Der Tabu-Mythos

Es ist ja so ein nicht aus der Welt zu schaffender Mythos, dass es in Deutschland ein Tabu gäbe, Israel zu kritisieren. “Man muss doch sagen dürfen…”, heißt es dann immer gerne. Klar, darf man sagen. Tun ja viele auch, häufig.

In der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom Wochenende ist ein Interview mit dem israelischen Autor Yitzhak Laor, der diesen Mythos weiter am Leben erhält:

Wussten Sie, dass in den letzten Monaten die israelische Armee in Gaza Hunderte Menschen getötet hat? Das steht im Internet, aber niemanden interessiert es. Die Deutschen befürchten, als Anti-Israelis dazustehen. Unsinn. Warum schreiben Guardian und Le Monde darüber? Warum kann man das nicht hier thematisieren?

Man mag Laor, der derzeit im brandenburgischen Wiepersdorf arbeitet, zu Gute halten, dass er vermutlich einfach nicht so gründlich deutsche Zeitungen liest. Nur warum behauptet er dann sowas?

Eine kleine Abfrage bei Googlenews verschafft bereits einen Überblick, wie häufig deutschsprachige Tageszeitungen und Nachrichtenagenturen über Tote in Gaza durch israelische Angriffe berichten. 198 Treffer sind es bei “Gaza Israel Tote”. Übrigens 46 mehr als bei der Suche nach “Sderot Israel Kassam”. Aber das war ja nicht das Thema von Herrn Laor.

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