Reschpeckt!

Ich weiß gar nicht, ob man das eigentlich schreiben darf, so von wegen aus Respekt gegenüber der Demokratie im Allgemeinen und dem Amt im Besonderen. Aber mir kommt dieses Gerede vom “Respekt gegenüber dem Amt des Bundespräsidenten” inzwischen so vor, wie das Geschwätz der hosengeschwulsttragenden und baseballbecappten Jugendlichen, die “Reschpeckt!” einfordern für sich und ihr auf den Boden Rotzen und Rumrülpsen in der S-Bahn.

Respekt ist etwas, was man sich selbst verdienen muss – und was man nicht einfach dadurch bekommt, das man einen bestimmten Job oder ein bestimmtes Amt übernimmt oder angedient bekommt.

Das Amt des Bundespräsidenten verdient Respekt, weil es von respektablen Persönlichkeiten bekleidet wurde und Respekt einflößend geführt worden ist. Wären diese Vorgänger des amtierenden Bundespräsidenten aber ebenso durch die Welt gezogen wie er, dann hätte es diesen Respekt nie gegeben.

Der Bundespräsident hat vor Weihnachten gesagt, er habe sich nicht gradlinig verhalten. Ich finde, an dem Punkt hat er nicht die Wahrheit gesagt. Er hat sich sehr gradlinig verhalten – und zwar auf eine Weise, dass er keinen Respekt mehr einfordern darf, sondern höchsten noch “Reschpeckt!” verlangen kann. Aber mehr als betretenes Wegschauen und das Wechseln der Straßenseite wird er, ebenso wie die testosterongeschwängerten Jugendlichen, wohl kaum mehr bekommen.

Ein Vorsatz für 2012

Ich werde Tagebuch schreiben.

Klingt wie einer diese Vorsätze, die sich eh nicht in die Realität umsetzen lassen. Aber mir hat diese Idee eines Tagebuchs, das aus immer fünf Zeilen, geschrieben in einem beliebigen Texteditor, besteht, sehr gefallen.

JJJJ-MM-DD Tag Ort [Leerzeile] Zeile1 Zeile2 Zeile3 Zeile4 Zeile5 [Leerzeile]

Und man kann mit einem kleinen Script sich später eine Mail schicken lassen, was man vor einem Jahr gemacht hat.

grep -A 6 "^....-$(date '+%m-%d')" DATEI | | sed "s/^--$/ /" \ | mail -s "Fuenf Zeilen vom $(date "+%d.%m.")" MAILADRESSE

Ich bin mal gespannt, ob ich das durchhalte – aber zwei Einträge habe ich schon, jetzt am Abend des 2. Januar.

In Vino veritas

Durch Zufall bin ich auf den 10-Punkte-Plan des amtierenden Trierer Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel gestoßen, den dieser nach 100 Tagen im Amt verkündet hat.

Und was soll ich sagen – ich finde den einfach prima. Solche sachorientierten Uni-Vordenker hätten wir mal zu unserer Zeit gebraucht, da hätte es den einen oder anderen Studi-Streik sicher nicht gegeben.

Herr Jäckel fordert nämlich, last but not least,

10. Ein Weinberg für die Universität

Da merkt man eben doch die römische Tradition meines lieben Triers.

Prost!

You are why I wake up

Ich bin ja einige Jahre mit einem echten Star in die selbe Klasse gegangen :-) Frank Dellé – damals noch ganz profan: Delle – von Seeed war schon damals ein echter Sonnenschein und einfach ein total netter Kerl.

Das Lied hier hat er mir an meine Facebook-Wall unter das Foto meines Sohnes gepinnt. Er hat es für seine Tochter geschrieben. Und, hey, das muss hier einfach hin: