Schnell noch zwei Rechnungen überweisen. Ein kurzer Blick, ob sich an den Abflugzeiten des Ferienfliegers etwas geändert hat. Wie ist eigentlich das Wetter im Süden? Nicht vergessen, die Blumen für den anstehenden Geburtstag der Mutter zu bestellen. Und bei der Gelegenheit gleich noch beim Versandhändler das lange auf dem eigenen Wunschzettel stehende Buch und die neue „Madonna”-CD ordern. Apropos Lesen, das Abo der Tageszeitung kann man da doch auch noch schnell für die nächsten 14 Tage an die gute Freundin umleiten. Zwischendrin mal schauen, ob Energie Cottbus eigentlich gewonnen hat. Und schließlich einen Lexikonartikel über das Reiseziel ausdrucken, als Lektüre für die Wartezeit im Flughafen und als aktuelle Ergänzung zum Reiseführer.

All das und noch viel mehr lässt sich heute vom Schreibtisch aus erledigen. Ohne ein einziges mal aufzustehen, ohne zum Telefon greifen zu müssen, allein mit dem eigenen PC – sofern dieser ans Internet angeschlossen ist. Für die Feststellung dürfte man vielfach Achselzucken ernten, so selbstverständlich ist das. Wer Ende 20 ist oder jünger, der wird sich sogar sagen: Das war doch schon immer so. Und auch den Älteren fällt es inzwischen manchmal schwer sich vorzustellen, wie man dieses oder jenes „vor dem Internet” überhaupt erledigt hat. Journalisten, die schon berufsmäßig den ganzen Tag nach Informationen suchen, sind da keine Ausnahme.

Eigentlich schwer zu glauben, dass das World-Wide-Web – das weltweite Netz, gerne auch nur Web oder WWW genannt – nicht mal volljährig ist, sondern mitten in der Pubertät steckt. (weiter)

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Schlüsseldienst

Da ich trotz viel gegoogle und rumgelese nix dazu gefunden habe, bis ich es ausprobiert habe:

GnuPG läuft bei mir – bisher – reibungslos mit Outlook 2007 zusammen, und zwar über Gpg4Win Version 1.1.3. Auch wenn dort steht, es ist nur für Outlook 2003. Ok, vielleicht kommt das böse Erwachen ja noch, aber bisher geht es.

Nicht funktioniert hat bei meinem Kurzversuch die aktuelle Beta 1.9.1. Da konnte ich schlicht keine Nachricht mehr senden, wenn ich unterschreiben oder verschlüsseln gewählt hatte. Es passierte einfach: nichts.

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Wir werden Europameister!

Keine Frage – der Titel ist uns so gut wie sicher. Der Fußballmacht Weißrussland ein 2:2 unentschieden im eigenen Land abgetrotzt, das muss uns erst mal jemand nachmachen. Da können Italien oder Holland doch kommen. Und nur Kleingeister werden sagen: Das erste deutsche Tor war abseits, das zweite ein Eigentor. Na und? So hat Deutschland sich schon immer zum Ziel gemogelt gekämpft, mit einer starken Mannschaftsleistung.

Nur eines kann uns noch gefährlich werden: Schieberei. Schmu. Betrug.

Angeblich ist nämlich bereits alles abgekartet – und die Österreicher als Gastgeber schanzen sich selbst den Titel zu.

Wunder von Wien

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Die stotternde SPD

Nein, so richtig rund läuft der Motor der Sozialdemokratie gerade nicht. Man könnte sogar sagen: Er stottert ein bisschen. Und das wäre noch freundlich untertrieben. Wäre die SPD kein Motor, sondern ein Mensch, dann würde man sagen: Die hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Total durchgeknallt.

Ich meine, Brandenburgs Finanzminister Rainer Speer (SPD) hatte es im Gespräch mit der “Märkischen Allgemeinen” ja schon mal, auf den Parteivorsitzenden gemünzt, prägnant zusammengefasst: “Der Beck hat manchmal einen Aussetzer, und da hatte er wieder einen.“

Und heute kann man mit Sicherheit feststellen: nicht nur der Beck.

Da war doch schon Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD, natürlich), der einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss forderte. Weil, so die Feststellung, Schüler ohne Schulabschluss es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben als solche mit. Kann man nur hoffen, dass Scholz & Co. die Statistiken nicht weiter als bis zur ersten oder zweiten Seite lesen – und dann feststellen, dass Akademiker auf dem Arbeitsmarkt immer noch leichter einen Job finden als Nichtakademiker.

