Ob diese Nachricht von Reuters wohl ungefiltert in Online-Angebote eingeflossen ist? “Conti bot Schaeffler Beteiligung an – aber nicht viel genug”. Manchmal muss es eben viel schnell gehen, im Nachrichtengeschäft.
Tags: Deutsch, Journalismus
Ob diese Nachricht von Reuters wohl ungefiltert in Online-Angebote eingeflossen ist? “Conti bot Schaeffler Beteiligung an – aber nicht viel genug”. Manchmal muss es eben viel schnell gehen, im Nachrichtengeschäft.
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Für alle PR-Büros, Pressestellen und Masseneinladungsversender:
Sie wissen nicht, was der Unterschied zwischen “An:”, “Cc:” und “Bcc:” ist und warum es drei verschiedene Möglichkeiten gibt, die das gleiche tun, nämlich meine wichtige, wichtige Information an jeden, dessen Email-Adresse man habhaft werden konnte, weiterzuleiten?
Dann gehen Sie jetzt sofort zu blindkopie.de, ziehen sie nicht die erhoffte Aufmerksamkeit ein auf sich und geloben Sie nach der Lektüre Besserung. Dann, und wirklich nur: dann, dürfen Sie mir irgendwann wieder mal eine Mail schicken.
via: Anna-Maria
Irgendwie war da doch was mit der Finanzkrise. Bei den Banken, in Übersee vor allem. Aber irgendwie auch hierzulande. Hierzulande? Nee, das muss ein Missverständnis sein.
Die Deutsche Bank schickt uns auf jeden Fall heute eine einseitige Pressemitteilung über die Abgeltungssteuer in einem DIN A4-Umschlag, Portokostenpunkt: 1,45 Euro.
Kleiner Anlagetipp (unter Ausschluss allen Rechtsweges und so weiter): Jetzt Deutsche-Bank-Aktien kaufen, denen scheint es gut zu gehen. Und noch einen Stapel Post-Papiere dazu nehmen, denn die verdienen offenbar prächtig.
Eine Nachricht ist immer dann, wenn etwas Spannendes, etwas Überraschendes passiert. Also “Mann beißt Hund” statt “Hund beißt Mann”. Wenn Unternehmen eine Nachricht produzieren wollen, aber nicht wissen, womit, dann geben sie gerne mal eine Studie in Auftrag. Zum Beispiel bei der GfK, der Gesellschaft für Konsumforschung.
Das haben die Allianz und die Dresdner Bank gleich zusammen gemacht und teilen der interessierten Öffentlichkeit heute mit:
Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der GfK im Auftrag von Allianz und Dresdner Bank. Anlass der Studie ist die aktuelle Debatte über die Bedeutung von Finanzmärkten und die Konsolidierung des Bankenmarktes in Deutschland.
Klingt ja erstmal verlockend, nur leider ist das Ergebnis eher nach “Hund schläft tagsüber in Hundehütte”, wie schon die Überschrift der Meldung verheißt:
“Bankkunden wünschen sich günstige Preise, hohe Zinsen und umfassende Beratung”
Das hätte ich auch ohne Studie zusammenfassen können. Bald kommt bestimmt eine des Reisebüroverbandes mit dem Titel: Deutsche wünschen sich im Urlaub schönes Wetter, keinen Stress und wollen dafür wenig zahlen. Ein echter Kracher. Leider alles – nur keine Nachricht.
Tags: Umfrage, Bankkunden, Nachrichtenlehre
Die Schlagzeile ist Programm. Auch wenn sie sich im Original so liest: “Kein Applaus f=C3=BCr Schei=C3=9Fe=20″
Oder anders angefangen: Was würde man von einem Werbekongress erwarten? So als Laie? Naja, vielleicht nicht wirklich prickelnde Inhalte, aber eine tolle Vermarktung. Eine fulminante Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel.
Und da kommt “Kein Applaus f=C3=BCr Schei=C3=9Fe=20″ ins Spiel. Denn nicht nur, dass die Pressemitteilung, die da am Dienstagabend ins Mailfach flatterte, schwer lesbaren Text dieser Form enthielt
Die Gewinner des Berliner Kommunikationspreises 2008 i= n den Kategorien =E2=80=9EVerdammt gehaltvolle Strategie=E2=80=9C und =E2= =80=9EGanz sch=C3=B6ne Kreation=E2=80=9C stehen fest. Auf der Vollkontaktme= sse im Energieforum Berlin haben sich 187 studentische Teams unter der Anle= itung 17 renommierter Agenturen der Jury pr=C3=A4sentiert und wurden auf de= r Gala im Cookies f=C3=BCr die Fr=C3=BCchte ihrer zweit=C3=A4gigen Workshop= -Arbeit ausgezeichnet. Zum Goldenen Hirschen Berlin wurde f=C3=BCr den best= en Messeauftritt, KNSK Hamburg f=C3=BCr die beste Personalanzeige im Werbek= ongre=C3=9F-Katalog geehrt.=20
und die Mail keine Betreffzeile hatte, was das Einsortieren im Redaktionsalltag doch etwas erschwert. Nein. Die Werbeprofis haben es auch noch fertiggebracht, sämtliche Empfänger – gefühlte 500 – im Klartext mitzuschicken, dankt Eintrag ins “To:”- statt ins “BCC:”-Feld. Gibt’s denn nicht irgendwo wenigstens Einsteigerschulungen für den Mailverkehr im Werberumfeld?
