An alle! An alle!

Irgendwie war der Protest der deutschen Milchbauern angenehm übersichtlich. Es ging einfach darum, mehr Geld für den Liter Milch zu bekommen, damit die Einnahmen wenigstens die Ausgaben decken. Verglichen mit Tarifverhandlungen mit ihren Stufenerhöhungen und Laufzeitdebatten ein klarer Konflikt.

Gestern haben die Milchbauern nochmal vor den Agrarministerien der Länder protestiert. Und dabei eine “Resolution” veröffentlicht, die das ganze jetzt doch wieder anders erscheinen lässt. Ich würde zumindest mal wetten, dass die wenigsten, die die Milch im Supermarkt bezahlen, hier noch folgen können:

Änderung des Umrechnungsfaktors in Deutschland von 1,02 kg/l Milch auf 1,03 kg/l Milch Abschaffung bzw. Einschränkung der Molkerei- und Bundessaldierungsmöglichkeiten und damit verbunden das Parken der 2 % igen Quotenerhöhung in der nationalen Reserve Einführung einer Umlage zur Feinsteuerung des Milchmarktes

Mir schwant, auch dieser Konflikt ist nur halb so übersichtlich, wie es zunächst erscheint. Oder zumindest wollen uns das die Beteiligten jetzt deutlich machen.

Damals… in der Eiszeit?

Puh, Ifo-Index schlechter. ZEW-Index mies. Weniger Industrieaufträge. Und jetzt auch noch der GfK-Konsumklimaindex mit weniger Punkten.

Da ist es für Journalisten echt ein Problem, mal wieder eine Überschrift zu basteln. Die nicht so schon zehnmal im Blatt war. Und die irgendwie, naja, so eine gewisse Dramatik rüberbringt. Die Kollegen von der “Berliner Zeitung” haben sich heute für

Konsumklima auf Eiszeit-Niveau

entschieden. Das ist vielleicht etwas merkwürdig. Denn a) dürfte selbst in der jetzigen Krisenzeit noch mehr ge- und verkauft werden als damals, irgendwie ja vor Erfindung von lästigen kleinen Metallscheiben zur Handhabung des Warentausches. Und b) hätte ich jetzt schwören können, dass der GfK-Index damals noch gar nicht erhoben wurde. Das wird beim nächsten Mal echt eine lange Zeitreihe für unsere Grafikabteilung.

Ach ja: Im ganzen Text kommt das Wort “Eiszeit” nicht vor. Warum auch?