Spielt nicht mit Juden

Ashkan Dejagah, Fußballprofi beim VfL Wolfsburg, spielt in der deutschen Fußballnationalmannschaft der Unter-21-Jährigen. Und diese Mannschaft spielt am 12. Oktober. Gegen Israel, in Israel. Aber ohne Dejagah.

“Er kam zu uns und hat uns gebeten, dass er aus persönlichen Gründen nicht mit nach Israel kommen muss. Diese Gründe waren für uns nachvollziehbar”, sagte DFB-Sprecher Jens Grittner heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Schreibt “Spiegel Online”. Und für diese “persönlichen Gründe” kann man durchaus individuell Verständnis haben, wenn man sich zum Beispiel diese zusammenfassende Erklärung beim “Bildblog” anschaut:

Ashkan Dejagah hat Verwandte, die im Iran leben; sein Bruder spielt bei Paykan Teheran. Es ist nicht auszuschließen, dass sie mit Sanktionen rechnen müssten, wenn Dejagah in Israel spielt. Er hat nicht nur einen deutschen, sondern auch einen iranischen Pass, und der Iran verbietet seinen Staatsbürgern die Einreise nach Israel. Dejagah muss damit rechnen, nicht mehr in den Iran zu seiner Familie reisen zu dürfen, wenn er an dem Spiel der U21 teilnimmt.

Allerdings sollte man den “persönlichen Gründen” auch eine persönliche Entscheidung folgen lassen – und nicht mehr für die deutsche Fußballnationalmannschaft spielen. Und wenn er diese Entscheidung nicht selbst treffen kann oder will, dann sollte der DFB sie für ihn treffen.

Denn, egal aus welchen Gründen, dass ein deutscher Fußballnationalspieler sagt “Ich spiele nicht mit gegen Juden”, das darf einfach nicht sein.

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Hurra, die Maus ist tot!

Oh, das ist mir entgangen. Der Mickey-Maus-Verschnitt im Hamas-TV, der die Kinder zum Märtyrertod anleiten sollte ist nicht mehr. Aber nein, die Verantwortlichen haben nicht Einsicht gezeigt und den Schwachsinn gestoppt, sondern die Maus in der letzten Folge von einem Israeli erschlagen lassen.

Und es gibt auch schon Ersatz – die Hamas-Biene Nahool. Also keine flotte Biene, das würde eher nicht passen, sondern eine Dschihad-Biene:

Hostess Saraa’: “Who are you? And where did you come from?”

Nahool: “I am Nahool [the bee], Farfur’s cousin.”

Saraa’: “And what do you want?”

Nahool: “I want to continue the path of Farfur, the path of “Islam is the solution”. The path of heroism, the path of martyrdom, the path of the Jihad warriors. Me and my friends shall continue the path of Farfur. And in his name we shall take revenge upon the enemies of Allah, the murderers of the prophets [i.e. the Jews], the murderers of innocent children, until Al-Aqsa will be liberated from their filth.”

Saraa’: “Welcome! Welcome Nahool.”

Ich bin mir angesichts solcher Berichte über rätselhaftes Bienensterben jetzt nur nicht mehr ganz sicher, ob die armen Tierchen nicht Suizid und Verschwinden der Islamisierung vorziehen. Wäre zumindest auch eine plausible Erklärung.

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Friedensinitiative

Das ist doch mal wieder eine nette Friedensinitiative aus Nahos. “Spiegel Online” berichtet über ein neues Computerspiel, bei dem “ein tapferer Soldat der iranischen Revolution gegen Zionisten und Amerikaner ins Feld ziehen” darf.

Und dann heißt es weiter:

Das Spiel ist ein Egoshooter – aber ein ganz friedlicher, glaubt man dem Generalsekretär der Studentenunion Mohammad Taghi Fakhrian: “In diesem Spiel werben wir nicht für Terrorismus und Gewalt. Weil man darin iranische Geiseln befreit, werben wir für Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung unseres Landes.” Laut der ägyptischen “Middle East Times” muss der Spieler, um die Mission erfolgreich zum Ende zu bringen, “US- und israelische Soldaten töten, ihre Laptops mit geheimen Informationen stehlen und schließlich Wissenschaftler und Diplomaten befreien.” (…) Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet, “ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln.

