Eilmeldungs-Terror

Ich habe ja viele Jahre als Tageszeitungsjournalist gearbeitet. Wichtiges Arbeitsmittel dabei: der elektronische Ticker der Nachrichtenagenturen, also das Computersystem, in das im Minutentakt die Agenturmeldungen einlaufen. Weil es da schnell mal unübersichtlich wird, bekommen Meldungen immer eine Priorität von der Agentur mit. Und das System beim Redakteur sorgt dafür, dass besonders eilige oder dringende Meldungen farblich und manchmal auch akustisch hervorgehoben werden.

Allerdings sind die Agenturen – aus gutem Grund – sehr zurückhaltend mit der Kennzeichnung “Eilt” oder “Dringend”.

Anders sieht es da bei den News-Apps auf dem Smartphone aus. Zwar nutze ich die SZ-App oder die Spiegel-App sehr gerne und bin auch froh, dass mir dringende Nachrichten à la Bombenanschlag in Boston auch entsprechend akustisch und optisch in den Alltag gespült werden. Aber ich würde mir da eine Zurückhaltung wie bei den Profis von den Agenturen wünschen. Ein Ergebnis der Champions League ist für mich genau so wenig Breaking News wie das Urteil eines italienischen Berufungsgerichts über Berlusconi, dem sicher bald ein weiteres Berufungsverfahren folgt.

Dieses aufdringliche Werben um meine Aufmerksamkeit wird am Ende also eher dazu führen, dass ich die Push-Benachrichtigungen ganz abschalte. Oder auf die App verzichte und lieber die nutze, die von Journalisten gemacht werden. Und nicht von vermeintlichen Vertriebsprofis.

Und dann doch Tiny Tiny RSS

Ich habe ja nach dem angekündigten Ende von Google Reader auf Fever gesetzt und war davon auch ganz angetan. Parallel dazu hatte ich mir aber auch Tiny Tiny RSS installiert, ein kostenloses Projekt, das nicht nur in der Funtkionalität, sondern auch in der Optik nahe am Google Reader ist.

Jetzt werde ich erstmal bei Tiny Tiny RSS – oder ttrss – bleiben. Und die Entwicklung bei Fever weiter verfolgen.

Der Grund ist einfach: die mobile Anwendung fehlt bei Fever für mich. Es gibt keine ordentliche App für Android. Meltdown, so der Name des einzigen Projekts, das ich gefunden habe, taugt leider gar nichts, nicht einmal eine chronologische Sortierung der Beiträge funktioniert. Und die mobile Webdarstellung, die eigentlich sehr schön wäre, führt unter allen Browsern auf Android (Chrome, Firefox, Dolphin) zu zerstörten Ansichten.

Defekte Grafik bei Fever

Schade.

Ich nutze jetzt also meine Tiny Tiny RSS – Installation und unterwegs die passende App, die zwar 1,xx Euro kostet, aber ihr Geld wert ist.

Und bin jetzt auch unterwegs auf dem Laufenden.

Mein Lufthansa-Traffic

Man kann bei einem solchen Blog auch sehen, mit welchen Suchbegriffen Leute zu einem gekommen sind. Gestern gab es eine, nun ja, auffällige Häufung:

lufthansa hotline besetzt
lufthansa besetzt
lufthansa rufnummer besetzt
lufthansa service hotline besetzt
lufthansa servicenummer überlastet

Ich hätte da jetzt so die Vermutung, dass die Call-Center der Lufthansa irgendwie am Wochenende trotz Streikankündigung nicht ausreichend verstärkt worden sind. Aber wie gesagt, das ist nur eine Vermutung.

Ad Words – retro style

Wenn man eine Website hat, dann gibt es nur noch ein Problem: Wie bekommt man die Leute dazu, dorthin zu surfen?

Man kann Massenemails schreiben, man kann Ad Words bei Google kaufen, man kann klassische Werbung schalten. Oder man nimmt ein Stück Kreide.

