Gnadenlos richtig

Heute, anlässlich der Telekom-Hauptversammlung, hat der Fernsehsender n-tv eine Pressemitteilung in die Redaktionsstuben geschickt mit zwei kurzen Zitaten von

Hubertus Primus, Chefredakteur Stiftung Warentest

Der da sagt:

“Der Service der Telekom ist schlecht wie bei allen anderen Anbietern auch. Aber da könnte sie sich gerade profilieren. Aber wenn man mal einen Tarif wechseln will oder einen anderen DSL-Anbieter wählt, dann merkt man, wie schlecht der Service ist, und da hat sich wenig gebessert.” (16 sek.)

Und:

“Insgesamt, über alle Tarife gesehen, ist die Telekom sicherlich teurer als alle anderen Anbieter. Wenn man aber einfacher Festnetzkunde ist, ohne Flatrate, lässt die Telekom ja zu, dass man Billigvorwahlen nutz, und da ist sie etwas billiger. Aber insgesamt ist sie natürlich der teuerste Anbieter. Was heißt natürlich – das wäre natürlich, wenn der Service stimmen würde, aber der stimmt leider nicht.

Hervorhebung im letzten Fall von mir.

Ich kann das nur bestätigen, das ist gnadenlos richtig. Und, liebe Telekom, auf den versprochenen Anruf warte ich noch immer.

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Und wieder ein Mordversuch

Raketen aus dem Gaza-Streifen auf Israel, Tag für Tag. In der Regel interessiert das die Weltöffentlichkeit gar nicht mehr. Solange es nicht eine Reaktion der Israelis gibt, wenn die in die Nachrichten kommt, dann wird meist ein verschämtes “reagierte damit auf den andauernden Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen” herangehängt.

Pünktlich zum 60. Jahrestag der Staatsgründung haben Hamas & Co. heute ein Einkaufszentrum in der 100.000-Einwohner-Stadt Aschkelon getroffen. Das ist ein Vielfacher Mordversuch. Man braucht wenig Fantasie, um sich die Reaktion Israels in den kommenden Tagen vorzustellen. Und man braucht wenig Fantasie, um sich dann die Reaktion der Kommentatoren hierzulande, die von “Gewaltspirale” und der “verfehlten Politik Israels gegenüber den Palästinensern” sprechen und schreiben werden.

Dabei sollte man vielleicht doch einmal die Fantasie aufbringen, und sich mal vorstellen, was wohl los wäre, wenn irgendwer ein Einkaufszentrum in Deutschland oder den USA mit Raketen beschießen würde. Würde man dann fordern, man solle mit den Schützen, die stolz ihre Urheberschaft des Anschlags verkünden, doch endlich mal Gespräche führen, weil man an ihnen ja nicht vorbei käme? Würde dann von “Bild”, “taz” & Co. wohl gefordert, man solle jetzt auf jeden Fall Zurückhaltung üben um nur ja nicht den Provokateuren am Abzugshebel der Raketenwerfer in die Hände zu spielen? Würde man wohl Verständnis äußern, dass die Todesschützen ja gar nicht anders könnten als zu schießen, weil die Umstände, nun ja, eben so seien?

Und, wo wir schon bei Fantasie sind, wer nennt eigentlich die Sudetendeutschen in diesem Land noch Flüchtinge? Oder die Deutschen, die 1945 aus Ostpreußen kamen? Aber nach 60 Jahren gibt es in den Palästinensergebieten, die doch so gerne (und richtigerweise) ein eigener Staat wären, noch “Flüchtlingslager”.

Irgendwas läuft da doch ziemlich schief. Und nicht nur, weil es Geburtstag feiert, kann ich nur sagen: die israelische Politik ist sicher nicht der Hauptgrund dafür.

Und ich könnte kotzen, wenn ich dann passend dazu noch dieses lesen darf:

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Israel erneut mit scharfen Worten angegriffen. Israel sei ein “terroristischer und krimineller Staat”, sagte Ahmadinedschad am Dienstag in Teheran. Das “Regime” werde aber “bald von den Palästinensern weggeschwemmt”. Es sei “vom Westen zwecklos, für etwas eine Geburtstagsfeier zu veranstalten, das bereits tot ist”, erklärte der für seine Verbalattacken bekannte iranische Präsident zu den Feiern zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels.

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Karneval der Kulturen

Mit kleiner Verspätung hier ein paar Impressionen vom “Karneval der Kulturen” 2008 in Berlin.

