Videothek

Manchmal sieht man sich im Browser ein Video an und denkt sich, wow, das würde ich jetzt gerne mal auf der Platte aufheben. Nun lassen sich die Bewegbilder meistens leider nicht speichern. Oder? Im Gegenteil – sie sind längst gespeichert, bevor man auch nur die Idee hatte, das eben angeschaute zu sichern.

Unter Ubuntu und Google Chrome liegen alle Videos – zum Beispiel von Youtube und Co. – die man eben gesehen hat genau hier:

~/.cache/google-chrome/Default/Cache

Keine weiteren Programme, Tools, Extensions etc. notwendig.

Internet von gestern

Es gibt Ferienhaussiedlungen, da gibt es kabelloses Internet. Das ist prima für Menschen, die Urlaub vom Internet nicht unbedingt erstrebenswert finden. Insofern wäre das eine gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht: Der mir bis dato völlig unbekannte Anbieter heißt Skybites – und man möchte nicht in den Himmel, sondern dauernd in die Tischkante beißen. Denn das Netz ist zwar vorhanden, leidlich stabil und auch nicht maßlos, allenfalls ein bisschen überteuert, aber… man muss sich jedesmal über einen Webzugang anmelden. Das heißt, wenn man eine Internetseite aufrufen will, kommt beim ersten Mal eine Skybite-Seite, fragt nach Benutzername und “Wachtwort” und leitet dann zur eigentlichen Seite weiter. Oder sagt “technical error”, dann geht das Spiel von vorne los. Oder fragt mal so mittendrin, beim Surfen, ob man sein Passwort noch weiß. Und den kryptischen Benutzernamen.

Bei Skybite weiß man offenbar nicht, dass es mehr als Web gibt. Zum Beispiel Email ohne Web. Um die zu nutzen, muss man vorher also irgendeine Website aufrufen, damit der Zugang freigeschaltet ist.

Noch schlimmer aber: Bei Skybite weiß man offenbar nicht, dass es auch Smartphones gibt, mit denen die zahlende Kundschaft gerne mal ins Netz möchte. Zum Beispiel mit meinem Android-Handy G1. Um dann Emails abrufen zu können, muss ich also vorher in den Browser wechseln, irgendeine Seite anfordern, die mobilunfreundliche Seite ansurfen, dämliche Zeichen- und Ziffernfolge eintippen … und dann geht es. Vielleicht. Oder es kommt der technische Fehler (s.o.) und alles nochmal von vorne.

Nächstes Mal suche ich mir einen günstigen niederländischen Datentarif-Anbieter auf Prepaid-Basis, sowas wie Fonic Niederlande. Das wird es ja wohl hoffentlich geben. Und mache einen Bogen um Skybites – und ihre Netzgängelung anno 1998.

Ubuntu & der CIFS-Fehler

Ich habe eine neue Fritzbox von 1&1 geschenkt bekommen, an die man ganz toll eine USB-Festplatte anschließen kann. Die lässt sich sogar von Ubuntu aus prima ansprechen, nur leider wird sie nicht mehr ordentlich beim Herunterfahren des Rechners ausgehängt, wodurch der mindestens 30 Sekunden stehenbleibt. Sieht auch nicht schön aus.

Der Fehler ist altbekannt, die genannten Workarounds mit Eingriffen in die Innereien des Systems funktionieren bei mir nicht. Und irgendwie mag ich das auch nicht.

Meine Lösung:

Ich binde die Festplatte beim Start über die /etc/fstab ein

# AVM Fritz.Box //192.168.178.1/TrekStor-DSmaxig-u-01 /media/FritzBox
cifs users,auto,username=ftpuser,password=geheim,
iocharset=utf8,uid=1000,gid=1000,rw 0 0

Außerdem habe ich mir ein kleines Script myshutdown geschrieben, das so aussieht und in meinem Home-Verzeichnis liegt:

#!/bin/sh umount /media/FritzBox gnome-session-save --shutdown-dialog --gui

Jetzt noch einen Starter auf dem Desktop angelegt, der myshutdown aufruft, und künftig wird der Rechner eben mit einem Klick auf dieses Desktop-Symbol runtergefahren.

