Ad Words – retro style

Wenn man eine Website hat, dann gibt es nur noch ein Problem: Wie bekommt man die Leute dazu, dorthin zu surfen?

Man kann Massenemails schreiben, man kann Ad Words bei Google kaufen, man kann klassische Werbung schalten. Oder man nimmt ein Stück Kreide.

2013-04-20 17.20.56

Und geht damit rum. Und schreibt die Webadresse überall auf die Straße, auf Treppen, an Wände. Und, mal ehrlich, wer würde die Adresse nicht eintippen und zumindest mal schauen, um was es da geht? Also ich kann da nicht wegschauen. Und weiß jetzt, was sich dahinter verbirgt.

Wer es jetzt noch schafft, mit Kreide den passenden QR-Code auf die Straße zu zeichnen, der hat auch die Generation Smartphone & Tablet auf seine Seite gezogen.

Website anno 2013

Mobiles surfen mit Smartphone und Tablet gehört inzwischen zum Alltag. Menschen versuchen sich mit diesen Geräten von unterwegs schnell mal Infos zu beschaffen, aber auch im heimischen Wohnzimmer werden die Geräte gerne benutzt um schnell mal was nachzuschauen, statt erst umständlich den PC hochzufahren.

Und trotzdem findet man immer und immer wieder solche Seiten:

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Die sich nicht nur nicht an die Bildschirmgröße der Geräte anpassen (damit kann man ja gerade noch leben), sondern die auch für elementare Dinge wie Navigation Java oder ähnlichen Kram nutzen, der auf vielen Mobilgeräten einfach nicht vorhanden ist und/oder nicht ordentlich funktioniert.

Wer als Unternehmen eine Website hat, sollte die auch entsprechend pflegen. Hin und wieder renovieren, an neue Erfordernisse oder auch neuen Geschmack anpassen. So wie ein guter Unternehmer das auch mit seinen Verkaufsräumen, Gasträumen oder Hotelzimmern macht.

…dass ich Rumpelstilzchen heiß

Ich hatte mich ja ein wenig darüber verwundert gezeigt, warum ein Printerzeugnis sich bei guten Sprüchen auf Facebook und Twitter bedient, und wie das zum Leistungsschutzrecht passt – noch dazu, wenn man nicht einmal die Urheber der Zitate nennt.

Jetzt wurde mir eine lustige Erklärung dazu zugetragen: Es sei ja so eine rechtliche Grauzone, wenn man aus Facebook und Twitter zitiere (es gab da wohl mal einen Fall, wo ein Urheber eines Facebook-Zitats nicht in der Zeitung zitiert werden wollte und im Nachhinein darüber verärgert war), deshalb nenne man die Urheber einfach nicht.

Das ist natürlich reichlich absurd eine tolle Idee. Dann könnte man ja künftig in völlig beliebiger Länge aus Zeitungen im Internet zitieren – und lässt halt einfach die Quelle und einen Link weg. Dann ist ja alles gut.

P.S.
Vor dem gleichen Problem stand auch bereits, einmal die “Welt kompakt”, die Tweets (unter Nennung des Autors, selbstverständlich) abgedruckt hat – und das dann leider wieder abgestellt hat. In dem Beitrag der “Welt” über sich selbst wird auch eine Twitter-Sprecherin zitiert:

Twitter selbst hat keine Einwände gegen die Verwendung von Tweets für journalistische Zwecke. Es müsse der Nutzername, der vollständige Text und die Quelle, sprich Twitter, deutlich gemacht werden. “Viele, viele unserer Medienpartner machen dies so”, sagt Sprecherin Rachel Bremer auf Anfrage von “Welt Kompakt”.

Sie verweist weiter auf Twitter-Richtlinien, um Tweets in “Offline Medien” zu verwenden. “Wir begrüßen und fördern den Einsatz von Twitter in den Medien”, heißt es hier unter anderem. Wenn man sich um die Sicherheit des Nutzers sorge, könne man Tweets in Ausnahmefällen auch anonym verwenden.

Goodbye Google Reader, hello fever!

Die Nachricht, dass Google den Googe Reader einstellen will (zum 1. Juli) trifft mich. Damit dürfte ich zu einer Minderheit gehören. Die meisten Leute um mich herum kennen Google Reader gar nicht – und zucken beim Begriff RSS-Feed nur mit den Achseln.