Die logische Konsequenz à la SPD wäre dann ja: Rechtsanspruch auf ein Diplom. Oder wenigstens einen Bachelor. Und wenn der nächste Wahlkampf deut, dann könnte man ja noch den Master, den Doktor oder gar den Professor obendrauf packen.

Es wäre vermutlich fruchtlos, möglicherweise guten Parteipolitikern, die aber nicht mehr in der Lage sind nicht mehr gewillt sind, einfache Zusammenhänge zu verstehen, zu erklären, dass das so ist wie im Fußballstadion. Wer da auf der Tribüne aufspringt, kann besser sehen. Wenn aber alle aufspringen oder gar noch per Stadionordnung zum Springen gebracht werden, dann sehen wieder alle genau so viel wie vorher. Nur die Großen, die sehen vielleicht jetzt sogar noch ein bisschen besser als vorher; anders die Kleinen. Nein, sowas würde Olaf Scholz in seiner doch recht eigenen Welt nicht mehr verstehen.

Am 1. Mai 2008 in Berlin.

Und jetzt höre ich, während nebenan der Tischler am Küchenfenster werkelt, im Radio den nächsten Geniestreich der deutschen Sozialdemokratie:

Die Energiepolitiker der SPD-Bundestagsfraktion bereiten einen Gesetzentwurf vor, mit dem Energieversorger zu einer sozialen Staffelung ihrer Strom- und Gaspreise gezwungen werden sollen. (…) SPD-Fraktionschef Ulrich Kelber will Energieversorger dazu verpflichten, beispielsweise die ersten 500 Kilowattstunden Strom pro Kopf «deutlich günstiger» als der Durchschnittspreis anzubieten: «Das ist massiv familienfreundlich und entlastet vor allem auch Haushalte mit geringem Einkommen.»

Mit ein bisschen Nachrechnen dürfte Kelber & Konsorten auffallen, dass dann der überdurchschnittliche Durchschnittsbetrag, der den Energieversorgern fehlt, von den Mehr-Verbrauchern bezahlt werden muss. Aber das ist ja eher eine Kleinigkeit.

Viel eher Frage ich mich: Wann fordert Herr Kelber, dass die Milch im Supermarkt gestaffelt ausgepreist wird? Bis 2000 Euro brutto im Monat kostet es weniger als darüber, ab 5000 Euro wird eine Reichen-Milch-Abgabe fällt, die zweckgebunden das kostenlose Kita-Essen finanziert. Und an der Tankstelle, klar, wer nur 20 Liter tankt, der bekommt die günstiger, als wenn einer in seine Nobelkarosse 80 Liter auf einen Schlag tanken kann. Das ist soziale Gerechtigkeit à la SPD.

Irgendwann hatten kluge Leute mal Sozialsysteme wie Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung mit entsprechenden Abgaben eingeführt. Und ein Steuersystem, in das jeder nach Einkommen einzahlt. Und aus diesen ganzen Einnahmen wird dann das gemacht, was sehr notwendig ist – nämlich umverteilt. Das funktioniert eigentlich auch ganz gut. Wenn aber plötzlich diese Umverteilung nicht mehr im großen System, sondern überall im Kleinen – an der Tankstelle eben, am Milchregal, vielleicht noch in der Kneipe oder an der Kinokasse – gemacht wird, dann brauchen wir das große System gar nicht mehr. Aber ob dadurch die Welt besser und gerechter wäre?

Besser und gerechter wäre es auf jeden Fall, wenn es eine IQ-Quote für Vorschläge der Scholzens, Kelbers & Co.s gäbe.

Aber interessant finde ich ja noch dieses Argument aus dem Kelber-Vorschlag:

Es sei belegt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Strom umso niedriger sei, je geringer das Einkommen ist, da diese Haushalte weniger stromverbrauchende Geräte besäßen.

Dabei bezieht er sich offenbar auf dieses Hintergrundpapier des Statistischen Bundesamtes. Darin wird tatsächlich festgestellt, dass Haushalte mit höherem Einkommen mehr technische Geräte – etwa Wäschetrockner oder Computer – besitzen.

Wobei: besitzen und Stromverbrauch ist ja noch ein Unterschied. Nur mal so zum Nachdenken diese Zahl:

In Haushalten mit einem Monatseinkommen von 4000 Euro und mehr sitzen die Menschen laut GfK-Marktforschung am wenigsten vor dem Fernseher: zwei Stunden und 20 Minuten pro Tag. Dagegen läuft bei Erwachsenen mit bis 1000 Euro Haushaltseinkommen der Fernseher im Schnitt fünf Stunden und 16 Minuten.

