@BMOnline nett, aber die "Märkische Allgemeine" hatte die Landtagswahlprogramme als tag cloud schon vor 4 Wochen im Print. #btw09 #mazin reply to BMOnline#
Searching for an USB-DVB-T-Stick suitable for !ubuntu in Germany. Any ideas? #ubuntu#
@HolgerSchmidt Wenn man fragt würden weniger als 5 Prozent angeben, für Tiefkühlpizza bezahlen zu wollen. Trotzdem gibt's die nur für Geld. in reply to HolgerSchmidt#
IW schickt gerade eine Super-Studie in die Redaktionsstuben: "Wohnimmobilien – Lage bestimmt Wert". Wer hätte das gedacht? #
Nach meinem Verständnis als Journalist ist es wichtig, keiner Partei zu nahe zu stehen und ganz grundsätzlich alle mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Eine notwendige berufliche und professionelle Distanz. Nur alle paar Jahre werde ich als Bürger dazu gezwungen, mich selbst zu verorten – und eine Wahlentscheidung zu treffen. Und in diesem Jahr gehöre ich zu dem Schlag Wähler, die Infratest Dimap & Co. in den Wahnsinn treiben. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, wen ich wählen soll. Und das einen Tag vor der Wahl.
Und am Ende werde ich wohl doch die Piraten wählen.
Ja, ich weiß, ich habe extreme Vorbehalte gegen diese Partei, die meines Erachtens zu rinks und lechts noch eine Menge lernen muss. Mir sind Gruppen suspekt, die “einfach nur vorne” sein wollen – aber das “Wertedreieck” als Selbstdarstellung sieht ja bei aller sicher nötiger Diskussion mal gar nicht schlecht aus. Und hält einen maximalen Abstand zu NPD, DVU & Co.
Das mal vorweg, warum ich meine Meinung revidiert habe.
Mich nervt an den etablierten Parteien, die im Bundestag sitzen, dass sie mir schon vor der Wahl erzählen, welche Koalitionen überhaupt diskutabel sind. Ich erwarte von Parteien aber Programme und Positionen, aufgrund derer ich ihnen meine Stimme gebe. Und in Koalitionsverhandlungen sollen sie diese, also meine, Positionen möglichst umfassend durchsetzen. So stelle ich mir Politik vor. Nicht: “Jamaika kommt für uns nicht in Frage.” “Eine Ampel schließe ich aus.” “Nie mit der Linkspartei.”
Vielleicht ist das ja ein wenig naiv, aber diesen Politikstil will ich nicht ernstnehmen – und finde auch meine Stimme nicht ernstgenommen. Wenn die Bundestagswahl sich schon vorab als “Große Koalition” oder “Schwarz-Gelb”, Sie haben die Wahl!, darstellt, dann erlaube ich mir festzustellen: das ist mir zu wenig.
Allein wegen dieser Ausgangslage erscheint es mir möglich, einen Außenseiter wie die Piratenpartei zu wählen.
Wenn ich mich dann an den Umgang der Großkoalitionäre mit der Massenpetition gegen die Internetsperre erinnere, an die absolute Ahnungslosigkeit, mit der Regierungspolitiker (und auch die Opposition) über das Internet gesprochen haben, dann steigt in mir wieder der Ärger hoch. Würde ein Politiker von CDUCSUSPD so bar jeder Kenntnis Position in der Renten- oder Gesundheitspolitik äußern, es wäre wohl ein heftiger Karriereknick die Folge. Doch sobald es um Mail, Web, Google & Co. geht, darf jeder jeden Unsinn ungestraft rausposaunen und wird nicht einmal ausgelacht.
Auch wenn der Vergleich inzwischen etwas überstrapaziert ist, aber die Piraten erinnern nun mal ein wenig an die Grünen, die zu einer Zeit Umweltthemen auf die Agenda setzten, als sie dafür nur Kopfschütteln und fragende Blicke ernteten. Und auch ihr Auftreten war damals etwas – gewöhnungsbedürftig. Inzwischen sprechen alle Parteien über Klimaschutz und erneuerbare Energien, kaum ein Spitzenpolitiker kann es sich noch leisten, auf diesem Gebiet totalen Quark zu verkünden.