Da passt doch gut diese, sicherlich ebenso friedlich gemeinte Botschaft aus dem Iran, dazu, über die im heutigen Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin berichtet wird:

Ein hochrangiger Vertreter des Iran, der sich zurzeit in Damaskus aufhält, um den baldigen Besuch des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinejad in Damaskus vorzubereiten, hat gegenüber der in Katar erscheinenden Zeitung „Al-Watan“ Warnungen an Israel ausgesprochen. „Wir besitzen eine nicht unbedeutende Menge an Langstreckenraketen. Wenn Israel sich an einem amerikanischen Angriff auf den Iran beteiligt oder einen solchen unterstützt, wird es einen massiven Raketenbeschuss auf 600 Ziele im Herzen Israels auf sich ziehen, deren Lokalisierung auf Einsatzkarten in den Stäben der iranischen Armee verzeichnet ist“, so die Quelle.

Was tut man nicht alles dafür, um den Frieden zu sichern.

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Hamastan

Es ist passiert. In Gaza wird jetzt ein Gottesstaat errichtet. Wie der aussehen wird kann man sich ungefähr vorstellen, wenn man sich dieses Video anschaut, von dem viele Ausschnitte auch heute Abend in den “Tagesthemen” zu sehen waren (Danke für den Link, Dave). Ein seltsamer Gott muss das sein, der über diesen Staat wacht. Ein blutiger Gott.

In diesem Zeitungsbericht findet sich die doppelt gruselige Stelle:

“They’re firing at us, firing RPGs, firing mortars. We’re not Jews,” the brother of Jamal Abu Jediyan, a Fatah commander, pleaded during a live telephone conversation with a Palestinian radio station.

Minutes later both men were dragged into the streets and riddled with bullets.

Einmal ist dieses Abschlachten an sich natürlich gruselig.

Aber es ist auch gruselig, dass offenbar auch die Fatah-Führer, die ja derzeit in unseren Medien als “die Guten” dargestellt werden, es irgendwie ja schon ok fänden, auf Juden mit Maschinengewehren zu feuern.

So, und jetzt warte ich mal auf die ersten Pressemitteilungen von Friedenskooperativen, Linkspartei oder den anderen üblichen Verdächtigen, in denen zwar die Gewalt unter den Palästinensern kritisiert wird, aber Israel aufgefordert wird, endlich Land zu geben und Wirtschaftsentwicklung zu ermöglichen, damit die Menschen in Gaza und im Westjordanland nicht so schrecklich perspektivlos sind, dass ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als Maschinengewehrsalven in den Himmel zu ballern und Gottesstaaten zu errichten. Denn irgendwie, das wissen diese Leute, sind die Juden doch immer schuld – auch wenn man sie heute vorsichtshalber Israelis nennt.

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Gaza

Die Bilder aus Nahost beherrschen wieder die “Tagesthemen” und die Titelseite von “Spiegel Online”. Bürgerkrieg in Gaza. Wer wissen will, was Israelis dabei empfinden, dem sei Lilas Text “Mit Verzweiflung und Sorge” zur Lektüre empfohlen:

Aber so ein vollkommen unkontrollierbares Chaos, so ein Abgrund an Unberechenbarkeit und brutaler Gewalt – das steht auf einem komplett anderen Blatt. Ich finde keine Worte, mein Grauen auszudrücken. Wie kann man Schulkinder exekutieren, weil ihr Vater einer Bewegung X oder Y angehört? Nachbarn, die man jahrelang kennt? Mit 45 Kugeln durchlöchern, aus nächster Nähe erschießen? Wer kann diese Männer, die jetzt mit der Waffe in der Hand in Gaza Angst und Schrecken verbreiten, eines Tages in friedliche Bürger verwandeln? Sind sie nicht für ein ziviles, ruhiges Leben verloren? Was soll aus ihnen allen werden? Ich fühle mich wie in einem Albtraum, aus dem wir alle nie aufwachen. Mein Mitgefühl gilt all denen, die dort leben, klar denken und so wie ich nur wollen, daß dieser Albtraum bald ein Ende hat. Aber auch uns, die wir unsanft aus einem Friedens-Traum (”Land for Peace”) nach dem anderen gerissen werden. Traurige, traurige Tage.

Da fällt mir ein, dass ich heute morgen auf Inforadio einen Menschen von der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah gehört habe, der – ich hatte darauf schon seit gestern gewartet – indirekt ja doch Israel wieder die Schuld an dem Konflikt zugeschoben hat. Schließlich lebten die Menschen in Gaza eingepfercht, ohne funktionierende Wirtschaft, ohne Hoffnung…

Und, nochmal by the way, wer bis hierhin gelesen hat, sollte vielleicht auch noch diesen Text von Lila lesen – und sich daran erinnern, dass noch ein paar israelische Soldaten irgendwo in Geiselhaft sitzen, über die hier in Deutschland schon lange nichts mehr geschrieben worden ist.