Wie wäre es dann mit einem Pay-per-Minute-finanziertem öffentlich-rechtlichen Sendermodell. Nur zur Umweltentlastung, versteht sich. Und die ersten 15 Minuten können ja auch billiger sein als der Rest, damit der Bürger günstig seine SPD-Heroen in der “Tagesschau” gucken kann.

Aber am Ende, das soll hier nicht verschwiegen werden, gilt ja eh ein weister Satz, den ein Kollege aus der Sportredaktion jüngst in unserer Mittagssitzung formuliert hat: “Marktwirtschaft ist immer Abzocke.”

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Eurovision Song Contest

Also ich habe mir die zweite Hälfte vom “Untergang der No Angels” (der Sat1-Film-Film des Jahres 2008 oder das ZDF-History-Drama mit nachfolgender Zeitzeugen-Beschau featuring Guido Knopp?) auch angeschaut.

Und ich habe sogar eine Stimme abgegeben – die aber bei den von Deutschland vergebenen Punkten gar nicht dabei war. Da wittere ich doch Betrug – und dafür gibt’s hier das Lied aus Spanien nochmal zum Anhören. Mit untertiteln, was er denn da so singt:

Und, ja, ich habe auch noch ein zweites Mal angerufen und abgestimmt – für Serbien:

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Morgens um 10 Uhr…

…ist in Friedrichshain noch der Hund begraben. Oder anders gesagt: Ich habe mich mit einem Freund heute um diese Uhrzeit dort verabredet – aber so ziemlich alle Cafés hatten noch dicht. Die, wo schon Menschen zu sehen waren, murmelten was von “erst um 11 Uhr”. Der Rest war einfach: verlassen.

Ok, wir haben noch was gefunden. In der Simon-Dach-Straße. Aber, hey, schlafen denn all die Kreativen, Projektler und was auch immer so lange und braucht keiner vor 11 mal Koffein? Das kann doch gar nicht sein.

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Qualitätsjournalismus (4)

Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, hat entschieden, dass sich Berlin bei der Abstimmung über den EU-Reformvertrag enthält. Weil Linke und SPD sich nicht einigen konnten – und der Koalitionsvertrag in der Bundeshauptstadt das dann so vorsieht. Kann man verschiedener Meinung zu sein, wenn man den Sachverhalt erzählt bekommt.

Bei “Spiegel Online” wird die Nachricht dem Leser aber gleich wertend einordnend angespriesen: in der Überschrift.

Erst stand da heute was von “Kniefall”:

Danach wird daraus dann ein “Kotau”:

Wenn man nur auf Klickzahlen starrt, muss man wohl immer reißerischer werden. Für Sachinformationen ist da kein Platz mehr, höchstens bei den Links zu “weiteren Informationen” oder so.

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Mal echter Scheiß

Sebastian Edathy muss man eigentlich nicht unbedingt kennen. Er ist Bundestagsabgeordneter, der SPD, aber was heißt das schon bei dem Thema, um das es hier geht: Innere Sicherheit. Edathy ist nämlich auch Vorsitzender des Innenausschusses.

Und deshalb hat ihn mein Lieblings-Radio-Sender, Radio1, zum Interview gebeten, morgens, und wollte mich ihm über, naja, Innere Sicherheit eben, reden, genauer: über das neue BKA-Gesetz und die Möglichkeit der Videoüberwachung in Wohnungen. Das war zwar schon am 21. April, aber ich habe es leider verpasst – und bin erst jetzt von netten Kollegen auf dieses denkwürdige, wenn auch kurze, Gespräch hingewiesen worden.

Die Moderatoren wollten nämlich als Einstieg nur wissen, ob Edathy sich eigentlich nackt oder angezogen die Zähne putzt. Doch der – verstand nix (was bei Innenpolitikern öfter vorkommt, scheint eine Berufskrankheit zu sein). Und brach das Gespräch mit dem schönen Satz “Was soll der Scheiß…?” ab. Finaler Rettungsschuss Rettungsversuch, sozusagen.

Nachhören kann man das direkt bei Radio1. Oder hier.

Und irgendjemand hat die Gelegenheit genutzt und das ganze in ein hübsches Video gepackt, garniert mit passenden Bildern und mindestens genauso dummen geistreichen Sätzen unserer Bundeskanzlerin wie eben jenes “Was soll der Scheiß…?”

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