Das ist wohl auch der Grund, warum Google das Produkt einstellt. Irgendwie zu techi, zu wenig sexy. Dabei sind RSS-Feeds ideal, um sich im Nachrichten-Overflow des Web zurechtzufinden.

Vorbemerkung

Mein täglicher News-Konsum sieht so aus, dass ich erst mal Twitter überfliege und damit schon einen ganz guten Eindruck habe, was los ist auf der Welt. Sicher, man muss sich die Leute, denen man auf Twitter folgt, sorgfältig aussuchen, damit der Dienst sinnvoll ist. Das ist zu Beginn Arbeit und nicht selbsterklärend, aber dann lohnt es sich.

Nach Twitter kam bisher der Google Reader dran. Entweder am PC oder unterwegs auf Smartphone / Tablet mit der passenden App. Hier sind alle für mich relevanten Nachrichtenquellen (von The Verge bis Gründerszene, von lummaland bis indiskretion ehrensache, von netzpolitik.org bis Dilbert) versammelt und ich kann mit wenig Aufwand in die mich interessierenden Texte hereinlesen. Was länger ist und für lesenswert befunden wird, wandert in Pocket für späteren Konsum am Tablet.

Google+ ist danach die Kür. Da habe ich sehr techlastige Circles abgesteckt, die meist über das bisher gelesene hinausgehen.

Facebook ist (fast) allein der privaten Vernetzung vorbehalten, da reicht in der Regel ein täglicher Blick.

Abschied vom Google Reader

In meinem Google Reader sind aktuell geschätzt etwas mehr als 250 Nachrichtenquellen gespeichert. Immerhin erlaubt Google einen einfachen Export.

Eigentlich habe ich keine Lust, erst am 1. Juli mit der Suche nach einer Alternative zu gehen. Deshalb habe ich heute Mittag mal einen ersten Versuch gestartet…

Fever!

Und mir fever installiert. Das Besondere: Das Programm muss auf einem eigenen Server laufen. Da ich bei 1&1 ohnehin Webspace und MySQL-Datenbank für dieses Blog hier habe, habe ich versucht, dort fever zu installieren.

Zunächst muss man bei fever einen Account einrichten, dann kann man ein paar Dateien herunterladen, die man dann auf den eigenen Webspace lädt. Es wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Installation gegeben sind. Bei meinem 1&1-Paket war sofort alles grün – es kann losgehen.

Fever kostet $30 (rd. 23 Euro). Das Geld muss man per Paypal bezahlen und bekommt dann einen Activation Key, mit dem die Installation auf dem eigenen Webspace fortgesetzt werden kann. Völlig problemlos. Fever fragt, ob man Feeds importieren will – dazu lade ich die von Google bekommene Liste meiner Feeds hoch.

Und schwupps, läuft fever:

fever

Erster Eindruck am PC: Prima.

Man kann sich eigene Tastaturkürzel zum Sharen von Inhalten anlegen, etwa für Pocket (https://getpocket.com/save?url=%u&title=%t). Ohnehin läuft bei der Bedienung auf Wunsch viel mit der Tastatur, das kommt mir entgegen.

Die Besonderheit von fever, die man auch am Screenshot sieht: Das Programm versucht die Top-Themen im eigenen Nachrichtenstrom (heute klar: Google Reader) zu erkennen und zusammenfassend anzuzeigen. Könnte ganz nett sein, wird sich in der Praxis zeigen. Daneben gibt es aber die ganz gewöhnliche Darstellung der Feeds in jeweiligen Ordnern, wie man sie vom Google Reader kennt.

Manko: Mobil

Aktuell gibt es für Android wohl eine App, die fever unterstützt, nämlich Meltdown. Die Darstellung der Inhalte ist aber sehr rudimentär, das finde ich nicht gerade gelungen. Alternativ kann man den eigenen fever-Dienst natürlich auch im mobilen Browser öffnen, sieht erstmal ganz ok aus. Aber eine App, am liebsten mit Offline-Lesemöglichkeit, fände ich besser.

Update: Für iOS-Nutzer iPhone der Hinweis: Reeder kann offenbar auch mit fever kommunizieren. Danke an Christophe Hanne für den Tipp.

Was fehlt im Vergleich zu Google Reader?