Heute geht es darum, nicht Waldsterben und Smog auf die politische Tagesordnung zu drücken, sondern den Umgang mit dem Netz, den Widerstand gegen Zensurinfrastruktur und Überwachung und all die Fragen, die rund um eine sich wandelnde Wissensgesellschaft entstehen (wie zum Beispiel das Urheberrecht).
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Piraten als Partei am Ende die Lösungen dafür liefern werden. Aber nur gute Wahlergebnisse werden dazu führen, dass diese Themen bei den anderen Parteien einen höheren Stellenwert erhalten und sich auch Fach(!)politiker dafür finden, die ein gewisses Standing innerhalb der Partei haben. Schneiden die Piraten dagegen bei der Wahl schlecht ab, so wird es ein überhebliches “na seht ihr, Nischenthema, interessiert keinen normalen Menschen” zur Folge haben. Und die Internetausdrucker werden weitermachen wie bisher. Und es werden wertvolle Jahre verstreichen und falsche Gesetze gemacht werden, bis irgendwann verstanden wird, dass man das Internet zu Unrecht nur als einen Kommunikationskanal wie Telefon oder Fax angesehen hat.
Deshalb kriegen die Piraten diesmal meine Stimme – trotz etlicher Vorbehalte. Auf Bewährung, sozusagen.
Hmm, Terrorangst und Wahlen – war da nicht mal was? USA oder so? Ich frag ja nur. #terrordrohung #bundestagswahl#
@tauss Und ich dachte, diesen Totalitarismus-Quatsch hätten wir hinter uns, bei jeder Abgrenzung von rechts auch links zu nennen. #failin reply to tauss#
Cinerella on #Ubuntu is cool – but rendering is for experts only !ubuntu #
Sehenswert! RT @uploadmag “Rette deine Freiheit”: Neues Video der “Du bist Terrorist”-Macher wehrt den Anfängen http://bit.ly/11nRi9#
Wenn Ärzte Fehler machen – und dann dafür nicht geradestehen wollen: http://is.gd/3i2wd #maz #ärzte #
Was mich nervt bei #piraten, wie schon beim Holocaust-Leugner in den eigenen Reihen, das "is doch nicht schlimm, andere…" #novote #basta#
@tauss Eben, es haben schon andere der JF Interviews gegeben – und danach gab's Diskussionen. Können #piraten nicht mal googeln? in reply to tauss#
Can't get the Kaan TriB@nk Card-Reader and Moneyxplex 2008 to work on my #Ubuntu Lenovo R500 ( !Ubuntu #
Dank Terminvergabe übers Internet 0,0 Wartezeit auf dem Bürgeramt Pankow. So muss Verwaltung sein. #berlin#
@sixtus Die Polemik mit privater Videokamera und Überwachung ist aber billig. Könnte von vdL & Co sein. #fsa09in reply to sixtus#
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich der Linux-Distribution Ubuntu eine 3+ als Note gegeben und mich vor einem Komplettumstieg von Microsoft Windows auf Linux noch etwas geziert. Kurz darauf habe ich es dann doch getan – und heute ist mal ein guter Tag, Bilanz zu ziehen.
Für mich funktioniert das Leben ohne Microsoft – zumindest fast.
Mein damals geäußertes größtes Problem, nämlich der nicht funktionierende Zugriff auf einen Exchange2007-Server hat sich dadurch in Luft aufgelöst, dass die dortigen Emails, Adressen und Kalendereinträge inzwischen von Google verwaltet werden. Ich weiß, ich weiß, die große Datenkrake, aber dazu vielleicht ein andermal mehr. Auf jeden Fall ist seitdem der Zugriff durch Ubuntu (und durch mein Handy, das G1, auch) problemlos.
Die Banking-Software Starmoney ist durch Moneyplex ersetzt, eine kommerzielle Lösung, die sich vom Funktionsumfang her nicht verstecken muss. Sogar mein HBCI-Chipkartenleser wurde erkannt.
Die Fotoverwaltung Imatch unter Windows hat leider kein gänzlich adäquates Pendant auf Linux-Seite gefunden. Programme wie F-Spot sind zwar ganz nett, aber sie unterstützen bestimmte Funktionen nicht, etwa echte IPTC-Felder lesen und(!) schreiben. Ich benutze jetzt Mapivi – und bin damit zufrieden.