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Selbstgebaute Raketen

Wenn in deutschen Medien derzeit überhaupt über den Raketenbeschuss israelischer Städte aus dem Gaza-Streifen berichtet wird, dann kommen gerne Zusätze wie “selbstgebaute Raketen” dazu, die vor allem deutlich machen sollen, dass sie ja weniger gefährlich sind als die Raketen, die Israel bei den Luftangriffen in Reaktion auf diesen Beschuss benutzt.

Das liest sich dann auch mal so:

Die in Heimarbeit gefertigten Geschosse fliegen tief, lassen sich deshalb nicht abfangen und richten wenig ernsten Schaden an.

Allerdings ist tot dann am Ende eben doch tot, wie zum Beispiel Haaretz berichtet:

The man killed in yesterday’s Qassam attack drove to Sderot twice a week to service the computer networks of one of his clients – the Peretz Bonei Hanegev construction company. Oshri Oz, 35, had about 200 meters left to go to the company offices when the Qassam struck near his car.

“I talked to him all the time about the danger from Qassams in Sderot, but he wasn’t afraid,” Yossi Kishek, a childhood friend, said yesterday, adding, “he had a lot of self-confidence and didn’t think it was important.”

oder die “Jerusalem Post”, die auch noch erwähnt, dass es der zweite Tote in Sderot innerhalb einer Woche ist:

35-year-old Oz, from Hod Hasharon, was hit in the neck by shrapnel when the missile landed, and his car crashed into a wall. He was evacuated to Ashkelon’s Barzilai Hospital in critical condition and died of his wounds shortly afterward. (…)

The attack marked the second Israeli fatality since the surge in Kassam fire that began several weeks ago.

Auf deutschen Nachrichten-Seiten habe ich die Information über das israelische Todesopfer übrigens vergeblich gesucht. Bei “Spiegel Online” ist der neueste Artikel aus der Region vom 26. Mai und überschrieben mit “Israel fliegt Luftangriffe gegen Hamas – Tote und Verletzte”. Darin erfahre ich dann, dass “eine Rakete in der Nähe des Hauses von Ministerpräsident Hanija einschlug”. Und bei der “Netzeitung” gibt es auch keine neueren Infos, da lautet de Überschrift vom selben Tag “Israel nimmt erneut Hamas-Minister fest”.

Ach ja, und auch am Montag ging der Beschuss weiter:

A man was lightly wounded on Monday morning when three Kassam rockets landed in Sderot.

The rockets fell as Defense Minster Amir Peretz was casting his Labor primary vote in the western Negev town.

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Das Gaza-Chaos

Viel besser als die Nachrichtenagentur DPA in diesem kurzen Abschnitt kann man das Problem im Gaza-Streifen und das drumherum nicht auf den Punkt bringen, auch wenn’s wohl unanbsichtlich war:

Die Hamas kündigte für den Abend eine einseitige Waffenruhe an. Auch die Hamas wollte sich dem anschließen. Dennoch ging die Gewalt weiter: Drei Fatah-Leute wurden von mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern im Gazastreifen erschossen.

Vermutlich weiß manchmal nicht nur der Korrespondent nicht, wer das jetzt wem und warum. Sondern auch die Beteiligten sind wohl oft ohne jeden Durchblick.

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Es gräbt sich so voran

Vor ziemlich genau drei Monaten gab es ja Streit um israelische Grabungen in der Nähe des Tempelberges in Jerusalem. Nach Demonstrationen und internationalen Verwicklungen ist es still geworden, woran mich gerade ein Post bei “Letters from Rungholt” erinnert hat.

Dort schreibt Lila dann:

Erinnert sich noch jemand an die Grabungen am Mugrabi-Tor? Hm, diese Grabung, mit der die Israelis den Tempelberg und die darauf gebauten Moscheen tueckisch zum Einsturz bringen wollte, nicht wahr? Da war doch was. Haben wir wirklich lange nichts mehr von gehoert. Graben die noch? Sie graben. Aber die Unruhen?Ohne Unruhen wird ueber die Grabungen nichts berichtet. Sie haben keinen Nachrichtenwert.

Das Nachrichtengeschäft ist ein schnelllebiges Geschäft.

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