Aber so, wie man diesen Blog-Beitrag mit der ersten Zeile dieser missratenen Pressemitteilung beginnen kann, so kann man sie mit der letzten Zeile schließen:
“kanal voll \ Werbekongre=C3=9F 2008=20″
Tags: Werbekongress, Werbekongress 2008, Applaus für Scheiße
Heute, anlässlich der Telekom-Hauptversammlung, hat der Fernsehsender n-tv eine Pressemitteilung in die Redaktionsstuben geschickt mit zwei kurzen Zitaten von
Hubertus Primus, Chefredakteur Stiftung Warentest
Der da sagt:
“Der Service der Telekom ist schlecht wie bei allen anderen Anbietern auch. Aber da könnte sie sich gerade profilieren. Aber wenn man mal einen Tarif wechseln will oder einen anderen DSL-Anbieter wählt, dann merkt man, wie schlecht der Service ist, und da hat sich wenig gebessert.” (16 sek.)
Und:
“Insgesamt, über alle Tarife gesehen, ist die Telekom sicherlich teurer als alle anderen Anbieter. Wenn man aber einfacher Festnetzkunde ist, ohne Flatrate, lässt die Telekom ja zu, dass man Billigvorwahlen nutz, und da ist sie etwas billiger. Aber insgesamt ist sie natürlich der teuerste Anbieter. Was heißt natürlich – das wäre natürlich, wenn der Service stimmen würde, aber der stimmt leider nicht.”
Hervorhebung im letzten Fall von mir.
Ich kann das nur bestätigen, das ist gnadenlos richtig. Und, liebe Telekom, auf den versprochenen Anruf warte ich noch immer.
Tags: Telekom, T-Online, Kundendienst, n-tv
Man muss ja Verständnis haben für die Kollegen von den PR-Agenturen und Pressestellen. Die sitzen da und müssen glauben, dass ihre Information total wichtig ist und dass die doofen Journalisten in den Redaktionen die auf keinen Fall einfach übersehen dürfen. Deshalb lässt man die akribisch ausgearbeiteten Texte besonders auffällig drucken, steckt sie in grellhelle Umschläge oder macht sonst einen Schnickschnack, damit es nicht aussieht, als wäre es ein einfacher Brief. Oder eine langweilige Pressemitteilung.
Im Moment scheint es einen neuen Trend zu geben: Flaschenpost.
Erst verschickt Vita-Cola ihre Info zum Geburtstag in einer Original-Plastik-Vita-Flasche. Und jetzt trudelte gestern eine weitere Flaschenpost ein, von der Messe Leipzig:
Schicke Glasflasche, mit schickem Korken. Drinnen fein zusammengerollt irgendeine Einladung wegen Wassersportmesse oder so. Also echt, Respekt, schon die Verpackung hat bei uns im Ressort für Aufsehen gesorgt.
Nur ein kleines Problem, liebe PR-Kollegen: Man bekommt die Nachricht nicht aus der Flasche. Njet, geht nicht. Oder glaubt ihr, wir hauen im Büro so eine Flasche in tausend Stücke, nur um den Inhalt lesen zu können? Nie im Leben. Wir bloggen lieber darüber – über prima Ideen. Und deren mangelhafte Umsetzung.
Nur von der Wassersportmesse, oder was auch immer, wissen wir jetzt nix. Aber das ist auch nicht so schlimm. Ein Fax hätten wir auch nur weggeworfen. Wahrscheinlich.
Tags: Pressestellen des Grauens, Messe Leipzig, Flaschenpost
Und heute ist tatsächlich der Tag des merkwürdigen Mailverkehrs. (Kurze Randfrage: Ist der bei der Uno eigentlich schon offiziell eingetragen? Der fehlt doch eigentlich noch.) Da flatterte auch noch die Ankündigung ins Haus
sipgate reduziert VoIP-Hardware zu Weihnachten
Merkwürdig, warum tun die das wohl? Schließlich ist doch Weihnachten vielleicht die Zeit des Jahres, vom man seinem oder seiner Liebsten mal eine schnuckelige VoIP-Hardware schenken will? Macht es Sinn, da zu reduzieren? Die Lagerbestände? Die Größe?
Aber, ach nein, man hat nur “attraktive Hardware-Pakete zu Tiefpreisen geschnürt”. Das Wort “Preise” hat halt nicht mehr in den Werbergedanken in die Überschrift gepasst. Aber so isses ja nur wieder eine langweilige “zu Weihnachten wird es billiger”-Reklame. Der Rest: ab in die Tonne.
Manchmal bekommt man wirklich seltsame Mails. Also nicht die zur Penisverlängerung oder so, die bleiben zum Glück im Spamfilter recht zuverlässig hängen. Aber solche wie diese:
Sehr geehrte Damen und Herren,
würden Sie uns bitte einen Ansprechpartner / eine
Email-Adresse Ihrer Wirtschaftsredaktion mitteilen? Vielen Dank! Freundliche Grüße,
Gesendet an – die Mailadresse der Wirtschaftsredaktion der “Märkischen Allgemeinen”. Wie soll man da wohl der Werbeagentur in Nordhorn noch weiterhelfen?
Tags: Werbeagentur, Frage
Überschriften sind nicht einfach. Oder deutlicher gesagt: Sie zu machen ist wirklich schwer. Nicht nur für Journalisten, auch für Pressestellen. Und manchmal kann eine eigentlich ganz efreuliche Nachricht durch eine falsche Überschrift… nun ja.
So verschickt der “Verband der Angestellten-Krankenkassen” eine Mitteilung darüber, dass man eine besondere Krebsbehandlung finanzieren will, unter der bereits leicht zynischen Überschrift:
Patienten mit schweren Krebserkrankungen können sich ab 2011 mit neuartiger Partikeltherapie bestrahlen lassen
Die Frage, die sich dem uninformierten Leser da stellt: Wie viele “Patienten mit schweren Krebserkrankungen” haben vier Jahre Zeit zu warten?
Tags: Überschriften, VDAK, Krebstherapie
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