Was weiter ohne jede Konkurrenz ist, ist DxOptics Pro, ein Programm, das Fotodateien professionell aufpeppt, und zwar je nach benutztem Kameramodell und Objektiv. Das Programm läuft bei mir in einer virtuellen Windows-Maschine (via Virtualbox), neben dem jährlichen Programm zur Steuererklärung. Ehrlich gesagt laufen beide Programme dort besser als früher auf einem echten, reinen Windows-PC.
Ansonsten gibt es alles, was ich brauche, unter Ubuntu. Zum Beispiel Cinerella für den Videoschnitt; nach ein paar Berührungsängsten habe ich mich im dritten Versich mit dem etwas unkonventionellen Programm angefreundet. Mehr und mehr ist das sowieso nur noch Firefox als Webbrowser, in dem alles stattfindet (von Mail über Kalender bis zu Evernote für die Notizensammlung). Welches Betriebssystem der Rechner hat wird da nebensächlich.
Also, es braucht weder Microsoft noch Apple, damit ein Computer ordentlich funktioniert. Und man muss nicht einmal viel Geld ausgeben, um die nötige Software zu installieren.
Wer heute als Einzelhändler seine Waren so verkaufen wollte wir vor – sagen wir mal: 25 – Jahren, der hätte vermutlich ein Problem und bald Kontakt mit einem Insolvenzverwalter.
Selbst Produkte, die sich selbst kaum verändert haben, müssen heute anders präsentiert werden, zum Beispiel in der Filiale einer Textilkette. Und Unterhaltungselektronik-Märkte sehen ja bei Neueröffnung schon anders als, als ihre Vorgänger aus dem Vorjahr: mehr Licht, mehr Platz und irgendwo eine kleine Kaffeebar zum entspannen zwischendurch. Und kein noch so “billich! billich!”-Möbelmarkt, der nicht am Eingang ein Spielparadies für Kinder aufgemacht hätte.
Nur ein Produkt wird offensichtlich weitgehend weiter so verkauft, wie man das eben “schon immer ” gemacht hat: staatliche Verwaltung. Da kann man etwa in das Bürgeramt des Berliner Bezirks Pankow in Weißensee gehen und wird von einem imposanten Foyer geradezu erschlagen, das aber praktisch leer ist. Warten darf man dann in einem engen Flur auf Stühlen, die einen arg an die eigene Schulzeit (Grundschule, später gab’s Besseres!) erinnern und auch so aussehen, als ob sie aus den guten 70ern stammen. Ob jemand schon in einer der Amtsstuben sitzt, das lässt sich nur durch Anklopfen herausfinden. Die perfekte Kulisse für einen Andreas-Dresen-Film.
Oder auf der Familienkasse der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Ein funktionaler Bau der Kategorie “jetzt aber mal bitte echt hässlich”. Der “Wartebereich” im ersten Obergeschoss sind eine Menge leidlich bequemer Stühle, die in den breiten, sehr breiten, Gang gestellt wurden und perfekten Blick auf die digitale Anzeigetafel bieten, welche der zu ziehenden Wartenummer sich in welches Amtszimmer bewegen darf. Da Familienkasse gibt es auch eine Reihe Wartender mit kleinen Kindern, die immerhin den breiten Gang rauf und runter laufen können. Mehr Ablenkung, als es den erwachsenen Besuchern bei der Eine-Stunde-Wartezeit an diesem Nachmittag vergönnt ist.
Bei jedem Arzt liegen, auch für Kassenpatienten, Zeitschriften aus; in manchem Ärztezentrum gibt’s inzwischen Flachbildfernseher mit Nachrichtenkanal an der Wand, Internetarbeitsplätze und kostenlosen Kaffee. Die Kosten-Nutzen-Relation scheint zu stimmen, dem Wettbewerb sei dank. Weil ehrlicherweise sind das Kosten im Centbereich je Kunde, aber für die Wohlfühlatmosphäre geradezu unbezahlbar.
Warum gibt es aber keine Spielecke bei der Familienkasse? Keinen Kaffeeautomaten für umsonst, keine Zeitschriften? Schließlich bin ich hier der Kunde und sollte mich doch wohlfühlen. Und warum wird im Rathaus Weißensee nicht das großzügige Foyer zum Wohlfühl-Wartebereich mit bequemen Stühlen umgebaut, nett gruppiert zwischen Grünpflanzen, vielleicht garniert mit freiem W-Lan und einem Wartesystem, das einem zeigt, wann man dran ist? Und von mir aus könnte die Kaffeebar, für die da prima Platz wäre, auch an einen externen Pächter vergeben werden. Am Flughafen ist ja auch nicht jeder Service umsonst.
