Müllfreies Müllrose

Eben auf “Spiegel-TV”, der absurde Strafkatalog aus dem brandenburgischen Müllrose. So kann man sich ganz leicht, nach Lausitzring und Cargolifter, zum Gespött der Republik machen:

Eigentlich ist das schöne Müllrose eine beschauliche Gemeinde in Brandenburg. Doch die Ruhe trügt. Denn hinter der bürgerlichen Fassade lauern Abgründe an Ordnungswidrigkeiten. Doch damit ist jetzt Schluss: 90 Verordnungen, veröffentlicht im örtlichen Amtsblatt, sollen das alltägliche Chaos eindämmen. Seither haben Eiszapfen, das Ausschütteln von Betten und Freiluftsex im Müllrose keine Chance mehr. SPIEGEL-TV-Reporter Hendrik Vöhringer über eine Gemeinde die den Schutz der Bevölkerung wirklich ernst nimmt.

Leider gibt’s den Beitrag nicht online zum anschauen. Lohnt sich.

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Motivationsschub

Der Konjunkturmotor brummt, der Aufschwung schwingt und schwingt, die Aktienkurse erklimmen weiter den Dax-Gipfel – und alle fragen sich, warum es so dermaßen toll voran geht. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat im Interview mit der “Märkischen Allgemeinen” eine Erklärung dafür, dass auch Brandenburg 2006 eine Menge Erfolgsnachrichten zu vermelden (PDF, 113 KB) hatte:

Viele ostdeutsche Unternehmer erleben zum ersten Mal seit der Wende, dass es aus einer Krise heraus bergauf geht und dass sie das aus eigener Kraft geschafft haben. Darin steckt eine ungeheure Motivation, die der stärkste Treiber für künftiges Wachstum werden kann.

Ob diese These – Ökonomie ist aber bekanntermaßen zu einem Großteil Psychologie – stimmt wird sich dann zeigen, wenn im Rest-Deutschland das Wachstum erlahmt. Denn dann müsste der Motivationsschub der ostdeutschen Unternehmer nicht nur Brandenburg noch ein Stückchen weiter tragen als Bayern, Nordrhein-Westfalen oder das Saarland.

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Tag der Demokraten

Am 18. November wollen wieder ein paar Nazis & Wehrmachtsverehrer im brandenburgischen Halbe am dortigen Soldatenfriedhof ihrer “Helden” gedenken – und ein bisschen dafür trommeln, dass es mal wieder so wird, wie es war.

Das finden eigentlich alle anderen doof. Von der Brandenburger Landesregierung über die Parteien (da sind sich auch PDS und CDU einig) zu Gewerkschaften und den unvermeidlichen “Künstlern” wie Heinz Rudolf Kunze. Kunze? Nun ja, es geht ja um Politik und das war noch nie eine Frage des guten Geschmacks. Aber vielleicht will man den Nazis ja auch einfach akustisch so richtig etwas auf die Ohren geben, damit sie nie wiederkommen. Auf jeden Fall sollen ganz viele Leute kommen, zum “Tag der Demokraten”.

Was ich mich viel mehr Frage: Muttertag ist ja der eine Tag im Jahr, wo die Mama mal im Mittelpunkt steht und alle ein bisschen helfen. Die 364 anderen Tage im Jahr… kennt man ja. Am Nikolaustag kommt der Nikolaus und macht die Stiefel voll, die restlichen Tage im Jahr bleiben sie leer. Und wenn am 18. November in Brandenburg “Tag der Demokraten” ist, dann sind die anderen Tage im Jahr…? Manchmal wüsste ich gerne, wer sich ein Motto dieser Qualität eigentlich ausdenkt.

Trotzdem: Aufruf unterstützten, Hinfahren.

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Die Größten in der Mark

Achtung, Achtung! Hier folgt jetzt ein kleiner Werbeblock:

Top 100 Unternehmen

Die Bahn ist Brandenburgs größter Arbeitgeber – mit 8455 Beschäftigten im Land. Darauf folgen Vattenfall und Metro. Und noch 99 weitere Firmen, die wir heute in der Märkischen Allgemeinen veröffentlicht haben. Und, natürlich, gibt’s die Liste auch online, allerdings kostet die aktuelle Geld – die der vergangenen zwei Jahre gibt’s aber umsonst. Und mit diesem Schnäppchen-Angebot soll’s auch genug der (Eigen)werbung sein.

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Große Projekte

In Brandenburg gibt es eine Reihe bundesweit beachteter Großprojekte, die sich – nun ja -anders entwickelt haben, als geplant. Zum Beispiel der Lausitzring, der natürlich Eurospeedway Lausitz, und darauf Wert legt, aber der dennoch von der Formel 1 umfahren wird. Oder die Chipfabrik in Frankfurt (Oder), von der immerhin ein hübscher Rohbau steht.

Und da ist noch eine riesige Luftschiffhalle, in der aber jetzt keine Giganten der Lüfte gebaut werden, sondern Menschen baden dürfen. Ein Tropenparadies, ein Freizeitpark, ein Erlebnisbad eben. Darüber mag man sich lustig machen, aber immerhin hat der malaysische Investor Tanjong etwas mit der Halle angefangen. Na gut, anders als versprochen sollen jetzt doch 17 Millionen Euro Steuergelder den Umbau der Badehalle mitfinanzieren, aber dafür werden ja fünf Jahre lang 501 Jobs garantiert. Das macht ja nur 6800 Euro pro Arbeitsplatz.

Allerdings sind die Chefs bei Tanjong offenbar etwas unzufrieden mit der Performance:

However, operating profit for the year ended January 31, 2006 was at RM557 million, lower by RM51 million or 8% compared to RM608 million last year. The reduction in operating profit was attributable to increased expenses from the scheduled major maintenance of the Group’s Malaysian power plants, expenses incurred in bidding for international power businesses and start-up losses from Tropical Islands.(…)

Commenting on the results of Tropical Islands, Mr Cheim said, “The Tropical Islands project has not performed to expectations, particularly in terms of attendance and revenue. However, we continue to make the requisite investments to develop new product offerings and expect an improvement in the operations and performance of Tropical Islands over the next two years.”

Insofern wird es spannend werden, was Mr. Cheim am 31. Januar 2008 sagen wird. Bis dahin kann man aber für 199 Euro eine Jahresmitgliedschaft bei Tropical Islands kaufen oder sich für 219 Euro als Maharradscha fühlen. Da freut sich der Tanjong-Aktionär.

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