Gute Idee, schlechte Ausführung

Die Packstationen der Deutschen Post sind eigentlich ja eine super Idee. Früher war ich - natürlich - nie zu Hause, wenn der Paketbote geklingelt hat. Dann gab’s entweder diese orange Postkarte, mit der man das Päckchen bei der nächsten Filiale abholen konnte (mit dem nervigen Satz: “Heute jedoch nicht.”). Oder die Sendung war bei irgendeinem Nachbarn abgegeben. Besonders gerne bei dringend erwarteten Sachen an einem Freitag bei dem Buchhalterbüro im Erdgeschoss, wo vor Montag natürlich auch niemand da war.

Und dann kam die Packstation. Statt vergeblich an der Wohnungstür zu klingeln wird die Sendung in den Apparat gelegt, der Kunde (also ich) bequem per SMS informiert - und dann lässt sich das Paket 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche per PIN rausholen. Fantastisch! Wie für mich gemacht!

Blöderweise denken das offenbar noch mehr Menschen. Denn zunehmend steht in diesen SMS nicht mehr, dass eine Sendung in der Packstation liegt, sondern in der Filiale. Sozusagen eine moderne orange Karte - die sich zwar den Satz “heute jedoch nicht” spart (das wäre wohl für die 160-Zeichen-Grenze der SMS ein Problem), dafür aber einfach erfahrungsgemäß einen Tag später eintrifft als es bei einer Lagerung in der Packstation der Fall gewesen wäre.

Es ist wie so oft bei diesen ehemaligen Staatskonzernen: Die Idee ist ja ganz prima und der Kunde freut sich, die Ausführung ist dann aber doch - bescheiden. So wird das auf Dauer nichts; mit dem Aktienkurs, und mit anderem.

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