Warum? Weil ich als Kunde des Staates schon im voraus gezahlt habe und ich keine Alternative habe, den Anbieter zu wechseln. Mein Telefon muss nicht mehr die Bundespost anschließen, was – allem Ärger mit Privaten zum Trotz – das Angebot an Geräten vergrößert und die Wartezeiten reduziert hat. Eine Vaterschaftsanerkennung oder den Kindergeldantrag nimmt aber (leider) weiter nur die staatliche Hoheit herself an. Und sieht deshalb jeden Cent, der für das Wohlbefinden der Kundschaft ausgegeben würde, ganz offensichtlich als Verschwendung an. Könnte aber ein Trugschluss sein. Wer den Bürger so behandelt und ihn, noch immer, öfter als lästigen Bittsteller als als Kunde behandelt, der produziert meiner Meinung nach mindestens so viel Politikverdrossenheit wie bei drei Sendungen “Anne Will” am Stück.
Einziger Lichtblick: Der Trend geht dazu, dass zumindest der technisch versierte Bürger diese Orte des Grauens immer kürzer aufsuchen muss. Zwar kann man unverständlicherweise die meisten Anträge nicht online stellen, aber Berlin bietet inzwischen zumindest die Vergabe von Terminen in den Bürgerämtern via Internet an. Das funktioniert recht gut – so lange es nur Wenige machen. Die können dann nachher in Ruhe ihren Kaffee bei Starbucks & Co. nehmen. Und dort in einer aktuellen Zeitung blättern.
Ich habe – trotz meiner Kritik – tatsächlich immer noch überlegt, ob ich nicht bei der nächsten Wahl der Piratenpartei meine Stimme geben sollte. Ich halte das Thema Internet und Zensur (im allgemeinen) für so wichtig, dass ich mir vorstellen könnte, dafür auch eine Ein-Punkt-Partei ohne realistische Chance auf den Einzug ins Parlament zu wählen.
Funktionäre einer Partei, die bereits ein echtes Problem mit einem Holocaust-Zweifler und -Relativierer in Amt und Würden hatten, sollten sich mit diesem Thema einmal näher beschäftigen. Wenn aber stattdessen ein stellvertretender Parteivorsitzender der “Jungen Freiheit” ein Interview gibt, dann ist das das Gegenteil davon. Vor allem, wenn er danach noch naiv-offen bekennt, er habe die Zeitung überhaupt nicht gekannt. Selbst von Vertretern einer Ein-Punkt-Partei erwarte ich sowas wie eine gewisse Allgemeinbildung für das politische Alltagsgeschäft. Mal angenommen, so jemand kommt tatsächlich mit meiner Unterstützung ins Parlament – was kennt der denn noch alles nicht und sagt hinterher, sorry, wusste ich nicht.
Wenn während der Autorisierung Zweifel an der Publikation aufkommen, dann ist es vielleicht für den zweiten Kassierer eines Karnickelzüchtervereins ok, einfach mal so zu entscheiden, was man jetzt macht. Aber als Parteifunktionär wäre es doch vielleicht ganz gut, spätestens in diesem Moment mal Leute zu fragen, die sich mit sowas auskennen. Hey, über dieses moderne Internet, Email, Chat, Twitter und so, damit soll man sogar unglaublich schnell kommunizieren können. Sagt man so.
Gerade wer gerne verächtlich über die Generation der Internet-Ausdrucker spricht und sich lustig macht (oft zu Recht), sollte dafür sorgen, dass er sich bei Nicht-Internet-Themen nicht wie der letzte Depp benimmt.
Und manchmal sind ja die Reaktionen nach einem Fehler die erhellendsten. Und während der Interviewte selbst ja wenigstens sagt, es sei ein Fehler gewesen und er würde es nicht wieder tun, gibt es wortgewaltige Reaktionen der Basis und Anhängerschaft, die es total richtig finden, mit allem und jedem zu reden. Die grundsätzlich finden, rechts und links gebe es eh nicht. Und dass diese ganze Kritik sowieso nur Teil einer gemeinen Kampagne der etablierten Offline-Parteien sei, die den inzwischen total beängstigenden Gegner “Piraten” auf diese Weise klein kriegen wollen. Wagenburg-Mentalität at it’s best.
