Tri, tra, ullala

Das Bundesgesundheitsministerium ist ganz offensichtlich mit der Gesundheitsreform nicht wirklich ausgelastet. Anders zu erklären ist es jedenfalls nicht, dass das Haus von Ministerin Ulla Schmidt (SPD) so genannte “Verlinkungsregeln” aufgestellt hat. Die besagen im Wortlaut:

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Und wer sich nicht daran hält, wie die Grüne Jugend, dem drohen Ulla Schmidts Angestellte nicht etwa mit dem Entzug der Krankenkassenkarte oder einer verdoppelten Praxisgebühr, sondern mit einem Gerichtsverfahren.

Könnte die Bundeskanzlerin nicht vielleicht jemandem vom Bundeswirtschaftsministerium vorbeischicken, der Ulla & Co. mal erklärt, was ein Link ist und warum das Internet so funktioniert wie es funktioniert, so ganz ohne Verlinkungsregeln? Ist ja nachvollziehbar, dass Leute, die sich tagein tagaus mit Risikostrukturausgleich und Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz-Ausführungsbestimmungen herumschlagen müssen, etwas die Bodenhaftung verlieren. Aber im Bundeswirtschaftsministerium findet sich bestimmt jemand, der es einfach erklären kann, denn die wissen:

Angesichts der Bedeutung des Internets als Wissensquelle hat die Bundesregierung die wichtigsten Zielsetzungen in einem “10 Punkte-Programm” zusammengefasst:

  • Das Beherrschen des Internets soll Teil der Allgemeinbildung werden: (…)

Warum mit der Umsetzung nicht mal im eigenen Kabinett beginnen?

P.S. Das Bundesgesundheitsministerium scheint die “Verlinkungsregeln” auch nur national betreiben zu wollen. Zwar gibt es das Angebot des Ministeriums auf englisch, französisch, spanisch, italienisch und türkisch - aber die ziemlich unsinnige Regel-Seite existiert nur auf deutsch. Machen wir uns wenigstens mal nicht wieder auf der ganzen Welt lächerlich.

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