Feuerpause, reloaded

Als ob es die israelische Botschaft bzw. die israelische Regierung geahnt hätte. Hieß es doch jüngst im Newsletter der Botschaft, dass seit der Feuerpause am 25. November mehr als 60 Qassam-Raketen auf Israel niedergegangen seien, dies aber in Europa nicht wahrgenommen wird. Und dann hieß es weiter:

  1. Falls und sobald der Moment kommt, in dem Israel zu einer Reaktion gezwungen ist, könnten wir uns in einer Situation wieder finden, in der Israel als Angreifer dargestellt wird, da kaum einer von den andauernden palästinensischen Angriffen gehört hat.

Heute beweist die “Berliner Zeitung”, dass sie genau soweit, wie hier geschrieben, denken kann, aber keinen Milimeter weiter. Und dass Martina Doering, die den Kommentar schreiben durfte entweder noch nie was von dem Raketenbeschuss gehört hat - oder eben gar nicht hören will. Aber sie schreibt:

Im israelisch-palästinensischen Kernkonflikt wird derweil unverdrossen an zwei Fronten gekämpft. Angeblich auf der Jagd nach Terroristen, fahren israelische Panzer kurzerhand in die Fußgängerzone von Ramallah und stürmen Soldaten dort durch die Straßen, auf der dann fünf Tote liegen bleiben. Man kann gewiss sein, dass islamische Radikale schon wieder Raketen in Stellung bringen.

Die Abfolge ist hier klar: Israel führt eine Militäraktion durch, deshalb bringen “islamische Radikale” (sic!) - anderswo nennt man sowas Terrorismus - Raketen in Stellung. Die Realität ist nur: Seit sechs Wochen fallen regelmäßig Raketen auf Israel, deshalb interveniert das Militär. Ein kleiner und nicht mal feiner Unterschied.

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