Wie gesagt, erstmal Apps für Mobilgeräte. Außerdem gab es zum Google Reader nette Erweiterungen, die z.B. den kompletten Inhalt auch bei abgeschnittenen Feeds dargestellt haben. Daran hatte ich mich schon etwas gewöhnt. Jetzt erstmal wieder zu klicken und auf die jeweilige Website zu gehen ist eine Umstellung.

Ansonsten: Bin mit der $30-Investition erstmal zufrieden. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich jetzt meinen eigenen RSS-Server betreibe. Den mir nicht einfach so jemand abschalten kann.

12 Wünsche an meine ideale Zeitungs-App

Ich habe ja bereits über meine wenig erbaulichen Erfahrungen mit Epapern von Zeitungen geschrieben – hier, hier, hier und hier. Jetzt vielleicht mal andersherum – was würde ich mir von der Epaper-App meiner Zeitung wünschen?

Dazu eine Vorbemerkung: Es geht mir um tägliche Inhalte. Für ein Magazin, das z.B. nur einmal im Monat erscheint oder noch weniger häufig, mögen ganz andere Regeln gelten. Was die Bereitschaft angeht, große Dateien herunterzuladen. Und den Wunsch, nach multimedialen Spielereien. Da besteht auch mehr Zeit, solche aufwändigen Dinge zu produzieren als im tagesaktuellen Geschäft.

Also, worum soll es nun gehen?

  1. Der Text im Mittelpunkt
  2. Keine Kopie des Zeitungslayouts
  3. Aktuell, nicht statisch
  4. So ausführlich wie nötig
  5. Links zu Quellen und anderen Informationen
  6. Rubriken werden schlau
  7. Eine Grafik sagt mehr als 1000 Worte – auch eine ganz einfache
  8. Offene Grenzen im Sinne der Leser
  9. Meine Zeitung, mein Archiv
  10. Du bist nicht alleine
  11. Living in the cloud
  12. Werbung – nicht alles was geht, ist gut

Was bedeutet das im Detail? Weiterlesen

Leistung ohne Recht

Ich halte nicht allzu viel nichts vom sogenannten Leistungsschutzrecht. Im Kern soll ja die kostenlose Erschleichung von (teuer bezahlter) Arbeit anderer durch das böse Internet und Konzerne, die sich dort dumm und duselig verdienen, verhindert werden.

Interessant wird es immer dann, wenn sich Zeitungen selbst auf das Internet beziehen. Das kann dann lustig sein oder aber auch einfach nur merkwürdig. So finde ich heute in meiner Zeitung (die Geld kostet, im Einzelverkauf und im Abonnement) folgenden Artikel:

Mal eben bei Facebook und Twitter kopiert

Interessant nicht nur, dass man sich für sein Produkt, mit dem man Geld verdient, im Internet bedient und interessante, lustige, originelle Zitate anderer mal eben kopiert – und zwar nicht nur einzelne Worte oder “kleinste Textausschnitte”. Sondern man lässt auch noch einfach den Urheber unter den Tisch fallen, also den Twitternamen oder Facebook-Account, der Urheber der Leistung war. (Angesichts dieser Tatsache gehe ich auch mal davon aus, dass man die Urheber nicht gefragt hat, ob man sie zitieren darf, geschweige denn ihnen ein Honorar angeboten hat.)

Ich finde das Beispiel exemplarisch für die Vielzahl an Missverständnisse zwischen Verlagen/Redaktionen und “dem Netz” (und umgekehrt). Dass die Printausgabe über Reaktionen im Web zu einem Thema berichtet finde ich dabei klasse. Aber dass man das Web offenbar nicht versteht, sich dort auch nicht zu Hause fühlt, führt eben dazu, dass man ganz simple Spielregeln nicht einhält. Wie z.B. den Urheber zu nennen. Wer etwa bei Twitter einen guten Beitrag weiterverbreitet, zitiert (retweetet), der tut dies natürlich unter Nennung des ursprünglichen Autors. Alles andere gilt als unhöflich.

Was ich aber weiter lustig finde: Was wäre eigentlich, wenn die Zeitung diesen Beitrag online stellen würde? Müsste dann eine Suchmaschine oder ein Blog, der ein Snippet mit dem Inhalt und einen Link auf den Beitrag setzen will, dafür Schutzgeld Lizenzgebühren bezahlen? Oder könnte sonst abgemahnt werden? Oder ist die Leistung, die geschützt werden muss, das Raubkopieren Zusammentragen unkenntlich gemachter Zitate= Das alles erscheint mir ziemlich absurd.

