Der Kurfilm “Validation” passt doch ganz hervorragend zum Start ins neue Jahr 2009, finde ich.
Tags: Silvester, Neujahr, Kurzfilm, Validation
Der Kurfilm “Validation” passt doch ganz hervorragend zum Start ins neue Jahr 2009, finde ich.
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Nur für den Fall, dass demnächst Israel Stellungen im Gaza-Streifen angreift und dann wieder die internationale Debatte über diese Aggression angeht, hier ein paar Nachrichten, die es kaum in die Mainstream-Medien schaffen (via QassamCount bei Twitter):
Dec 24, 11:19am: 6 rockets fired at Israel; landings spotted in Netivot, Ashkelon (http://snurl.com/92ip8) 3 Qassams fired at Ashkelon (http://snurl.com/92j4v); 5 rockets fired at Sderot (http://snurl.com/92j5s) Dec 24, 11:54am: Qassam hits house in western Negev; several people suffer shock. The house sustained major damage – http://snurl.com/92jnq 12:08pm: 3 rockets hit Eshkol Regional Council factory (http://tinyurl.com/7jge8w) Noon update: Nearly 30 rockets, 10 mortar shells fired from Gaza Strip on Tuesday night, Wednesday morning.
Es ist schwierig, anderen Leuten zu erklären, was das alles mit Twitter soll. Das habe ich jetzt mehrfach festgestellt. Und wahrscheinlich ist es einfach richtig: Man braucht Twitter nicht.
Genauso wenig wie man Handys braucht. Oder gar SMS. Vor zehn, 15 Jahren hätte das (und hat das) auch fast jeder gesagt. Und irgendwie, nun ja, hört man das heute seltener. Dafür handytelerufiert und simmst es allerorten. Auch nicht schön – aber was ist das schon?
Aber zu Twitter: Man braucht Twitter heute nicht, aber es ist ganz nett. Und ich muss mich selbst korrigieren. Selbst als Regionalzeitungs-Redakteur kann Twitter ganz hilfreich sein. Vergangenen Dienstag saß ich vor dem Nachrichtenticker und wartete auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed zu den amerikanischen Leitzinsen. Und wartete. Und wartete. Dann habe ich mal spaßeshalber auf Twitter nach Fed gesucht – und da liefen die ersten Meldungen über die historische Zinsentscheidung tatsächlich bereits, ein paar Minuten bevor die Nachricht über den Ticker kam.
Ich würde deshalb nicht die Twitter-Ära im Journalismus ausrufen, wie Thomas Knüwer, aber es steckt doch mehr Potenzial drin als sich ich noch vor einigen Tagen selbst gedacht habe. Merke: Man sollte Dinge gründlicher ausprobieren.
Und es gibt auch ein paar interessante Twitterer. Und wegen einem schreibe ich diesen Beitrag hier eigentlich. Man hört ja derzeit wieder mehr über Israel und einen drohenden neuen militärischen Konflikt mit der Hamas. Da steht dann zum Beispiel bei “Spiegel Online”:
Die radikal-islamische Hamas, die seit rund eineinhalb Jahren den Gaza-Streifen kontrolliert, hatte am Freitag einen seit sechs Monaten geltenden Waffenstillstand mit Israel offiziell für beendet erklärt. Daraufhin feuerten bewaffnete Kämpfer einige selbstgebaute Raketen auf israelisches Grenzgebiet im Norden des Gaza-Streifens ab.
Daraufhin? Man weiß gar nicht, ob das bei SpOn nun Schluderei ist oder Methode hat. Denn von “daraufhin” kann nun wirklich keine Rede sein. Hintergrund der israelischen Blockade des Gaza-Streifens entgegen des Abkommens war ja gerade, dass der Raketenbeschuss von dort auf Israel praktisch nie aufgehört hatte.
Und wer – jetzt zurück zu Twitter – sich davon ein Bild machen will, der kann jetzt die Raketeneinschläge bei Twitter verfolgen, via QassamCount.
Dort heißt es heute Morgen:
Good morning everyone. Hoping for a quite day.
We will see.
Tags: Twitter, Journalismus, Fed, Israel, Qassam, Rockets, Gaza, Hamas
Oder: die nächste Kreditkrise kommt bestimmt.
Ich frage mich ja schon, was in den Köpfen der Werbefuzzis meiner geschätzten Berliner Sparkasse vorgeht, die so undifferenziert in Zeiten der globalen Finanzkrise mal daran erinnern, dass man sich all die vielen großen Konsumwünsche ja auch auf Pump finanzieren kann:

Kaufen kaufen kaufen
Vielleicht sollte denen jemand mal ein paar Texte über die Entstehung der Krise in den USA geben – und was Konsum über die eigenen Verhältnisse hinaus damit zu tun hat.
