Billigfliegereien

Für einen Cent nach irgendwo, für 9,99 Euro ganzwoandershin (und nur im Kleingedruckten kommen meist noch Steuern und Gebühren hinzu). So funktioniert die Billigfliegerei. Nur Amateure - wie ich - wundern sich vielleicht, dass man bei Ryanair für ein aufgegebenes Gepäckstück extra bezahlen muss. Wer verreist auch schon mit Koffern? Noch dazu, wo man nicht mal mehr eine Zahnpastatube mit ins Handgepäck nehmen darf?

Jetzt hat mir Easyjet eine Email geschickt und mir angeboten, gegen eine kleine Sondergebühr bei der Buchung künftig immer als einer der ersten in den Flieger einsteigen zu dürfen:

Speedy Boarding ist ein neuer Service von easyJet, der Ihnen garantiert, unter den ersten zu sein, die zum Boarding aufgerufen werden, ganz egal, wann Sie eingecheckt haben.

Für eine kleine, im Voraus zu entrichtende Zusatzgebühr von €3.75, €7.50 oder €11.25 je nach Flugstrecke und Einsteigemodalitäten an den einzelnen Flughäfen* können Sie die Option Speedy Boarding anlässlich Ihrer Flugbuchung auf easyJet.com hinzufügen. > >

Hmmm, je nach dem also so ungefähr nochmal der Ticketpreis, damit man sich einen hübschen Platz an Bord aussuchen darf? Mal ehrlich, das wären doch noch massenhaft Anregungen für die Deutsche Bahn (Fahrkarten für Gepäckstücke, Einstiegszeiten-Zusatzgebühren oder Als-Erster-Aussteigen-Dürfen-Prämienzahlungen). Aber, holla, selbst bei Easyjet hat das noch einen Haken:

*Wo die Passagiere mit dem Bus zum Flugzeug gebracht werden, können wir nicht garantieren, dass die Speedy Boarding Passagiere den Bus auch als erste verlassen. Der Preis, den Sie für die Option Speedy Boarding bezahlen, richtet sich nach der Häufigkeit, mit der Busse auf einer Strecke eingesetzt werden.

Oder anders gesagt: Ob Sie für Ihr Geld auch eine Leistung erhalten, das können wir nicht garantieren. Ryanair verkauft an Bord Rubbellose, um seine Kasse aufzubessern, Easyjet spielt Einstiegslotterie.

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