Blick in den Spiegel

Ich weiß, ich kann gar kein Blogger sein, weil ich ja Journalist bin, aber irgendwie fühle ich mich trotzdem als solcher, weil ich nun mal blogge.

Und damit bin ich

Deutsche Blogger sind für mich, wie ich sie kennen gelernt habe, im Wesentlichen ein überakademisierter Haufen linksalternativer bis linksliberaler Attac-naher Systemkritiker, die zum einen zu dem für Uni-Leute typischen Verheddern zwischen Theorien neigen und zum anderen zur für politische Extremisten typischen Gleichmacherei. Eine abenteuerliche Mischung. In jedem Fall nicht die Charaktereigenschaften, um mit jemandem ein Business aufzuziehen.

nicht geeignet zum “Business aufziehen”. Und das finde ich jetzt eigentlich ein total tolles Kompliment. Auch wenn es nicht so gedacht war.

via: lanu

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Amtlich: Die Zeitung ist tot

Für einen Journalisten, der bei einer regionalen Tageszeitung arbeitet, natürlich eine schlechte Nachricht: “In zehn Jahren gibt es keine Zeitung mehr”.

Und der, der das gesagt hat, muss es ja wissen – schließlich ist er vom Fach schließlich ist er irgendwie prominent. Es handelt sich nämlich um Microsoft-Chef Steve Ballmer, der das der “Washington Post” erklärte, “>wie “Spiegel Online” berichtet.

Außerdem werde es auch keine Magazine mehr geben, denn 2018 “wird es keinen Medienkonsum mehr geben, der nicht über ein IP-Netzwerk abläuft”. In dem Artikel heißt es:

Alle Medien, glaubt Ballmer, werden im Internet aufgehen. Und zwar wirklich alle: “Es wird keine Zeitungen, keine Magazine mehr geben, die in Papierform geliefert werden. Alles wird in elektronischer Form geliefert werden.”

Naja, wenn der Vorstandschef eines Autokonzerns das Ende des Schienenverkehrs vorhersagen würde, würden man vermutlich auch a) lächeln und b) es als ein bisschen interessengeleitet einordnen.

Und zudem weiß ja Microsoft eh immer viiiiiel früher als alle anderen, wohin die Reise geht. Deshalb hat Microsoft das Internet ja auch lange Zeit als vernachlässigenbar angesehen. Bis jetzt eben. Irgendwie.

Ich mache mal eine Gegenwette auf: Es wird länger gedruckte Zeitungen und Magazine auf dem Planeten geben als Microsoft als eigenständiges Unternehmen.

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No more Flatrates!

Die größte Seuche der modernen Zeit sind: Flatrates. Einmal zahlen, so viel bekommen wie man will. Das “All You Can Eat” für jedes Produkt. Beim Essen hat man recht schnell gemerkt, dass übermäßiger Konsum – also mehr vertilgen als der Magen Platz hat – zu Übelkeit führt.

Bei anderen Flatrates funktioniert das leider nicht so gut. Bei der Telefon-Flatrate zum Beispiel. Seitdem es dieses “Is ja eh bezahlt, jetzt wird auch geplappert”-Gefühl gibt, kann man sich in einer durchschnittlichen Berliner U-Bahn nicht mehr aufhalten, ohne von links mit Beziehungsgequatsche und von rechts von einem Studi, der einem anderen gerade die Vorzüge seine Mac erläutert, beschallt zu werden. Beide natürlich alleine dasitzend und in ihre Handys, respektive Freisprecheinrichtungen quatschend.

Mal ehrlich: In der guten alten Zeit hätte er vielleicht sein Mac-Experten-Buch aus Papier gelesen und sie traurig dagesessen und melancholische Blicke durch das Abteil geworfen. Vielleicht hätten sie sich kurz angeschaut, gelächelt. Blicke getauscht. Vielleicht miteinander ein Gespräch begonnen. Was auch immer. Jetzt wird: gequasselt.

Und gestern in der U7. Minutenlang, gefühlte Stunden, spricht eine junge Frau immer wieder einen Halbsatz in ihr Handy, gefolgt von einem lauten “Du, ich versteh’ Dich so schlecht, was hast Du gesagt? Ich versteh’ Dich ganz schlecht.” Immer wieder. Und wieder. Solche Leute rennen wahrscheinlich auch zehnmal gegen eine Glastür um dann zu sagen: “Ach so, ziehen!” Auf jeden Fall, nachdem der Nervpegel bei 9,8 angekommen ist, sagt sie: “Du, ich glaube das liegt an der U-Bahn. Ich rufe Dich in einer halben Minute nochmal an, da bin ich raus.”

Ich finde, das ist Körperverletzung. Und schuld sind: die Flatrates. Früher, als Mobiltelefonieren schweineteuer war, hätte das kein Mensch gemacht. Keiner!

