Es wird zurückgeschaut

Wer ins Kino geht schaut an, was zuvor andere mit Kameras angeschaut und aufgezeichnet haben. So war es zumindest bislang. Doch in jüngster Zeit schauen die Filmemacher - bzw. die Kinobetreiber - immer öfter zurück. Zuletzt beim “Krieg der Welten”.

Die taz schreibt zum Beispiel dazu:

Seit einiger Zeit schon finanzieren Filmverleiher und Kinobetreiber eine Kampagne, um Kopierer nicht nur zu finden, sondern auch zu kriminalisieren. Sie setzen auf bewusst drastische Formulierungen wie “Raubkopierer sind Verbrecher”. Und auf drastische Maßnahmen. Einige Kinobetreiber nutzen bereits Nachtsichtgeräte mit Restlichtverstärkern, um ihr Publikum auch im Dunkeln observieren zu können, andere schicken Angestellte als Aufpasser in die Säle. In Berlin wurde vor kurzem erstmals ein Saal bei einer Europapremiere während der gesamten Vorstellung gefilmt.

Das Online-Magazin “telepolis” schlägt in dieselbe Kerbe:

Nicht allein, dass man Pressevertreter mit nie da gewesenen Voraberklärungen dazu verpflichten wollte, Kritiken nicht vor Startdatum des Films zu veröffentlichen, und den Kinosaal mit schikanösen Leibesvisitationen in einen Hochsicherheitstrakt verwandelte; während des laufenden Films wurde das Publikum überdies auch mit Infrarotkameras gefilmt.

Und hebt besonders hervor, dass sich durch die technischen Geräte sogar erkennen lasse, wann einer der Zuschauer eine Erektion bekomme.

Nun ja. Zwar darf es nach dem Wunsch des Filmverleihs bisher keine veröffentlichten Kritiken zu “Krieg der Welten” geben, doch beim Film-Dienst hat man sich offenbar nicht daran gehalten. Demnach kein zwingender Grund, Geld für die eigene Beobachtung in Form einer Kinokarte auszugeben.

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