Grundrechenarten

Kollegenschelte gehört sich nicht. Trotzdem: Wenn im Radio mal wieder davon die Rede ist, dass die AOK Irgendwo oder die BKK Schlagmichtot ihre Beiträge “um 0,8 Prozent” oder “um 0,3 Prozent” erhöhen, dann ist das - Unsinn. Und ein Fall für die Pisa-Kommission.

Mal ein kleines Rechenbeispiel: Die BKK Mathemann verlangt derzeit von ihren Versicherten 10 Prozent des Bruttolohns. Ab kommendem Jahr sollen es jetzt 11 Prozent sein. Um wieviel steigt also der Beitragssatz? Um ein Prozent? Mal nachrechnen.

Nehmen wir mal an, Peter Müller verdient 1000 Euro, zahlt also derzeit zusammen mit seinem Arbeitgeber 100 Euro an die Kasse. Künftig sind es, bei 11 Prozent Beitragssatz, 110 Euro.

Aber, Moment, eine Beitragserhöhung um ein Prozent müsste ja bei 100 Euro nur 101 Euro bedeuten. Eben.

Die Kasse erhöht ihren Beitragssatz nicht um ein Prozent, sondern um einen Prozentpunkt. Oder, wenn’s dramatischer klingen soll, um zehn Prozent.

Oder, mal am echten Beispiel gerechnet: Die AOK Brandenburg verlangt von 2007 an statt 13,6 nun 14,9 Prozent. Das ist ein Plus von 1,3 Prozentpunkten - und fast zehn Prozent.

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