2013-04-20 17.20.56

Und geht damit rum. Und schreibt die Webadresse überall auf die Straße, auf Treppen, an Wände. Und, mal ehrlich, wer würde die Adresse nicht eintippen und zumindest mal schauen, um was es da geht? Also ich kann da nicht wegschauen. Und weiß jetzt, was sich dahinter verbirgt.

Wer es jetzt noch schafft, mit Kreide den passenden QR-Code auf die Straße zu zeichnen, der hat auch die Generation Smartphone & Tablet auf seine Seite gezogen.

Das elektronische Buch

Ich bin ein Freund elektronischer Gadgets, wie in diesem Blog inzwischen durchaus deutlich geworden sein dürfte. Bei meinem Sohn bin ich da eher zurückhaltend. Ja, er darf mit mir zusammen das Tablet für bestimmte Dinge nutzen, aber elektronisches Spielzeug finde ich, zumindest für Kleinere, meist überflüssig. Eine Ausnahme stellt für mich der tiptoi von Ravensburger dar.

tiptoi

Die Idee: Man kauft einmal einen dicken, knubbeligen orangen Stift. Auf ihn kann man aus dem Internet kostenlos Sprachdateien für tiptoi-Bücher herunterladen. Die gedruckten Bücher muss man gesondert kaufen. Dann kann man sich mit dem Stift zum Beispiel die Abläufe auf einem Flughafen “vorlesen” lassen. Wobei eben nicht wie bei einem Hörbuch etwas linear vorgelesen wird, sondern das Kind kann die Bilder selbst erkunden.

Es gibt Geräusche von startenden Flugzeugen, quengelnde Kinder, die Geschichte der Frau, die verschlafen hat und jetzt zum Flughafen hetzen muss – alles hüsbsch gemacht. Beim “Bauernhof”-Buch muss man Tiergeräusche erkennen und das jeweilige Tier dann antippen, im Flughafen spielt der Stift “ich sehe was, was Du nicht siehst” mit dem Kind. Das Ganze funktioniert wohl so, dass im Stift vorne eine Kamera integriert ist und auf den Buchseiten unsichtbare Muster, die durch die Kamera erkannt werden. Das geht ziemlich zuverlässig.

Eine wirklich tolle Sache. Nur fehlt häufig etwas die Abwechslung, es gibt ca. 10 verschiedene Rätsel bei den Spielen, die dann jeweils in neuer Reihenfolge abgefragt werden. Etwas mehr Aufwand hätte der Nutzungsdauer der Geschichten gut getan.

Und noch ein Manko: Manchmal sind die Erklärungen bzw. die gesprochenen Texte so ganz und gar nicht kindgerecht. Da ist plötzlich und unvermittelt von “Befeuerung der Landebahn” die Rede oder ähnlichem. Da wäre eine Überarbeitung nicht schlecht.

Website anno 2013

Mobiles surfen mit Smartphone und Tablet gehört inzwischen zum Alltag. Menschen versuchen sich mit diesen Geräten von unterwegs schnell mal Infos zu beschaffen, aber auch im heimischen Wohnzimmer werden die Geräte gerne benutzt um schnell mal was nachzuschauen, statt erst umständlich den PC hochzufahren.

Und trotzdem findet man immer und immer wieder solche Seiten:

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Die sich nicht nur nicht an die Bildschirmgröße der Geräte anpassen (damit kann man ja gerade noch leben), sondern die auch für elementare Dinge wie Navigation Java oder ähnlichen Kram nutzen, der auf vielen Mobilgeräten einfach nicht vorhanden ist und/oder nicht ordentlich funktioniert.

Wer als Unternehmen eine Website hat, sollte die auch entsprechend pflegen. Hin und wieder renovieren, an neue Erfordernisse oder auch neuen Geschmack anpassen. So wie ein guter Unternehmer das auch mit seinen Verkaufsräumen, Gasträumen oder Hotelzimmern macht.