Wir haben Berlins ungeschicktesten Eisstand-Betreiber (erst ewig die Eismaschine nicht kalt genug, dann kein Wechselgeld) begutachtet, einen farbenprächtigen Umzug mit nur gaaaaanz wenigen Staupausen erlebt, Gyros in Riesen-Pita fast ohne Gyros gegessen sowie den weltweit wohl fast einmaligen praktisch alkoholfreien Mojito getrunken. Aber es war wirklich schön.

Alle 181 Bilder lassen sich hier auf meiner 23hq-Seite anschauen.

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Seltenheitswert

…hat vielleicht bald dieses Foto:

Hertha BSC - Nürnberg

Ein Blick auf den Nürnberger-Gästeblock beim heutigen Spiel Hertha BSC gegen 1. FC Nürnberg (1:0), bei dem die Nürnberger nicht so gespielt haben, als ob sie sich der Lage bewusst wären, dass sie unbedingt gewinnen und drei Punkte holen müssen. Falls nicht noch ein Wunder am nächsten Sonnabend geschieht, dann steigt Nürnberg ab – und zwar völlig zurecht, nach dem Auftritt.

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Happy Birthday, Israel

… und “Mazel Tov”!

Eigentlich hast Du ja erst am 14. Mai Geburtstag, den 60., aber weil alle Welt schon rumgratuliert und auch Du ja schon damit beschäftigt bist, zu feiern, wollte ich auf jeden Fall nicht zu spät kommen.

Und lass Dir nicht von solchen Umfragen bzw. der Meinung, die da rauskommt, die Feierlaune verderben

Ob sie diese Aufbauleistung der Israelis bewunderten, fragten IP und Forsa die Bundesbürger. Die Antwort war eindeutig: Nur 13 Prozent äußern Bewunderung. 57 Prozent sehen Israel wegen seines Dauerkonflikts mit den Palästinensern kritisch. Im Gegensatz zu den Amerikanern, die sich bei Umfragen regelmäßig mit Zweidrittelmehrheit proisraelisch zeigen, hegen die Deutschen für den nach dem deutschen Massenmord an sechs Millionen Juden gegründeten Judenstaat offenbar wenig verständnisvolle, gar freundschaftliche Gefühle.

es reicht schon, wenn ich mich darüber ärgere.

Ich erinnere mich derweil an schöne Tage (damals oder damals)- und freue mich auf ein Wiedersehen.

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Wir haben alles im Griff

Ein netter Beitrag zum Thema “ach, das Problem bekommen wir mit genug Forschungsmillionen und ein bisschne Private-Public-Partnership schon hin”:

xkdc

Ja, ich mag xkdc – auch wenn der Humor sich nicht jedem erschließt. Und ich auch nicht jeden der Cartoons verstehe. Aber viele sind einfach nur witzig. Und sympathisch. Und ein bisschen auch mit Gefühl.

Oder wie soll man diesen Beitrag zum Thema “Billige Navigationssystem” anders nennen?

Billige Navigationssysteme

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Verlassen Sie sich auf mich

Denn mit meiner [ät] streim.de – Adresse gelte ich als gewissenhaft. Haben amerikanische Wissenschaftler Forscher der Universität Leipzig herausgefunden, wie die “Leipziger Volkszeitung” berichtet:

Personen mit einer “.de”-Domäne wurden als gewissenhafter eingeschätzt als Personen mit einer “.com”-Domäne

Auch sonst verrate die Wahl der Email-Adresse eine Menge über die Persönlichkeit des Epost-Benutzers, heißt es weiter.

Klingt eigentlich ganz interessant und die Studie “Emailaddresses give away personality” kann man auch online einsehen bei ScienceDirect, aber nur gegen Geld. Und 7,50 US-Dollar sind mir trotz des starken Euro irgendwie zuviel.

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Die hirntote Telekom

Als Blogautor schaut man natürlich gerne hin und wieder, wer sich so auf seiner Seite rumtreibt. Man kann natürlich nicht direkt schauen, wer da ist – aber man kann relativ leicht sehen, woher Leute kommen. Viele kommen über Google. Und dann sieht man auch, mit welchem Suchbegriff sich der Klick verbunden hat. Oft geht es um “Wörter mit 12 Buchstaben” oder ähnlichem. Die Leute sind vermutlich eher enttäuscht über mein kleines sprachliches Angebot – sorry dafür.

