Wo die Metaphern wachsen

Als Journalist hat man’s ja nicht leicht. Der Text schreibt sich meistens ja ganz schnell, auch eine Nachricht der Agentur lässt sich in der Regel zügig zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Doch dann: Was soll man da drüber schreiben? Eine gute Überschrift muss her.

Hmm, sie sollte sofort verraten, worum es geht, damit der Leser und die Leserin gleich weiß, ob das drunterstehende interessant ist. Sie sollte aber auch originell sein, mehr als nur “VW macht mehr Gewinn” eben. Vielleicht sogar ein bisschen witzig, ja das wär’s. Und so denkt der Journalist und denkt und denkt - und dann findet er was. Und was macht die gemeine “taz”? Sie zieht diese Bemühungen durch den Kakao:

Bei Wirtschaftsjournalisten fragt man sich manchmal, was dröger ist: ihr Thema oder sie selbst. Dabei bemühen sich Wirtschaftsjournalisten immer um eine lebendige, farbige und metaphernreiche Sprache. Und schreiben über “Lufthansa-Aktien im Steigflug”. Oder melden wie gestern die Ticker-Sherpas der Nachrichtenagentur AP: “Deutscher Automarkt nimmt Fahrt auf.” Wie sieht das wohl aus, wenn ein ganzer Markt Fahrt aufnimmt? Und wo fährt der Markt dann bloß hin? Sicher dorthin, wo die wilden Metaphern wachsen.

Pffft, Ignoranten und Langeweiler ;-). Schreiben wir halt wieder “Deutsche kaufen wieder mehr Autos”. Ist eh einfacher.

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