Kapitulationserklärung

Henryk M. Broder hat ein neues Buch geschrieben. In “Hurra, wir kapitulieren!” kritisiert er den Umgang der westlichen Welt mit dem Islam, etwas, das Broder gewohnt provozierend “Appeasement-Politik” nennt. Das Buch ist noch nicht erschienen, bei Spiegel-Online gibt es einen kleinen Auszug.

Darin heißt es unter anderem:

Der Karikaturenstreit war objektiv ein Sturm im Wasserglas, subjektiv eine Machtdemonstration und im Kontext des “Kampfes der Kulturen” eine Probe für den Ernstfall. Die Muslime haben bewiesen, wie schnell und effektiv sie Massen mobilisieren können, und der freie Westen hat gezeigt, dass er der islamischen Offensive nichts entgegenzusetzen hat - außer Angst, Feigheit und der Sorge um seine Handelsbilanz. Nun wissen die Islamisten, dass sie es mit einem Papiertiger zu tun haben, dessen Gebrüll nur vom Band kommt. (…)

Dürfen fromme Juden von Nichtjuden den Verzicht auf Schweinefleisch verlangen? Und mit Sanktionen drohen, wenn ihre Forderung nicht erfüllt wird? Darf ein Hindu in Indien Amok laufen, weil die Niederländer die Heiligkeit und Unantastbarkeit der Kuh nicht anerkennen? Wer Muslimen das Recht einräumt, sich darüber zu empören, dass die Dänen sich nicht an ein islamisches Verbot halten, von dem nicht einmal feststeht, dass es tatsächlich existiert, muss solche Fragen mit einem klaren Ja beantworten. Und schließlich auch Analphabeten erlauben, Buchhandlungen zu verwüsten, denn in einer Welt, in der sich jeder gekränkt und gedemütigt fühlen darf, darf auch jeder entscheiden, welche Provokation er nicht hinnehmen mag.

Offenbar unbedingt lesenswert (ist bereits vorbestellt). Und sei es nur, um die Schwächen der Argumentation zu finden und Broder zu widerlegen. Wird doch eine hübsche Aufgabe für Leute, die auf Demos vor “Hisbollah bis zum Sieg”-Krakeelern herlaufen.

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