Die Freiheit nehm' ich mir

Die toten Schwäne von Rügen haben zwar das Thema Karikaturen-Streit in der öffentlichen Wahrnehmung ziemlich verdrängt, der eine oder andere klugen Gedanken zum Thema lässt sich aber noch finden. Heute zwei interessante Kommentare zur “Pressefreiheit” in der westlichen Welt.

In der “Financial Times Deutschland” schreibt Wolfgang Münchau, warum das Urteil gegen den Holocaus-Leugner David Irving ein Fehler war und “Europa vor der ganzen Welt lächerlich macht” - weil die Staaten zwar einerseits die Fahne der freien Meinungsäußerung hoch halten, bestimmte Meinungen aber verbieten und mit Strafe belegen. Man muss Münchaus Meinung nicht teilen, aber man sollte dann zumindest eine Antwort auf ihn finden.

Und Bettina Gaus schreibt in der “taz” darüber, wie wenig in den deutschen Medien doch manchmal die Pressefreiheit zählt, wenn es z.B. um unliebsame Berichterstattung über Parteichefs, Gewerkschaftsbosse oder Anzeigenkunden geht. Früher, schreibt Gaus dabei auch, hätte es geheißen: “Das Nette an Arafat ist, dass er keine Gegendarstellungen schickt.” In Zeiten der Globalisierung - siehe Karikaturenstreit - gilt selbst das nicht mehr.

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