Pressestellen des Grauens (1)

Jeden Tag trudelt in unserem Outlook-Postfach in der Redaktion eine hohe dreistellige Anzahl an Emails ein. Jeden Tag löschen wir eine hohe dreistellige Anzahl an Emails, weitgehend ungelesen. Jeden Tag ärgert man sich über den Schwachfug, den eine hohe dreistellige Zahl an Absendern für so wichtig findet, es in alle Welt und bis zu einer großen Regionalzeitung in Brandenburg hinausblasen zu müssen. Jeden Tag erträgt man das - schweigend.

Doch manche Nachrichten sind so völlig durchgeknallt furchterregend einzigartig, dass sie ab jetzt hier einen Platz finden. In der Sammlung “Pressestellen des Grauens” in meiner “Ablage B wie Blog”.

Heute schrieb mir Simone H. aus Dortmund eine Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich soeben von der Geschäftsleitung der XYZ mbH, Herrn Thomas WABC, erfuhr, ist es ihm sehr wichtig, dass das hier links abgebildete Gerät “IMS-ODOR” bei der grafischen Aufbereitung der Artikel doch bitte in den Vordergrund treten solle > >

Es folgt ein Link auf die Seite, auf der sich Dinge befinden, von denen ich nicht einmal ansatzweise ahne, wofür sie gut sind. Ich kenne auch weder Frau H. noch Herrn ABC noch die Firma. Aber dennoch meint mir Frau H. sagen zu können, was ich bei der Aufbereitung meines Artikels (welches Artikels, zum. T…?) “doch bitte” in den Vordergrund rücken soll.

Aber, na gut, jeder Schülerpraktikant und jede Schülerpraktikantin hat mal einen schlechten Tag. Doch bevor ich die Mail löschen kann, fallen meine Augen auf die letzte Zeile. Dort unterschreibt Frau H. mit dem Zusatz

  • Kommunikations-Management -

Bei so einem Titel ist die “DEL”-Taste natürlich zu schade. Nein, da ist der Start der Serie “Pressestellen des Grauens” gerade richtig.

Bewerbungen auf Aufnahme in die Liste bitte formlos an: wirtschaft@mazonline.de

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