Erstaunlich oft wird aber auch “Ralf Hoßbach” gegoogelt, oder “Ralf Hoßbach Telekom”. Entweder der Mann leidet an einer Form extremen Ego-Googlings. Oder aber wirklich viele Leute wollen gerne wissen, wer der Mann ist, der so lustige Briefe schreibt.

So oder so, ich glaube, er ist ein sehr einsamer Mensch. Er firmiert nämlich auf den Schriftstücken der Deutschen Telekom als “Leiter Kundenservice”. Und meine auf persönliche Erfahrung gestützte Vermutung ist, dass diese Abteilung klein sein dürfte. Sehr klein. Sehr, sehr klein. Um nicht zu sagen: Ich befüchte, Herr Hoßbach ist dort der einzige und völlig damit ausgelastet, Briefe auszudrucken und zuzukleben. Oder aber es gibt Ralf Hoßbach gar nicht, sondern Telekom-Chef Rene Obermann hat einfach irgendwo bei russischen oder chinesischen Spammern eine Unterschriften-Clipart mit diesem Namenszug gekauft, den Rest erledigen mehr oder weniger intelligente Computerprogramme, die ja auch den Email-Schriftverkehr mit den Kunden wortreich ignorieren abwickeln.

Alles ziemlich spekulativ. Die Telekom scheint mir einfach nicht zu bekommen. Ich habe ja, nun, wie soll man es sagen, ein winziges Problem mit dem ehemaligen Staatsmonopolisten, zu dessen treuen Kunden aus Überzeugung (es war früher eben nicht alles schlecht) ich mich zähle. Ich habe darüber ja schon ein bisschen geschrieben, hier zum Beispiel, und hier. Aber auch hier.

Im Kern könnte man sagen, dass ich seit geraumer Zeit, es sind etliche Wochen, versuche herauszufinden, warum die Telekom mir plötzlich einen T-Online-Account in Rechnung stellt. So von einem Monat auf den anderen. Ohne dass ich mich erinnern kann, etwas getan zu haben. Mails hatten wenig Sinn und wurden mit variierenden Floskel-Ansammlungen beantwortet, die im Kern “haben Sie Geduld” beinhalteten. Ein Anruf bei der Hotline führte nur zu weiterem Warten. Und irgendwann kam ein Brief, der mir zwar keine Antwort gab, mir aber mitteilte, eine Kündigung meines T-Online-Accounts sei nur schriftlich möglich.

Nun, ich bin vielleicht hartnäckig, aber doch noch nicht völlig durchgeknallt. Deshalb habe ich den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und einfach schriftlich den T-Online-Account, von dem ich so gern wüsste, woher ich ihn plötzlich (wieder?) habe, gekündigt.

Und heute? Heute übertrifft sich die Telekom wieder einmal selbst. Herr Hoßbach schreibt mir. Und zwar, dass meine Kündigung angekommen sei und es der Telekom leid täte, dass ich gekündigt hätte. Und dann schreibt er weiter (und das ist jetzt nicht erfunden, sondern die Wahrheit und nichts als die Wahrheit):

Da wir unsere Leistungen stetig verbessern möchten, sind wir sehr an Ihrer Meinung interessiert. Deshalb melden wir uns in den nächsten Tagen noch einmal telefonisch bei Ihnen, um die Gründe, die zu Ihrer Entscheidung geführt haben, besser zu verstehen. Wir freuen uns auf das Gespräch!

Nein, die Reaktion beweist: tot ist die Telekom noch nicht. Da funktioniert noch was. Wenn Reize über das vegetative Nervensystem kommen, zuckt es. Da werden Kündigungsbestätigungen verschickt und so. Alle Kommunikation auf das Minimum runtergefahren, aber irgendwas lebt da noch. Doch ehrlich gesagt, ich befürchte der Laden ist hirntot. Wenn man die Kunden erst dann zurückruft, wenn sie bereits gekündigt haben und vorher jedes Gespräch verweigert, dann kann man das nicht anders nennen.

Auf der anderen Seite: Wer weiß, ob wirklich jemand anruft. Wenn, dann freue ich mich auch. Ich diktiere ihr oder ihm dann den Link zu dieser Seite und bitte darum, dass er das als Grund für meine Kündigung eingibt. Und wenn ich mutig bin, dann frage ich sie oder ihn auch noch, ob sie oder er schon mal Herrn Hoßbach gesehen hat. In der Kantine vielleicht.

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