Genasenringt

Boah, Ärzte- und Krankenkassenverbände sind mächtig sauer. Da macht die Bundesregierung ein ohnehin total bescheuertes Gesetz, so der Tenor - wobei die Kritik vom “Gesundheitssozialismus” reicht, der jetzt eingeführt werde, bis zur Aufhäufelung, dass die Privatversicherungen ja total ungeschoren davon kommen und nur der kleine Mann bzw. die kleine Frau zahlen. Und jetzt soll man den 542-seitigen Entwurf auch noch übers Wochenende lesen um am Montag eine Meinung in einer Anhörung zu äußern. Wissen die eigentlich in der Bundesregierung was so Sonntagszuschläge kosten? Und dass man sowas beim Personalrat mal mindestens vier Wochen vorher anmelden muss? Oder so. Und außerdem ist man ohnehin aufgebracht, dass die eigenen klugen Vorschläge (vor allem: Ulla Schmidt muss weg) bislang nicht gehört worden sind.

Und so sagt der Chef des Ärzteverbandes Hartmannbund:

„Wir lassen uns nicht von denen, die uns monatelang nicht um Rat gefragt haben, nun am Nasenring durch die Manege führen.“

Und zumindest das ist eine weise Entscheidung, steht doch im Referentenentwurf für die Gesundheitsreform im §52, dass künftig die Krankenkassen die Versicherten zur Kasse bitten sollen, wenn diese die Krankheit selbst verursacht haben - etwa durch ein (Nasen)Piercing.

Ganz am Rande: Warum ist der Referentenentwurf, der und www.die-gesundheitsreform.de als PDF im Netz steht, eigentlich passwortgeschützt und verbietet, Text zu kopieren und anderswo einzufügen? Aber mit der Technik-Kompetenz im Gesundheitsministerium ist’s ja nicht so weit her.

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