Facelifting

Die Zeitung, bei der ich arbeite, die “Märkische Allgemeine” in Potsdam, sieht seit heute ein klein bisschen anders aus als noch vor 48 Stunden. Redesign, heißt das – ein Facelifting für Printprodukte. Ich find’s hübsch, auch wenn das die Fotos unter widrigem morgendlichen Licht nicht in aller Schönheit zeigen:

VorherNachher

Vorher – Nachher

Die Innenseiten im alten Layout:

Vorher

Und von heute an:

Nachher

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Cargolifter reloaded

Erinnert sich noch jemand an Cargolifter? Die Luftschiffbauer, die im märkischen Sand die große Werfthalle hinterlassen haben, in der man jetzt in der Südsee planschen kann? Cargolifter ist nicht tot, sondern ein Nachfolger-Cargolifter-Unternehmen will jetzt wieder Luftschiffe bauen. Riesige Luftschiffe – so groß wie die “Hindenburg”.

Wir haben uns die Pläne mal von Geschäftsführer Mirko Hörmann und Aufsichtsratschef Carl von Gablenz erzählen lassen und mein Kollege Klaus Stark hat es aufgeschrieben:

Cargolifter plant ein neues Riesenluftschiff. Vorbild ist die 1936 fertiggestellte “Hindenburg”, die im Mai 1937 bei der Landung im amerikanischen Lakehurst in Flammen aufging. Der Zeppelin war mit 247 Metern Länge und 41 Metern Durchmesser das größte je gebaute Luftfahrzeug. Kleiner macht es auch Cargolifter nicht. “Beim Heben von Lasten reden Sie über einstellige Millionenbeträge, beim Transport über ein Multimillionen-Business”, sagt von Gablenz. “Wir wären ja blöd, wenn wir nicht nutzen würden, was wir schon wissen.”

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Kneif mich

Gekniffen

Dieser Scherenmann steht vor dem Eingang des Sorat Hotels in Cottbus. Unten stand noch, zum 850. Geburtstag, oder so ähnlich, aber das hilft bei der Entschlüsselung auch nicht so recht: Was will uns diese Figur sagen? Dass man mal so richtig in den … gekniffen wird?

Irgendwie sind Scheren kein Symbol, das besonders viel Gastlichkeit versprüht. Aber das Hotelmanagement wird sich schon irgendwas dabei gedacht haben. Hoffe ich. Da bin ich mir ganz sicher.

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brand(enburg) eins

Mein Lieblings-Wirtschaftsmagazin “brand eins” – wobei man das vor ein paar Jahren noch besser sagen konnte, inzwischen sagt das ja jeder, aber sei’s drum – hat in der neusten Ausgabe gleich zwei Artikel, die in Brandenburg spielen.

Einmal geht es um die Grenzen der Privatisierung, gezeigt anhand der Potsdamer Wasserbetriebe, die erst privatisiert und dann wieder re-kommunalisiert wurden. Der Text ist leider noch nicht online als Volltext abrufbar. Interessanter Gedanke darin von Ernst Ulrich von Weizsäcker:

“Irrerweise entstammen Privatisierung und Deregulierung der gleichen Geisteshaltung, aber das ist genau das Verkehrte: Gute Regulierung ist die Voraussetzung für erfolgreiche Privatisierung.”

Denn, so seine Erfahrung aus der Untersuchung zahlreicher Praxisbeispiele:

Privatisierung kann dort erfolgreich sein, wo ein starker Staat die Spielregeln und Standards bestimmt und kontrolliert – und damit Wettbewerb garantiert.

Der zweite Text ist die Kultur-Kolumne “Neuropain” – ein Streifzug zu Rockern in Neuruppin und ein Besuch des dortigen Hospizes. Der Text ist bereits im Volltext online verfügbar.

Und auch sonst ist das Heft lesenswert, allein schon wegen des Beitrages über die Entwicklungsabteilung bei Bosch.

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Weltklasse

Als Tageszeitungsredakteur ist die Arbeit meistens am Ende des Tages gemacht. Dann ist der Text geschrieben, die Zeitung gedruckt – und morgen ist das Blatt wieder leer und weiß. Projekte, die sich über Monate hinziehen, sind eher selten.

Doch ein solches Projekt haben wir jetzt gerade wieder abgeschlossen – die zweite Auflage der Beilage “Weltklasse aus Brandenburg”.

Mehr als 50 Firmen werden auf 36 Seiten vorgestellt, die doch sehr unterschiedliche Waren herstellen. Vom Glasrecycling auf modernsten Maschinen über Zuchtbullen-Sperma bis zur Unternehmensberatung oder dem Stahlwerk hin zum privaten Eisenbahnbetreiber. Ich habe die Texte ja inzwischen schon ein paar mal gelesen und ich bin sicher nicht objektiv, sondern in höchstem Maße befangen, aber trotzdem muss ich sagen: Die Kollegen haben tolle Texte geschrieben.