Wahlentscheidungen treffe ich aber, wie viele andere auch, nicht nur anhand von konkreten Aussagen und Programmpunkten, sondern es geht auch um gesellschaftliche Grundüberzeugungen. Und während ich mich bei den Sachthemen bei den Piraten weitgehend wiederfinde, trifft das für diesen wichtigen Bereich eben nicht zu.
Man darf einen Fehler machen. Man darf sogar zwei Fehler machen. Aber nicht den gleichen Fehler in so kurzem Abstand hintereinander.
Gerade erst gestern haben wir darüber diskutiert, was Xing oder Facebook so bringen. Und wieviel man von sich selbst im Netz preisgeben soll. Eine Freundin meinte, wer im öffentlichen Leben steht, sollte so wenig von sich selbst zeigen, wie möglich.
Ich finde ja, als Journalist sollte man schon ein bisschen transparent sein. Und ich meine, so ein Blog ist ja nix anderes als eine Selbstoffenlegung. Und wenn ich mir von Politikern wünsche, dass sie allen sagen, von wem sie was an Leistungen erhalten, dann kann ich als Journalist ja mal sagen, wie meine persönlichen politischen Überzeugungen sind andere meine politischen Überzeugungen einschätzen.
Das dürfte manchen Leser, der sich über den einen oder anderen Kommentar von mir geärgert hat, doch wundern. Aber die Stimmabgabe findet nicht am Automaten, sondern in der Wahlkabine statt. Am 27. September. Und die ist dann ganz intransparent – und geheim.
Meine Gewerkschaft, der DJV, hat mir eine Pressemitteilung der “Initiative Qualität” zukommen lassen. Am 19. Oktober wollen sich schlaue Leute Gedanken darüber machen, wie es sich mit der Qualität im Journalismus verhält. Und wie sie erhöht werden kann.
Bei so einem Thema – Journalisten können zum Beispiel auch ein Lied über die Qualität von Pressemitteilungen singen – und wenn eine wie auch immer geartete Organisation sich mit dem Label “Qualität” schmückt, dann kann ich es mir nicht verkneifen, auch genauer hinzuschauen. Und lese:
In zwei von Medienberater Werner Lauff moderierten Gesprächsrunden werden sich die prominenten Podiumsgäste und das fachkundige Publikum Antworten aus unterschiedlichen Aspekten nähern
Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, wie man “einen unterschiedlichen Aspekt” erstmal einnimmt, um sich dann von dort aus einer Antwort “zu nähern”. Klingt nach ziemlich gequirrltem Wortgeklingel der peinlichsten PR-Sorte. Aber ganz ehrlich, auch der Rest liest sich wie aus einem Lehrbuch, wie man Presseinladungen nicht formulieren sollte, wenn man zumindest einen Anflug von Interesse beim Leser wecken möchte und nicht nur möglichst viele Namen und Titel in möglichst wenig Zeilen pressen soll:
Den Eröffnungsvortrag hält – nach der Begrüßung durch DLR-Intendant Dr. Willi Steul – Prof. Dr. Volker Lilienthal (Universität Hamburg, Rudolf Augstein Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus). Sein Thema: “Was heißt da Qualität? Perspektiven in der Krise”.
Als Podiumsgäste diskutieren: die Chefredakteure Domenika Ahlrichs (netzeitung), Sven Gösmann (Rheinische Post), Peter Stefan Herbst (Saarbrücker Zeitung), Dr. Wilm Herlyn (dpa) und Johannes Bruckenberger (stellv. Chefredakteur der APA, Wien), als Vertreter der Medien(selbst)kontrolle Fried von Bismarck (Deutscher Presserat) und Prof. Dr. Norbert Schneider (LfM/ZAK), aus der Wissenschaft Prof. Dr. Susanne Fengler (Erich-Brost-Institut, Dortmund) und Prof. Dr. Petra Werner (FH Köln) sowie als freier Journalist und Internetexperte Dr. Stefan Krempl (Berlin).
Die Qualität, so dünkt mir, muss noch etwas warten.
Im Blog “Wissen belastet” habe ich vor einiger Zeit einen netten Beitrag gelesen, in dem die Bundestagswahlprogramme als “tag cloud”, also Schlagwortwolke, dargestellt wurden.