Simpel, ohne tiefgehenden Systemveränderungen – und für mich effektiv.

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Kahlschlag

Ich gebe zu, ich habe mein kleines feines Blog hier in den vergangenen Wochen etwas vernachlässigt. Mag daran liegen, dass ich ein bisschen mehr mit Twitter rumgespielt habe und einfach mehr Blogs gelesen habe – unter anderem eine Reihe aus Brandenburg – und weniger Zeit und Lust hatte, selbst (hier) zu schreiben.

Aber das soll sich ändern, versprochen.

Vor allem, weil es ja bald vielleicht sowieso keinen anderen Platz zu schreiben gibt als das Netz. Keine ganz großen neuen Erkenntnisse für die, die sich damit bereits beschäftigt haben, aber unser USA-Korrespondent Markus Günther hat heute in der “Märkischen Allgemeinen” einen netten Überblick über den “Kahlschlag bei US-Zeitungen” geschrieben.

Die „Detroit News“ hat die Botenzustellung der Zeitung weitgehend eingestellt. Von Montag bis Donnerstag kann man die traditionsreiche Regionalzeitung nur noch am Kiosk kaufen oder im Internet lesen. Der Zeitungsbote kommt künftig nur noch am Wochenende.

Da fällt mir ein, ich muss dringend mal von meinem Besuch im “Newseum” in Washington schreiben; hatte ich mir schon lange vorgenommen.

Aber zu den US-Entwicklungen werden eine Menge internetaffine Leute sagen: Na und? Surf ich mir meine Infos eben im Netz zusammen. Blöd nur, dass eine Menge dieser “Infos” von den Redaktionen der so gerne belächelten “alten Zeitungen” gesammelt und geschrieben werden. Wie würde sich das Verschwinden des traditionellen Journalismus wohl auf den Nachrichtenfluss im Netz auswirken?

Vielleicht geht es “nur” um einen Streit über das Trägermedium – Papier vs. Bits&Bytes – vielleicht aber auch um mehr.

Da passt, dass ich mir vor ein paar Tagen das “Jahrbuch für Journalisten” gekauft habe, in dem es natürlich auch darum geht, wie die Zeitung der Zukunft aussehen könnte Aber auch, wie die Nachrichtenproduktion im Digitalen denn so stattfinden sollte. Zitat aus dem Beitrag von Stefan Niggemeier, der sich in Teilen auch online wiederfindet, wie ich gerade herausgegoogelt habe:

Was macht man also als klassischer Medienbetrieb mit einem neuen Medium, das vermutlich irgendwie die Zukunft ist (und, wenn wir ehrlich sind: schon lange die Gegenwart), aber in dem sich hier und heute kaum Geld verdienen lässt? Die einfachste Antwort ist natürlich: Man ignoriert es. Das ist eine Strategie (oder auch: der Verzicht auf eine Strategie), die viele Regionalzeitungen gewählt haben. Sie haben irgendwelche Präsenzen im Internet, die man bei flüchtigem Hinsehen mit Online-Angeboten verwechseln könnte. In Wahrheit sind es aber nur mit dem Logo der Zeitung angemalte Sperrholzwände, auf denen automatisch einlaufende Agenturmeldungen einen Anschein von Leben vortäuschen.

Aber vielleicht ist Journalismus, Recherche, Nachrichten etc. ohnehin sowas von Welt 1.0, dass es bald nicht mehr gebraucht wird. Könnte man zumindest meinen, wenn man dieser Studie glaubt:

Zwei Drittel der Jugendlichen unter 20 Jahren chatten, simsen oder telefonieren lieber als von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. (…) Statt über Politik und Wirtschaft – wie angeblich noch vor 30 Jahren – reden Jugendliche heute vor allem über persönliche Befindlichkeiten.