Morgen liegt die Beilage in der MAZ. Das Blatt ist dann wieder weiß.

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Armin, die faule Ameise

Okay, man kann grundsätzlich geteilter Meinung sein, ob eine blaue Ameise mit vier Händen so das richtige Maskottchen für ein Großprojekt wie den neuen Hauptstadtflughafen BBI in Schönefeld ist. Knuddel-Faktor einer Ameise gegenüber zum Beispiel einem Eisbär: 0 zu 1000. Mindestens. Ameisen stören eigentlich meistens. Man kann sich deshalb auch zu Recht darüber lustig machen

Dazu kommt: Wer “blaue Ameise” bei Google eingibt, findet als erstes diesen Wikipedia-Artikel:

Als Blaue Ameisen wurden die Arbeiter bezeichnet, denen die chinesischen Kulturrevolution 1965 eine einheitliche blaue Arbeitskleidung vorschrieb, den so genannten Mao-Anzug. Diese Einheitskleidung wurde auch von hohen Funktionären wie Maos Frau Jiang Qing, getragen. Allerdings wählten sie wertvollere Stoffe als Material für diese Uniform, um sich von den normalen Arbeitern zu unterscheiden.

Trägt Armin eine 08/15-Uniform oder hochwertigeren Stoff? Vermutlich letzteres, denn Armin ist nicht nur ein Hand-, sondern auch ein Kopfarbeiter. Theoretisch. Denn er soll für die Flughafengesellschaft ein Online-Tagebuch über die Bauarbeiten schreiben.

Das allerdings besteht bislang aus einem einzigen Eintrag, vom 25. April. Und darin geht’s vor allem darum:

Das Essen war ein Gedicht: Buletten, Kartoffelsalat, Schweinebraten, Rote Grütze und ein leckeres Gläschen Malzbier.

Seitdem: Nix. Keine Grabungen, keine Fundamente, kein Zement angerührt. Nada. Armin ist eine ziemlich faule Ameise. Nur: Warum machen die BBI-Planer das auch noch öffentlich? Aber vielleicht soll er ja auch nur der Sündenbock sein, wenn’s mit dem Eröffnungstermin Ende 2011 doch nix wird.

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Eastworld

Heute Nachmittag hatte ich das Vergnügen, mir die Präsentation des Projekts “Euroworld” in Potsdam anzuschauen. Rund 90 Minuten lang wurder von Aufsichtsratschef, Technik-Experten, Architekten und einem Vertriebsvorstand erzählt, wie toll das 6,1-Milliarden-Euro-Projekt im brandenburgischen Sperenberg werden wird. Neben einem Freizeitpark, der Europa im Miniaturmaßstab mit Attraktionen wie Eiffelturm und Hamburger Hafen nachbaut, soll eine “Euroworld City” mit Wohnungen und Firmensitzen entstehen.

Dort gibt es dann auch einen Fernsehturm, ein Fußballstadion, einen Yachthafen, einen Helikopterflughafen undundund. Alles war Berlin hat und noch viel mehr. Der Chef einer echten Werbeagentur, Jochen Karrer von “BMZ and more” aus Düsseldorf, attestierte dem Projekt tolle Chancen, es würde “eine Must-Destination”, gerade für Touristen aus Übersee in Europa.

Ein bisschen blöd war eigentlich nur, dass erneut und anders als bei der Presseinladung versprochen, auch bei dieser Projekt-Präsentation (bereits die dritte innerhalb von weniger als einem Jahr und die zweite innerhalb einer Woche) nicht so richtig klar wurde, wer denn das Geld beisteuern soll. Gut, wenn man “das Euroworld-Fieber hat”, wie der Euroworld-Chef von sich selbst sagte, mag das nicht als eine wichtige Frage erscheinen. Aber wohl auch nur dann. Vor allem, wenn auch noch die meisten der wenigen Detailinfos, die die Euroworld-Macher preisgegeben haben, einem Realitätscheck nicht standhalten.

Was bleibt da an einem Abend nach einem solchen Nachmittag? Man kann sich nur damit trösten, dass man, wenn Euroworld nichts wird, mal wieder das alte Video “Westworld” mit Yul Brynner rauskramen könnte. Das war auch ein gigantischer Freizeitpark – und eigentlich auch viel mehr als das. Aber was steht da, wie passend, bei Wikipedia zu dem Film:

Ein Remake des Films ist gegenwärtig in Planung. Ein genauer Erscheinungstermin steht aber noch nicht fest.

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