Deshalb bin ich dafür, von den Milchbauern zu lernen: Manche Dinge sind einfach zu billig, das zerstört unser Sozialwesen (Müllgespräche überalle / keine Landwirtschaft mehr), das muss geändert werden. Wenn höhere Milchpreise in dem einen Fall helfen können, dann könnten ja vielleicht…

Bei der nächsten Bundestagswahl hat die Partei bei mir die besten Chancen, die ein glasklares Verbot von Handy-Flatrates und mobilen Billigtelefonaten ins Programm schreibt. Nicht nur Flatrate-Partys mit Koma-Saufen sind eine Gefahr, auch Dauertelefonate mit Koma-Quatschen (vor allem für die unbeteiligten Zuhörer) müssen unterbunden werden, bevor es zu spät gibt.

Gibt es eigentlich schon eine Anti-Flatrate-Bürgerinitiative? Wenn nicht, dann melde ich sie hiermit zur Gründung an.

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Ubuntu: 3+

Ich hatte ja schon vor geraumer Zeit mal geschrieben, dass ich Linux eigentlich eine tolle Sache finde. Obwohl ich mich selbst nicht gerade als Computer-Laien einstufen würde, haben meine vergangenen Versuche mit verschiedenen Distributionen (vor allem Suse) nie zu so richtig brauchbaren Ergebnissen geführt. Etliches ging einfach nicht – was bei mir die Frage, ob ein gewisser Komfortverlust dann durch den Kein-Windows-Mehr-Effekt ausgeglichen wird, immer mit “Nein” beantworten ließ.

Doch jetzt bin ich einigermaßen Baff. Ich habe Ubuntu 8.04 installiert – und auf Anhieb lief praktisch alles. Die Hardware komplett erkannt, sogar Wlan und die Logitech-Tastatur, bei der selbst die Sonderkeys für Multimedia etc. funktionieren. Nicht schlecht.

Get Ubuntu!

Dazu eine aufgeräumte, leicht verständliche Gnome-Oberfläche und keine Probleme, auf die Windows-Laufwerke zuzugreifen.

Ehrlich gesagt, fast könnte ich mir den Komplettumstieg vorstellen. Immer mehr der Arbeit am PC findet eh mit Web-basierten Anwendungen statt, zum Beispiel Evernote Beta.

Ich müsste mal eine Liste machen, was ich wirklich am Computer mache und was ich daher brauche. Spontan fallen mir ein paar Dinge ein, bei denen Ubuntu / Linux immer noch Defizite hat.

Das Wichtigste – und ein K.o.-Kriterium für mich derzeit:

Keine Möglichkeit, auf einen Exchange 2007-Server zuzugreifen und dort, jenseits von IMAP, Mails abzurufen, geschweige denn den Kalender und die Kontakte zu synchronisieren. Schade eigentlich, wenn das ginge, wären die anderen Probleme wohl zu lösen.

Sonst gibt es nämlich vor allem ein paar Windows-Programme, die ich gerne weiter nutzen würde, weil es dafür keine praktikablen Alternativen gibt (bzw. ich sie nicht kenne; Tipps jederzeit sehr willkommen): StarMoney, Imatch Fotoverwaltung, DxO Optics zur Bildbearbeitung. Aber die dürften in einer Virtualbox Windows-Maschine ja prima laufen, StarMoney habe ich da schon mal vorgetestet.

Also, mein Zwischenfazit: Linux ist auf einem guten Weg. Ich gebe die Note “3+”, knapp an einer zwei vorbei. Aber ein paar Schritte fehlen noch zum Ziel.

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Ein Fall für 129(a)

Wer seine Mails verschlüsselt, macht sich verdächtig. Derzeit nur in Österreich, aber im Fall der Fälle sicher auch hier. Wobei das zumindest merkwürdig wäre, weil das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie selbst ja sehr offensiv für den Einsatz von Verschlüsselung wirbt. Eine Falle? Paranoia, ick hör’ dir trapsen.

Merkwürdig ist ja auch, wie detailliert manche Texte in der Zeitung sind, etwa in der “Berliner Zeitung”:

Der Tatablauf ist meist gleich. Die Brandstifter legen glühende Grillkohle auf die Reifen und verschwinden. Es dauere bis zu zehn Minuten, bis der Brand ausbreche, sagen Ermittler. In dieser Zeit verschwinden die Täter. Selbst der verstärkte Einsatz von Polizisten könne nicht für lückenlose Überwachung sorgen. “Die können nicht überall sein”, sagen Fahnder.

Wurde die “radikal” nicht mal verboten, weil da Anleitungen für allerlei Zeugs drin waren?

Ich bin jedenfalls am Samstag mit sehr gemischen Gefühlen in unseren Supermarkt gegangen. Gleich am Eingang bietet sich nämlich dieses Bild:

Grillkohle

Mit Grillkohle will man derzeit ja lieber als guter Bürger nicht gesehen werden. Oder gar, aus versehen, ein Haar auf so einem Sack verlieren, im vorübergehen. Schwupps, gibt’s ‘ne DNA-Spur. Vielleicht sollte man diesen Blog-Beitrag auch lieber verschlüsseln. Wobei – das würde ja auch wieder verdächtig machen.

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