Frauen und Kinder

Seitdem die Hamas für die Freilassung des entführten israelischen Soldaten die Freilassung von Frauen und Kindern aus israelischen Gefängnissen gefordert hat, frage ich mich: Was sind das für Gefangene? Frauen und Kinder - das klingt nun wirklich nach Willkür, nach Unrecht, nach “Staatsterrorismus”. Erstaunlicherweise habe ich in deutschen Medien darüber, wer die Gefangenen sind, bislang nichts gelesen.

Über Daily Alert - dank erneut an Dave für den Link - bin ich auf einen Artikel in der Onlineausgabe der kanadischen Zeitung “The Globe and Mail” gestoßen.

Darin heißt es, von den 109 Frauen und 313 Kindern, deren Freilassung die Hamas fordert, hätten 64 Frauen und 91 Kinder “Blut an ihren Händen”. Den Frauen wurde zudem vorgeworfen, Selbstmordattentate geplant oder bei ihnen geholfen zu haben, Mitglieder terroristischer Vereinigungen zu sein oder israelische Soldaten mit Messern angegriffen zu haben. Die Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren seien überwiegend eingesperrt, weil sie Messer an israelischen Checkpoints getragen oder Molotow-Cocktails auf Militärjeeps in der Westbank geworfen hätten.

Über eine der Frauen heißt es:

Ahlam Tamimi was sentenced by an Israeli military court to 16 life sentences: one for each person killed in an attack on a restaurant in August of 2001. Ms. Tamimi brought the bomb in a guitar case to a suicide bomber who blew himself up in the Sbarro restaurant in Jerusalem. Sixteen people were killed in the attack, including five members of the same family.

Mit solchen Informationen relativiert sich das Bild von “Frauen und Kindern”, das man unwillkürlich im Kopf hat, wenn man die Forderung hört, doch etwas.

Ergänzung vom 3. Juli 2006: “Captain’s Quarters” hat noch mehr Beispiele von gefangenen Frauen und bei “Elder of Ziyon” gibt es neben einer weiteren Übersicht von Frauen, die wegen versuchten Selbstmordanschlägen verhaftet wurden, auch das Video eines missglückten Anschlags.

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