Zukunft der Regionalzeitungen

Was passiert mit den Regionalzeitungen im Internet-Zeitalter? Wo doch “kein Weg mehr am Internet vorbei führt” und die Abonennten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lieber das Premiere-Abo als das Tageszeitungs-Abo bis zum bitteren Ende behalten. Darüber spricht Katharina Borchert, Online-Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe, in diesem Video.

Mal kein Abgesang auf die Regionalzeitung an sich - denn die Nachrichten aus der Region tickern eben nicht überall über DPA oder Reuters ein, meint Katharina Borchert. Aber die Forderung, sich mehr Gedanken über den Internet-Einsatz zu machen, um der künftigen Mediennutzung entgegen zu kommen. In den USA ginge der Trend bei Regionalzeitungen bereits zur Hyper-Localisation im Netz - die Nachrichten könnten gar nicht lokal genug sein. Ein anderes Beispiel einer US-Zeitung: Dort habe man den Lokalsport bis zur F-Jugend runtergebrochen und ausführlich und ernsthaft im Web abgebildet, mit großem Erfolg. Und der Vorteil des Web laut Borchert: Es gibt unbegrenzt Platz, der fast nichts kostet, weder den Verleger noch den Leser.

Deutliche Kritik äußert Borchert an den Internetauftritten der meisten Regionalzeitungen (auch denen aus dem eigenen Haus). Fast überall würde prominent der DPA-Ticker einlaufen, der aber “in hübscherer Form bei Spiegel-Online” zu bekommen sei. Und der Rest sei ein gewisser Prozentsatz an Texten, der aus der Print-Ausgabe kommt. “Das bietet nur geringe Anreize, diese Seiten zu besuchen”, so Borchert. Es fehle leider weitgehend der Versuch, Leserreaktionen mit redaktionellen Inhalten zu verknüpfen. Experimente mit “Bürgerjournalismus” seien die Minderheit.

Es hilft auf jeden Fall nichts, so Borchert, einfach eine ganze oder halbe Printausgabe ins Netz zu kippen. Könnten sich manche Leute in Deutschland mal anschauen, das Video. 33 Minuten ganz gut investierte Zeit, auch wenn’s ein bisschen wackelt, hin und wieder.

Und ob die Dame auch umsetzen kann, worüber sie redet, wird sich demnächst auf West Eins anschauen lassen.

via: Medienrauschen

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