Green IT mal anders

Wer sich schon mal ausgerechnet hat, was so ein aufgemotzter Desktop-PC mit Drucker und Monitor im Dauerbetrieb an Energie schluckt, der weiß, warum Green IT ein echtes Modethema ist. Vor allem wenn man den Energieverbrauch mal hochrechnet – oder sich so ein durchschnittliches Unternehmen anschaut.

Energieeffizienz kann man natürlich durch entsprechende Komponenten erreichen, das ist aber aufwendig und kostet Geld. Ein großer Elektronikmark hat deshalb einen ganz anderen Weg entdeckt, der der Kundschaft angespriesen wird:

Energieeffizient durch Ein-/Ausschalter

Darauf muss man erstmal kommen: Wenn die Technik ausgeschaltet ist, verbraucht sie am wenigsten Strom. (Nur leider macht sie dann auch sonst nicht viel.)

Twitter ist sexy

Wofür der Kurznachrichtendienst Twitter gut sein soll, das erschließt sich ja vielen Leuten nicht. Und dass die Menschen, die regelmäßig lesen, was man so schreibt, “Follower” heißen, findet auch mancher seltsam.

Ein Strumpfhersteller hat jetzt aber eine sexy Variante des Twitterns erfunden:

Fehlt nur noch der eingestickte Twittername – oder ist das anders gemeint?

I am an Android

Okay, heute war also Google-Tag. Nicht ganz so inszeniert, wie wenn Apple mal wieder eine neue Generation seines iPhone vorstellt. Die Bilder aus Mountain View von der Pressekonferenz sahen eher so aus, wie wenn der Landesverband einer mittelgroßen Krankenkasse zum Journalistentalk lädt. Aber das ist an sich ja noch nicht schlimm.

Schlimmer war, dass so ziemlich alles, was Google da von ihrem neuen Handy “Nexus One” gezeigt hat, bereits durchgesickert war. Überraschungsmoment: Null. Ein technisch ordentliches Mobiltelefon, das Rechenleistung für eine Menge Gimmicks hat, und eine aufpolierte Version des Betriebssystems Android. Wobei das ja möglicherweise auch noch gereicht hätte, eine gute Weiterentwicklung des Bestehenden.

Kopfschütteln bei mir löste dann aber das hier aus:

Sorry, the Nexus One phone is not available in your country.

steht auf der offiziellen Nexus-One-Seite. In den meisten Ländern der Erde, inklusive Deutschland, gibt es das ach so tolle Gerät, das von Google “Superphone” getaufte Multimedia-Gadget gar nicht.

Angesichts des Entwicklungstempos auf dem Markt wage ich aber zu bezweifeln, dass der aktuelle Nexus-Hype lange genug anhält, bis zum Frühjahr oder gar noch länger, damit das Ding für einen Preis um die 400 Euro ohne Vertrag hierzulande noch ein Renner wird. Mein Interesse ist zumindest erstmal rapide erlahmt. Man kann bei so einer Ernüchterung nochmal überlegen, ob man so ein Teil überhaupt braucht (natürlich nicht).

Dabei muss ich sagen: Ich finde Android prima. Ich habe ein G1 von T-Mobile und bin extrem zufrieden. Es ist das beste Handy, das ich je hatte. Weder mein Sony Ericsson P800 noch der Palm Treo 650 noch mein XDA mit Windows Mobile kamen nur in die Nähe dieses Geräts. Es kann eigentlich alles, was ich will – und sogar noch ein bisschen mehr. Und ich kann Programme dafür schreiben und einfach installieren, wenn ich mag. Das ist noch dazu einfach. Auch wenn das Teil ruhig ein bisschen flotter sein dürfte und vor allem mehr Speicherplatz für Anwendungen bieten könnte. Und natürlich als Modem für den Notebook dienen.

Das iPhone ist für mich aus vielerlei Gründen keine Alternative. Ich komme mit der Bildschirmtastatur nicht zurecht, ich mag die Hardwaretasten des G1 (auch deshalb wäre das Nexus wohl nix für mich). Ich benutze auf meinem PC Linux (Ubuntu) und will kein Handy, das zur Aktivierung iTunes und damit Windows oder Mac OS benötigt. Da fühle ich mich gegängelt. Ebenso davon, dass ich einzig und allein Programme installieren darf, die Apple zuvor freigegeben hat.

Deshalb ärgere ich mich derzeit auch immer, wenn Verlage in einer “iPhone App” die Zukunft für die Verbreitung von Medieninhalten sehen. Das wäre so, als wenn man Webinhalte nur noch für Rechner mit Mac OS zugänglich machen wollte. Kann ja eine Strategie sein, schließt aber eine Menge Leute aus. Ich wage nur mal die These, dass es für viele Verlagsmanager schon eine ganz schön schwere Hürde war, “dieses iPhone-Dings” zur Kenntnis zu nehmen, von Android & Co. haben die vermutlich noch nie gehört. Was ein Fehler sein könnte – wenn man sich die Zukunftsaussichten ansieht.

Und ich weiß auch nicht, ob es so eine kluge Medienstrategie ist, sich auf Gedeih und Verderb an ein Unternehmen zu binden, das mit einem Tastendruck die Anwendung wieder verschwinden lassen kann. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass Medienhäuser kräftig daneben liegen, wenn es um neue Medien geht.

Ich werde wohl erst dann zu einem neuen Android-Handy greifen, wenn entweder mein G1 den Geist aufgibt oder aber eines auftaucht, dass neben Leistungsverbesserungen weiter eine Hardwaretastatur und eine verbesserte Akkulaufzeit bietet.

Bis dahin bin ich eins: Mit Android und dem G1 sehr zufrieden.