Bin ich wichtig?

Am Samstag hat mir Twitter eine Mail geschickt:

Twitter glaubt, dass Dein Account eventuell von einer Website oder einer Anwendung kompromittiert wurde, die nicht mit Twitter in Verbindung steht. Wir haben Dein Passwort zurückgesetzt, um andere daran zu hindern, auf Deinen Account zuzugreifen

Hintergrund ist, dass Hacker offenbar 250.000 Passwörter von Twitter entwendet haben. 250.000 sind bei mehr als 500 Millionen Nutzern weltweit eigentlich nicht allzu viel. Ich habe also mein Passwort geändert und mich gefreut, dass ich – wie man es immer empfiehlt – für jeden Online-Dienst ein eigenes Passwort nutze. Nix passiert.

Und jetzt lese ich:

According to an analysis by Amsterdam-based social analytics company PeerReach, the compromised accounts appear to have included influential journalists, government figures, and tech figures

Wow, gehöre ich dazu – oder bin ich nur zufällig in diese illustre Gesellschaft von @nytimes, @reuters, @cnn, and @foxnews geraten?

Wer würde nicht gerne Gründer sein?

Start-ups sind cool. Und Berlin ist die Hauptstadt der digitalen Gründerszene. Wer schon immer mal wissen wollte, wie diese Typen ticken und was die so den ganzen Tag machen, der sollte sich diesen Vortrag von Joel Kaczmarek, Chefredakteur von Gründerszene, anhören, den er auf dem BITKOM-Trendkongress am 27. November gehalten hat. Gut investierte 30 Minuten.

Leider funktioniert das Einbetten aktuell nicht, deshalb bitte hierhin weiter zu Youtube klicken.

Weinen über das Leistungsschutzrecht

Man möchte weinen… über die Bayerische Staatsregierung (und andere).

“Wer die Leistung von Presseverlagen im Internet für die eigene Wertschöpfung gewerblich nutzt, muss dafür zahlen”, so [Bayerns Justizministerin Dr. Beate, Anm.] Merk abschließend. Dabei stellte sie klar, dass Privatpersonen von dem Leistungsschutzrecht ohnehin nicht betroffen sind.

Es gibt da ja schon verschiedene Fragestellungen dazu im Netz – etwa, ob Taxifahrer künftig an Restaurantbesitzer einen Teil des Fahrgelds abgeben müssen, weil sie ja schließlich die Existenz des Restaurants für die “eigene Wertschöpfung” nutzen. Klingt absurd, wäre aber nur konsequent. Der Hotel- und Gaststättenverband sollte sich da mal in Stellung bringen.

Ich frage mich gerade: Zahlen eigentlich Zeitungen an die Börsenbetreiber für die Veröffentlichung des Dax? Oder des Fernsehprogramms? Schließlich profitieren sie für die “eigene Wertschöpfung” von der Leistung der Deutschen Börse und der Fernsehsender. Ach so, die sind ja froh, dass die Informationen verbreitet werden? Dass die Leute überhaupt wissen, wann sie den Fernseher einschalten müssen? Ja dann…

Dass diese Debatte von einer Seite weitgehend faktenfrei geführt wird, zeigt auch diese Passage:

“Auf Dauer lebt das Internet doch gerade auch von den Inhalten. Wenn Verlage keinen Anreiz mehr haben, Qualität für das Internet zu produzieren, sehe ich die Gefahr, dass diese Angebote in den kostenpflichtigen Bereich abwandern. (…) [sagte Merk].

Die Verlage verdienen ja schon heute Geld mti der Aufmerksamkeit, die sie über Links von Suchmaschinen und anderen bekommen. Man nennt es Werbung. Wenn die Einnahmequellen über Bezahlinhalte besser sprudeln, dann lässt sich das kaum ändern. Die Differenz aber durch eine Zwangsabgabe auszugleichen, ist schon eine merkwürdige Idee. Abgesehen davon gibt es im Internet auch jenseits von Verlagen eine Menge Information. Wer ab und an dieses Web besucht, weiß das eigentlich. Sonst kann man es nachlesen, etwa in solchen Studien.