Von Speer lernen

Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) ist zurückgetreten. Eine bzw. mehrere merkwürdige Affären, die sich da abzeichne(te)n. Das Merkwürdigste für mich allerdings: Auslöser des ganzen war ein geklauter Laptop bzw. die Daten, die darauf waren.

Wie bitte?

Ein Brandenburger Spitzenpolitiker, SPD-Strippenzieher, damaliger Finanz- und heutiger Innenminister hat einen Laptop, dessen Daten man einfach so lesen kann?

Nun gut, ich bin kein Apple-Experte (um ein solches Gerät soll es sich ja gehandelt haben), aber angeblich ist da File Vault, die Verschlüsselung der Benutzerdaten, sogar serienmäßig mitgeliefert. Man muss sie nur einschalten.

Noch besser, da plattformübergreifend und open source, ist Truecrypt, das es auch in einer Version für Mac OS gibt. Damit wird, kurz gesagt, ein Teil des Festplattenspeichers reserviert und verschlüsselt, auf Wunsch wird er dann als zusätzliches Laufwerk ins System eingebunden – natürlich erst wenn man das Passwort eingegeben hat. Wenn das Passwort nicht gerade “geheim” lautet oder das eigene Geburtsdatum ist, dann dürften sogar Rockerbanden dürften dann genauso wenig an die Inhalte rankommen wie das LKA.

Und, ja, Truecrypt gibt es auch für Windows. Wer ein ordentliches Betriebssystem wie Ubuntu Linux auf seinem Laptop hat, der kann aber auch sein Benuzterverzeichnis gleicht mit Bordmitteln verschlüsseln.

Man muss auch keinen Email-Verkehr über vermeintliches Sozialbetrügereien, geheime Strategiepapiere oder Details über Grundstücksgeschäfte auf seinem Rechner haben, damit sich der geringe Aufwand der Datenverschlüsselung lohnt. Wenn mein Laptop mal gestohlen würde, dann möchte ich noch nicht einmal, dass meine harmlosen Urlaubsbilder jemand anderes sieht.

Das kann eigentlich schonmal jeder von Speer lernen.

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Turbogebremst

Der “Zentraldienst der Polizei” des Landes Brandenburg hat mir geschrieben, genauer gesagt: die Zentrale Bußgeldstelle. Nicht schön, der Inhalt. Und teuer. Aber, tja, man kann sich ja nur selbst dafür schelten.

Der Umschlag ist aber dafür originell. Ein großer Aufdruck “Runter vom Gas!” mit dem Hinweis, dass jährlich 5000 Menschen bei Verkehrsunfällen sterben.

Darüber ein ebenfalls recht großer Stempel: “Turbo”. Turbo? So richtig schnell und Gas geben? Wie passt das denn zu dem guten Ratschlag (und den verschickten Bußgeldern)?

Ganz einfach: Die Zentrale Bußgeldstelle setzt trotz Brems-Hinweisen auf die private Post-Konkurrenz Turbo-Post. Und das schreibt die auch ganz groß auf den Umschlag. Wird schon keiner auf dumme Gedanken kommen.