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Seitdem wir im vergangenen Herbst in Israel waren, interessiere ich mich mehr für die politische Lage dort - und auch deshalb, weil wir bereits unsere Flugtickets für den Besuch in diesem Jahr haben. Bei der derzeitigen Lage rund um den Gaza-Streifen, nach der Entführung eines israelischen Soldaten durch Palästinenser, fällt schon auf, wie unterschiedlich die deutschen (online) Medien und englischsprachige Nachrichten vor Ort sind.

So ist derzeit auf deutschsprachigen Seiten nichts von einem vermutlich zweiten entführten Palästinenser zu finden. In dem Beitrag von Ynet wird die “Volkswiderstandsbewegung” (Popular Resistance Committees) wie folgt zitiert:

A spokesman for the Popular Resistance Committees, Abu Abir, told Ynet on Tuesday that that his organization has formed special units in the West Bank whose sole purpose is to kidnap soldiers and settlers, in accordance with the continued Operation “Cavaliers’ Wrath.”

“Our goal it to imprint the message in the Israeli consciousness that regardless of more Palestinian deaths, the resistance will continue to strike at you, until the occupation ends.”

Das heißt übersetzt, einige Palästinensergruppen wollen Entführungen als Mittel nutzen, um “Widerstand” zu leisten und die “Besetzung” (von was genau, wäre da noch interessant) zu beenden. Eigentlich doch eine interessante Information, auch für deutschsprachige Leser. Und da klingt es ein wenig, hmmm, weltfremd, wenn EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner nun fordert, es müsse

ein Prozess beginnen, in dem sich die Palästinenser zur Gewaltlosigkeit und zur Anerkennung früherer Vereinbarungen verpflichten

bevor die EU wieder Geld an die palästinensische Regierung überweist.

Bei AbbaGav gibt es noch Bilder davon, wie maskierte Palästinenser anfangen Straßenblockaden und Sprengfallen zu errichten - während drumherum Kinder stehen und spielen.

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