Tags: Sparkassse, Kredite, Werbung
Irgendwie hatten sich das die Milchbauern, die das ganze Jahr über mit Protesten und Boykottaktionen gegen den Preisverfall bei Milch ankämpften, wohl anders vorgestellt:

Milch wird immer billiger
Und in Umfragen haben die Deutschen ja immer großes Verständnis für das Anliegen der Landwirte. Aber am Ende wollen sie dann an der Supermarktkasse doch weniger bezahlen.
Tags: Jahresrückblick, Milch, Milchboykott
Man sagt ja gerne, diese oder jene Meldung “made my day”. Will sagen: darüber hat man sich köstlich amüsiert. Für mich war das heute der Text “Mund halten – und dankbar sein?” in der “Berliner Zeitung”. Darin geht es um die Äußerungen von Regisseur Volker Schlöndorff über die Defa in der “Märkischen Allgemeinen”, die zu heftigen Reaktionen geführt haben.
In dem “Berliner Zeitungs”-Artikel heißt es (Hervorherbung von mir):
In einem Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen hatte Schlöndorff Defa-Filme pauschal als “furchtbar” verdammt und geschildert, wie er seinerzeit in Paris über sie gelacht habe. Die Berliner Zeitung hatte Schlöndorffs Generalverdikt öffentlich gemacht (siehe Ausgabe vom 10. Dezember).
Das finde ich einen wirklich spannenden Gedanken. Eine Zeitung schreibt über das, was eine andere Zeitung geschrieben hat, und behauptet dann, man selbst habe den Inhalt ja erst “öffentlich gemacht”. Oder in diesem Fall: zwei Tage nach dem Erscheinen “öffentlich gemacht”.
Das ist vor allem auch deshalb lustig, weil ein Text in der “Märkischen Allgemeinen” ja eigentlich sogar öffentlicher ist als einer in der “Berliner Zeitung”, zumindest wenn man die aktuelle Reichweitenanalyse zugrunde legt. Demnach kommt die MAZ auf 441.000 Leser (24.000 mehr als zwei Jahre zuvor), die Berliner erreicht 403.000 (minus 39.000).
Tags: Journalismus, MAZ, Schlöndorff, Berliner Zeitung
Das Internet zeichnet sich ja vor allem dadurch aus, dass es ein schnelles Medium ist. Das ist eine Binsenweisheit. Aber trotzdem kann es manchmal ja nichts schaden, einen Blog-Beitrag, der schon fast 14 Tage alt ist, noch einmal zu überdenken.
Am 1. Dezember hat Thomas Knüwer, A-Blogger und Handelsblatt-Redakteur, einen Text “Weil der Journalist sich ändern muss” verfasst, der hohe Wellen geschlagen hat. Darin geht es kurz gefasst unter anderem darum, dass der Journalist der Zukunft seine Infos über Twitter, Facebook & Co. bekommt, dort recherchiert und ganz nah dran am Geschehen ist (zum Beispiel bei Terroranschlägen wie in Bombay). Dass dies aber die eher verschnarchte Journalistenschaft das bislang nicht verstehen will und immer noch glaubt, man könne mit Telefonanrufen Geschichten finden.
Doch die Verschiebung in der Kommunikation wird bleiben. Und damit stehen viele Journalisten vor ihren möglichen Lesern wie Menschen, die sich nach Erfindung des Telefons weigern, dieses zu benutzen, weil es das Leben so hektisch mache – Briefe würden auch reichen.
Immerhin hat Knüwer es mit dem Text bis in die so gerne kritisierten Print-Medien geschafft. Allerdings weniger wegen der dort geäußerten Gedanken, sondern wegen einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem “Handelsblatt”-Kollegen Sönke Iwersen, der öffentlich widersprach und Knüwer vorwarf, nur von den Geschichten der so gescholtenen old-school Print-Journalisten zu leben.
Wenn es tatsächlich so wäre, dass diese Kommunikationswege neue Infos erschließen – warum kommen die Scoops im Handelsblatt dann nicht von Dir, sondern immer von anderen Kollegen?
Mich hat der Schlagabtausch an die journalistische Stilform des Pro-und-Contra erinnert, auch wenn sie wohl nicht so geplant gewesen ist. Das ist dann, wenn zwei Leute zwei fundamental gegegnsätzliche Positionen einnehmen und mal frei weg von der Leber argumentieren, ohne auch nur den leisesten Zweifel an der eigenen Position aufkommen zu lassen. Etwas, was normale Menschen – auch Journalisten – ja sonst eher selten tun.
Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen den beiden Positionen. Natürlich werden Twitter-Dingense, soziale Netzwerke und so weiter in einigen Jahren eine übliche Form der Kommunikation sein. So wie heute in der U-Bahn jeder an seinem Handy rumfingert und das vor 15 Jahren schier unvorstellbar war, dass jeder so ein kleines Telefon dabei haben könnte. Natürlich nutzen Journalisten Handys und rufen Leute auf Handys an.
Aber, und da ist mein Widerspruch zu Thomas Knüwer, die meisten Kollegen fangen eben dann damit an, so etwas zu nutzen, wenn es einen Nutzen für sie verspricht. Man hat ein Handy, wenn es bezahlbar ist und funktioniert, und zwar nicht nur an drei Orten in der näheren Umgebung. Man nutzt Email, wenn auch genug andere Leute Email haben, nicht dann, wenn es an den ersten Unis freizügig Emailadressen gibt. Und man wird auch dann Twitter & Co. nutzen, wenn sich dort eine echte Kontaktmöglichkeit, ein Zusatznutzen ergibt. Und wenn nicht, dann eben nicht.
Dass Journalisten, die ihren Themenschwerpunkt in der Medien- und Web-Szene haben, da vorne dran sein müssen, keine Frage. Denn genau dort haben die Dienste ja bereits einen Zusatznutzen gegenüber gängigen Kommunikationsmitteln.
Aber für einen Regionalzeitungsredakteur wie mich ist die Anzahl der Geschäftsführer von Firmen der Region, die per Twitter von irgendwelchen wichtigen Entscheidungen berichten, arg überschaubar. Sie beträgt nämlich Null. Und selbst bei den Beschäftigten ist die Quote gering; um zu wissen, was auf einer Betriebsversammlung eines 100-Mann-Betriebs um die Ecke gesagt wurde, reicht es (leider?) nicht, den Twitter-Feed mit den passenden Suchworten abzugrasen, sondern man muss mit den Leuten, die dort waren, direkt reden. Die twittern nämlich nicht.
Wird sich das in zehn Jahren, in 20, in 30 Jahren ändern? Vielleicht. Wenn dann die Leute dort sind, die von Jugend an IM genutzt haben, getwittert haben, bloggen. Vielleicht aber auch nicht, weil man das mit 15 in der Schule und mit 25 im Studium macht, weil man Zeit hat und wenig zu verlieren, mit den falschen Worten. Aber mit 35 und mit 45 keinen Sinn mehr sieht, Gedanken in sein Handy zu tippen, die man hat, wenn der Chef den Stellenabbau verkündet. Aber wenn es dann passieren sollte, dann bin ich mir ganz sicher, dass dann auch Journalisten diese Dienste nutzen werden.
Was mich an solchen Debatten, die sich dann an Bombay und Yahoo aufhängen, oft stört, ist der arg beschränkte Blickwinkel auf Journalismus. Der fängt dann beim “Handelsblatt” an und umfasst vielleicht noch FAZ und “Spiegel”. Die vielen Journalisten, die für ihre Leser direkt vor Ort berichten, die bei Autokrise nicht erst an GM, sondern das Mercedes-Werk vor der Haustür denken, die bei Finanzkrise nicht über JP Morgan sinnieren, sondern bei der Sparkasse fragen, was das für deren Kunden bedeutet, die kommen in diesen Zukunftsszenarien oft gar nicht vor.
Vielleicht am Ende ein noch größerer Fehler als nicht rechtzeitig einen Twitter-Account angelegt zu haben.
P.S.
Und, ja, ich twittere
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Tags: Journalismus, Web2.0, Internet, Knüwer, Handelsblatt
Mal anders betrachtet, aus Sicht der drei großen Autokonzerne die in dieser vielleicht mal so erscheinenden Werbung ihrer Ex-Kundschaft was husten.
via: fefe
Tags: Finanzkrise, Autoindustrie, Werbung, Fun
Wenn man das Geld bei der Bank abgegeben hat und die es in einen Fonds investieren, dann könnte man sich ja fragen: Was macht mein Geld eigentlich so den ganzen Tag?
Arbeitet es fleißig und friedlich vor sich hin – oder zieht es etwa Knarre schwingend durch die Krisenherde dieser Welt?
Wer es ein bisschen genauer wissen will, der kann ab jetzt in dieser Datenbank nachschauen.
Tags: Investment, Rüstungsindustrie
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