Na denn – blogge ich ab jetzt auch wieder öfter über meine Befindlichkeiten.

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Wiedervorlagemappe

Ein netter kleiner Service ist HitMeLater, über den ich während meines USA-Urlaubs in einer dortigen Zeitung gelesen hatte.

Der kostenlose Dienst tut nichts anderes, als jede an @hitmelater.com gesendete Email zu einem bestimmten Zeitpunkt an den Absender wieder zurückzusenden. Eine Mail an 2@hitmelater.com kommt demnach nach zwei Stunden wieder in den Email-Eingangskorb, bei 4@hitmelater.com wären es gleich vier Stunden. Und elektronische Post an wednesday@hitmelater.com kommt erst am Mittwoch wieder zum Vorschein.

Wer keine Sekretärin und keinen Sekretär mit einer Wiedervorlagenmappe hat, für den ist das vielleicht eine praktische Erfindung.

Dazu passt vielleicht noch LetterMeLater, den Dienst habe ich allerdings selbst noch nicht ausprobiert. Er ermöglicht es, Emails mit der eigenen Absenderadresse(!) zu einem bestimmten Zeitpunkt, einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Uhrzeit, abzuschicken. Egal, ob man dann selbst online ist oder nicht.

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Trauer. Wut. Abscheu.

Trauer. Wut. Abscheu. Viel mehr fällt mir zu den Nachrichten aus Israel nicht ein.

Dass man (lebende) Mörder gegen Leichen austauscht, das kann vermutlich nur verstehen, der weiß und nachfüllen kann, was Israelis ihre Toten bedeutet.

Aber wie dieser Austausch abläuft, wenn ich lese:

Ein großes Foto zeigte eine weinende Israelin: “Israel vergießt Tränen des Schmerzes, der Libanon vergießt Freudentränen”, stand auf einem Schild daneben. Dies sei Israels “offenes Eingeständnis der Niederlage”, triumphierte der Kommandeur im Südlibanon, Scheich Nabil Kaouk.

dann möchte ich vor allem eins: Kotzen.

Clash of Civilisations? Wo, fragt man sich da, wo ist da Zivilisation? Wenn die Rückkehr von verurteilten Mördern als Volksfest gefeiert wird, wenn ein Killer vom Staatspräsidenten empfangen wird?

Ich lese:

Der 45 Jahre alte Samir Kuntar war der am längsten einsitzende arabische Häftling in einem israelischen Gefängnis. Er hatte 1979 bei einem Überfall einer Guerillagruppe in Israel einen Polizisten und einen Familienvater erschossen. Der Tochter des Mannes habe der Libanese, so urteilte die israelische Justiz, mit dem Gewehrkolben den Schädel eingeschlagen.

Heute verteilen palästinensische Kinder auf den Straßen von Gaza Süßigkeiten, weil sie diesen Mann als Helden feiern. Nein, da ist keine Menschlichkeit. Ich bin froh zu wissen, für wen mein Herz schlägt.

Dave Bender, ein israelischer Journalist, den ich einmal in Jersualem getroffen habe, hat seinen Blog-Beitrag “An I Saw Satan Laughing With Delight” betitelt

Such a sad and bitter, bitter, day in Israel and the Jewish world.

Und er spricht von Rache, die möglichst bald kommen soll. Ob das der richtige Weg ist, um Trauer, Wut und Abscheu künftig zu vermeiden? Kaum.

Aber er scheint eine Stimmung in Israel wiederzugeben. Yakoov Kirschen, der täglich seinen Comic “Dry Bones” zeichnet, hat auch einen zum “Gefangenen”(sic!)austausch gemacht (mit Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung):

Prisoner Exchange

A: Wir nennen es einen “Gefangenenaustausch”. Aber nur sie bekommen Gefangene. Während wir nur tote Körper bekommen.

B: Na und? Wir nennen es “Land für Frieden”. Aber nur sie bekommen Land. Während wir nur Terrorismus, Aufwieglung und Drohungen, uns zu vernichten, bekommen.