Milchboykott reloaded

Hat Romuald Schaber wieder zugeschlagen? Der Mann mit dem ausgefallenen Namen und dem Vorsitz des BDM, des Bundes Deutscher Milchviehhalter, bei dessen Abkürzung ich immer an was ganz anderes denken muss, hat er möglicherweise heimlich die nächste Stufe gezündet? Die nächste Stufe des Milchboykotts.

Denn so sah es heute Nachmittag in meinem “Extra”-Einkaufsmarkt in Berlin Prenzlauer-Berg aus:

Milchtheke im Extra

Und das war die Erklärung:

Milchdefizitserklärung

Dabei dachten wir doch alle, die Milchengpässe wären vorbei. Mist, muss ich zur Fußballübertragung doch wieder Bier trinken. Von wegen “Die Milch macht’s!”.

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Danke, HP!

Auch wenn dies der zweite techniklastige Blogeintrag heute ist, so möchte ich doch der Firma HP meinen herzlichen Dank aussprechen. Herzlichen Dank für zwei Tage mit ausgefeilten Internetrecherchen, mit ewigem Rechner-Neu-Starten, mit Wundern und Fluchern. Aber eben mit einer Menge Erkenntnisgewinn. Liebe Firma HP, lernt programmieren! Danke.

Hintergrund: Auf einem HP Notebook ging plötzlich das Update von AntiVir nicht mehr. Seltsam. Deinstallieren und Neu-Installieren des Virenscanners hilft ja manchmal. Aber in diesem Fall nicht.

Ein Blick in den Taskamanager zeigt, dass ein Prozess – svchost – 99 Prozent der Rechnerleistung beansprucht, wenn AntiVir versucht, sich upzudaten.

Google im Netz führt mit solchen Suchbegriffen unweigerlich zu Seiten über Würmen, Trojanern und Viren. Grusel. Doch alle Scans des Computers mit diversen Programmen zeigen nix wirklich Bedenkliches. Und doch wird in solchen Fällen dann oft die komplette Neuinstallation des Systems empfohlen, um möglicherweise sehr gut versteckte Schädlinge wegzubekommen.

Eher durch Zufall hat Google dann diesen Link präsentiert. Und, ja, auch an dem HP-Notebook hängt so ein HP-Multifunktions-Drucker-Gerät, das auch scannen und was weiß ich noch kann. Kann HP super bauen, finde ich. Nur Treiber, die können sie offenbar nicht programmieren. Denn der Druckertreiber klaut sich praktisch alle Computerressourcen. Darauf muss man mal kommen.

Die Problemlösung ist dann sehr simpel (aus dem obigen Link zitiert):

To resolve the problem:
start –> run –> services.msc
- above brings services UI
- Right click on “HP Network Device Support” service,
- select property.
- in Startup type pulldown menu, changeto “Manual” from “Automactic”.
- You are good to go.

Nun ist alles wieder gut.

Und ich möchte meine Danksagung an HP mit diesem wunderschönen Zitat aus dem Film “Leben des Brian” beschließen, gewidment den Hewlett-Packard-Programmierern:

“Nun, alles in Ordnung, Brian. Setz’ dich. Nimm dir ‘nen Keks. Mach’ es dir schön bequem. Du Arsch! Du dämlicher, spatzenköpfiger, völlig irre gewordener…”

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Gehyped

Was hat Steve Jobs in den 1 1/2 Stunden eigentlich sonst noch gesagt, während der Aktienkurs auf Talfahrt ging? ;-) In dem Kurzvideo ist doch wirklich alles drin.

Aber gut, ich gebe es zu – das iPhone mit Exchange-Unterstützung und für $199 (wird das eigentlich wieder 1:1 in Euro umgerechnet?), da werde ich kaum widerstehen können. Falls T-Mobile einen einigermaßen brauchbaren Vertrag dazu anbietet.

Vom Palm (Treo 650) über ein kurzes Intermezzo jetzt mit Windows Mobile (XDA Touch Dual) dann zum iPhone 3G.

via: iPhoneBlog.de

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Dinge (1)

… von denen ich bis gerade eben nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt: die Silikonspritze.

Warum schreiben die auf die Silikon-Kartuschen, die man im Baumarkt kaufen kann, eigentlich nicht drauf, dass es dazu ein Gerät gibt, um die auszupressen? Weil man das weiß? Ach so.

Das ist vermutlich Wissen, dass die dazu Berufenen von Schamanen bei der Heimwerkerwerdung eingeflüstert bekommen. Ich wusste es auf jeden Fall nicht. Bis google. Und das auch erst, nachdem ich feststellen musste, dass sich das ohne das Ding nicht besonders gut auspressen lässt.

Ich meine, bei Computern, da kenne ich mich aus. Und da steht auf jedem schnibbeligen Produkt hinten drauf, dass es nur mit einem Pentium X und 256 Megabyte Arbeitsspeicher pipapo läuft. Ich finde, da könnte man das dann bitte auch weglassen. Wenn schon Herrschaftswissen, dann bitte nicht nur im Baumarkt. Oder so.

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(M)ein Tag auf der Cebit

Der wichtigste Eindruck von meinem heutigen Cebit-Tag: Die Messe lügt. Naja, zumindest schwindelt sie. Überall verbreiteten die Veranstalter, “Green IT” – also ökologische Computersysteme – seien ein Schwerpunkt der diesjährigen Computerschau. Die Realität: Die vollmundig “Green IT Village” genannte Ausstellungsfläche ist mitnichten ein Dorf, nicht mal eine Halle oder ein größerer Teil davon, sondern eine recht bescheidene Fläche in Halle 9, genannt A50, die sich im hintersten Winkel verbirgt und angesichts der etwas merkwürdigen Messe-Stand-Nummerierung nur von denen gefunden werden kann, die wirklich sehr, sehr gezielt danach suchen. Continue reading